38. GI-Jahrestagung / Elektronische Wahlen, elektronische Teilhabe, Societyware
Workshop
Elektronische Wahlen, elektronische Teilhabe, Societyware –
Beherrschbare Systeme? Wünschenswerte Systeme?
In den modernen Gesellschaften werden – dank Informatik – neue Dienstleistungen, Infrastrukturen, Prozesse und Institutionen entwickelt und eingesetzt, die die bisherigen politischen Handlungschancen der Bürger erweitern sollen. Politik und Verwaltung erhalten mehr Mittel, politische und soziale Meinungen und Aktionen der Bürger wahrzunehmen und darauf zu reagieren. Transparenz, öffentlicher Diskurs, Partizipation, Deliberation aber auch Kosteneffizienz sind einige politische Schlagworte, die das Leitbild des aktiven Bürgers in einer Zivilgesellschaft konkretisieren. Es gibt dazu eine Vielzahl von medialen Formaten, die diese Ziele unterstützen sollen: elektronische Wahlen, Bürgerportale, eCampaigning, medienübergreifende Bürgerhaushalte, ePetition etc.
So rücken auch elektronische Wahlen immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit. Zwar ist der Einsatz von Wahlgeräten seit mehreren Jahren in Deutschland gesetzlich geregelt und diese Geräte wurden auch bereits bei vielen Wahlen eingesetzt, doch in letzter Zeit sind sie vermehrt in Kritik geraten. Auch alternative Wahlformen, wie z.B. der Wahlstift, geraten mehr und mehr in die Kritik. Ein Einsatz von Online-Wahlsystemen über das Internet ist bei parlamentarischen Wahlen derzeit völlig utopisch. Dennoch wurden in den letzten Jahren viele Erfahrungen insbesondere im Bereich der Online-Wahlen gewonnen. Eine Reihe internationaler Projekte (Österreich, Schweiz, Estland) und Initiativen (Europarat) entwickeln Anforderungen und sammeln Erfahrungen mit Lösungen. Dafür ist eine kritische wissenschaftliche Begleitung sinnvoll.
Diese Dienste, Formate und Systeme bilden das Kernstück einer sich entwickelnden neuen sozio-technischen Beteiligungsinfrastruktur demokratischer Gesellschaften, einer „Societyware“. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie für alle Individuen und Gruppen einer Gesellschaft relevant werden können, und damit – dem demokratischen Grundverständnis folgend – durch diese auch verstehbar, benutzbar und gestaltbar sein sollten. Technische Komplexität, Macht- und Marktstrukturen in der IT-Gestaltung stellen diesen Anspruch vor große Herausforderungen. In diesem Workshop geht es darum, entsprechende Erfahrungen mit der „Erwünschtheit“ und „Beherrschbarkeit“ solcher Systeme zusammenzutragen. Uns interessieren:
Beiträge über:
- Erfahrungen
- Anforderungen (technische, politische organisatorische, soziale)
- Probleme beim Einsatz und der Nutzung
- Betriebswirtschaftliche Aspekte
- Sicherheitsaspekte, technische Konzepte
- Akzeptanz, Usablility und demokratische Gestaltung
Zu Anwendungen wie:
- elektronische Wahlen,
- kommunale Webportale, Stadt-Wikis
- Bürgerportale, Bürgerhaushalte
- eCampainging, ePetition
- computer-unterstützte Partizipation in der Planung, Online Deliberation
- politische Chatbots,
Teilnehmer des Workshops
Der Workshop spricht Wissenschaft und Praxis an. Er richtet sich an Wissenschaftler (Doktoranden, young and senior researchers) aus Informatik, Politik-, Gesellschafts- und Rechtswissenschaften, an Verantwortliche aus Politik und Verwaltung, Aktivisten einer Civil Society und an IT-Firmen, die sich mit dem Einsatz von IuKT in der Praxis beschäftigen.
Regeln und Termine zur Einreichung
Die Beiträge sollten sechs Seiten nicht überschreiten. Ausgewählte Beiträge werden für eine Buchpublikation berücksichtigt.
Die Beiträge werden an die E-Mail-Adresse der Ansprechpartner gesendet oder direkt nach http://www.easychair.org/conferences/?conf=informatik2008ws hochgeladen. (Anm. Das ist die geschützte Gutachter-Webseite dieses Workshops. Jeder kann sich dort als „Autor“ registrieren lassen)
- Einreichung von Workshop-Beiträgen: 28.04.2008 (Verlängerung bis zum 10. Mai 2008)
- Mitteilung über Annahme/Ablehnung: 02.06.2008
- Abgabe der fertigen Druckvorlagen: 01.07.2008
Organisatoren und Kontakt:
Prof. Dr. Rüdiger Grimm, Universität Koblenz-Landau
Jörg Helbach, Sprint Sanierung GmbH, Köln
Prof. Dr. Peter Mambrey, Fraunhofer FIT / Univ. Duisburg-Essen, http://www.ak-edemokratie.de/
Prof. Dr. Volkmar Pipek, Universität Siegen und IISI, Bonn, http://www.ak-edemokratie.de/
Vorläufiges Programmkomitee
Prof. Dr. Sigrid Baringhorst, Universität Siegen
Christoph Dowe, politik-digital, Hamburg
Robert Krimmer, e-voting.cc, Wien
Constanze Kurz, HU Berlin
Dr. Oliver Märker, zebralog, Bonn
Anastasia Meletiadou, Univ. Koblenz-Landau
Katarzyna Mlynczak, WBZ, Breslau
Christian Paulsen, DFN Cert, Hamburg
Prof. Dr. Dieter Richter, PTB Braunschweig
Dr. Markus Rohde, Univ. Siegen und IISI, Bonn
Melanie Volkamer, Universität Passau
Sonja Weddeling, T-Systems, Darmstadt
Ansprechpartner
Jörg Helbach
Plantagenweg 1
53639 Königswinter
joerg@helbach.info
Prof. Dr. Peter Mambrey
Fraunhofer FIT Schloss Birlinghoven
53754 Sankt Augustin
peter.mambrey@fit.fraunhofer.de