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Forschung

Ökologische Risikoanalyse des Einsatzes von Kulturschutzeinrichtungen in Obstkulturen auf die lokale Vogel-Biozönose


Zentrale Fragestellung dieses 2010 vom rheinland-pfälzischen Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten in Auftrag gegebenen Forschungsprojektes ist eine ökologische Risikoanalyse des Einsatzes von Kulturschutzeinrichtungen in Obstkulturen auf die lokale Vogellebensgemeinschaft.

Der Einsatz von Kulturschutzeinrichtungen wie Netz- oder Folienüberdachungen im Obstanbau nimmt zu, da immer mehr Landwirte ihren Ertrag vor Starkwetterereignissen wie Hagel schützen möchten. Bisher gibt es keine wissenschaftliche Untersuchung zu dem Einfluss solcher Kulturschutzeinrichtungen auf die lokale Fauna. Viele der Anbauflächen in Rheinland-Pfalz befinden sich in Vogel- oder Naturschutzgebieten, so dass es hier besonders wichtig ist einen möglichen Einfluss aufzuzeigen. Diese Studie untersucht mögliche ökologische Folgen in einem Gebiet bei Heidesheim und Mainz-Finthen auf  Flächen im Landschaftsschutz- bzw. Vogelschutzgebiet „Mainzer Sand“  und in dem Naturschutzgebiet „Höllenberg“. In dieser Region konzentrieren sich 97 % aller Obstanbauflächen, die in Rheinland-Pfalz innerhalb von Schutzgebieten liegen.

Die Untersuchung ist auf drei Jahre ausgelegt und folgt den Methoden der Ökosystemanalyse. Von besonderer Bedeutung ist, die Untersuchung so durchzuführen, dass ihre Ergebnisse und die daraus resultierenden Schlussfolgerungen über das spezielle Untersuchungsgebiet hinaus auf Obstkulturen unter ähnlichen Rahmenbedingungen in Mitteleuropa übertragbar sind. Daher wählten wir den biozönotischen Ansatz, bei dem die ökologische Funktion einer Gruppe von Arten im Ökosystem im Vordergrund steht und nicht nur einige wenige Fokustierarten. Die drei Zielgruppen dieser Untersuchung sind die Greifvögel, die Gilde der vollständig oder teilweise insektenfressenden Vögel und die Arthropodenfauna als Nahrungsressource der insektivoren Vögel. Diese drei funktionellen Artengruppen sind in jedem Ökosystem unabhängig von der speziellen Artenzusammensetzung vorhanden und darauf basierende Schlussfolgerungen sind somit verallgemeinerbar.

Das Untersuchungsprogramm sieht ein dreistufiges Vorgehen vor:

  1. Bestimmung des Ist-Zustandes der Diversität, Abundanz und der Habitatnutzung der drei Artengruppen auf fünf ausgewählten Untersuchungsflächen im Jahr 2011
  2. Erfassung der natürlichen Dynamik und der Habitatnutzung der Artengemeinschaft auf den drei Kontrollflächen in den Jahren 2012 und 2013 zur Abschätzung interannueller Variabilität
  3. Erfassung der Dynamik und der Habitatnutzung der Artengemeinschaft auf zwei Flächen, die 2012 und 2013 mit einer Folienüberdachung oder einem Hagelschutznetz versehen sind, zur Abschätzung potenzieller Effekte von Kulturschutzeinrichtungen.
     
zuletzt verändert: 28.08.2013 15:03

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