Forschungspraktikum E-Government
Die Forschungsgruppe E-Government bietet im Wintersemester 2012/13 ein Forschungspraktikum für die Masterstudiengänge E-Government, Wirtschaftsinformatik, Informationsmanagement, Informatik und Computervisualistik zum Thema "werkzeugunterstützte Auswertung von Simulationsergebnissen" an.
Thema: Werkzeugunterstützte Auswertung von Simulationsergebnissen
Im EU-Forschungsprojekt OCOPOMO (www.ocopomo.eu) wurde von der Forschungsgruppe E-Government ein kollaborativer Beteiligungsprozess zur Strategieplanung sowie eine IKT Toolbox zur Unterstützung dieses Prozesses entwickelt. Die IKT Toolbox ermöglicht eine Konzeptionalisierung, Programmierung und Simulation von Policy-Modellen auf Basis von empirischen Daten und Fakten von Entscheidungsträgern und Betroffenen (Stakeholdern). Diese Evidenz-basierte Policy Modellierung soll vor allem als Instrument der Politik zur Unterstützung und zur Stakeholderbeteiligung in der strategischen Entscheidungsfindung dienen [3]. Die IKT Toolbox ermöglicht die Annotation von Dokumenten (Evidenzen), welche gemäß des OCOPOMO-Prozesses zunächst die Grundlage für konzeptuelle Modelle (CCD-Modelle)[2], bilden. Das aus den Dokumenten (Szenarienbeschreibungen und Hintergrunddokumente) erstellte konzeptionelle Policy Modell wird anschließend semiautomatisch überführt (CCD2DRAMS Modul) und mit einer weiteren Komponente der IKT-Toolbox (DRAMS) final als deklarative regel-basiert Multiagentenmodelle (formale Simulationsmodelle) programmiert [1]. Die Simulationsläufe generieren Daten in Form von Simulationsergebnissen, die wiederum mit den Ausgangsdokumenten abgeglichen werden sollen. Dabei sollen die bestehenden Werkzeuge der OCOPOMO IKT Toolbox zum Einsatz kommen. Insgesamt soll durch die Annotation und die Weiterreichung der Evidenzverweise über die verschiedenen Modellartefakte (CCD Modell, CCD2DRAMS Transformation, DRAMS Modell, Simulationsergebnisse) eine durchgängige Nachvollziehbarkeit geschaffen werden.
Um die Simulationsergebnisse entsprechend aufzubereiten und dabei die Nachvollziehbarkeit zu gewährleisten, ist die Bereitstellung folgender weiterer Komponenten für die OCOPOMO IKT Toolbox geplant:
- Traceability Tool: Die Simulationsergebnisse enthalten "Links" zu Elementen des zugrundeliegenden CCD-Modells, die für die Entstehung der einzelnen Ergebnisse eine Rolle gespielt haben. Diesen CCD-Elementen sollen durch das Traceability Tool die zugehörigen Simulationsergebnisse automatisch zugeordnet werden können.
- Annotation Tool: Eine Erweiterung des vorhandenen Annotation Editors soll es ermöglichen, manuell erstellte Simulationsanalyse-Dokumente zu annotieren und die entsprechenden Annotationen dem CCD-Modell hinzuzufügen.
Im Rahmen des Forschungspraktikums soll das im EU-Projekt entwickelte CCD Tool um die beiden genannten Komponenten erweitert werden.
Aufgabenstellung
Im Rahmen des Forschungspraktikums sollen folgende Ziele erfüllt werden:
- Untersuchung verschiedener Ansätze zur werkzeugunterstützten Analyse von Simulationsergebnissen
- Untersuchung auf Möglichkeiten zur Integration entsprechender Ansätze in das CCD Tool bzw. die OCOPOMO IKT Toolbox
- Erstellung neuer bzw. Erweiterung bestehender Software-Komponenten wie oben angegeben
- Evaluation der neuen Komponenten im Kontext der OCOPOMO Usecases
- Projektdokumentation
Organisatorisches
- Zielgruppe sind Master Informationsmanagement (IM), Master E-Government, Master Wirtschaftsinformatik (WI), Master Informatik, Diplom Informatik
- Die Konstituierende Sitzung ist für Ende Juli / Anfang August geplant (sobald etwa 8 Teilnehmer für das Praktikum angemeldet sind). Die Teilnahme an der konstituierenden Sitzung ist verpflichtend.
- Projektbesprechungen alle zwei Wochen
- Die Treffen des Projektpraktikums finden je nach Vereinbarung in Raum A 131 (eGov Living Lab) statt.
- Anmeldung über Klips (Link zur Veranstaltung) bis zum 31. August 2012. Die Anmeldung in Klips ist nicht verbindlich. Eine finale Zulassung zum Praktikum erfolgt bei der konstituierenden Sitzung.
- Die Infos sind auch unter http://www.uni-koblenz-landau.de/koblenz/fb4/institute/iwvi/agvinf/lehre/wise1213/master/forschungspraktikum verfügbar.
OCOPOMO
OCOPOMO (Open COllaboration for POlicy MOdelling) ist ein Projekt, das im 7. Rahmenprogramm ICT der EU, Projekt-Nr. FP7-ICT-2009-4-248128, als Kollaboratives Projekt gefördert wird.
OCOPOMO entwickelt eine integrierte Plattform für effiziente Strategieentwicklung auf politischer Ebene. Dabei werden einerseits E-Partizipationswerkzeuge genutzt, um Zukunftsszenarien eines Anwendungsfeldes mit den Betroffenen sowie den Entscheidungsfindern zu erarbeiten. Auf Basis dieser Szenarien werden andererseits die wesentlichen Parameter für ein formales Modell extrahiert, um danach das Policy Modell für den Anwendungsbereich zu simulieren und mit den Betroffenen sowie Entscheidungsfindern zu prüfen und zu validieren.
Hintergrund und Motivation für OCOPOMO ist die Unterstützung strategiepolitischer Entscheidungsfindung durch besser informierte Entscheidungsträger und offene Beteiligung Interessierter. Diese Zielsetzung wird einerseits durch offene Beteiligung von Bürgern und Interessensvertreter über eine Beteiligungsplattform und der dabei unterstützten gemeinsamen Entwicklung potentieller künftiger Szenarien erreicht. Andererseits wird durch die Ableitung eines makroökonomischen Modells aus den Szenarien eine parametergesteuerte Simulation möglich, die potentielle Entwicklungen aufgrund bestimmter potentieller Entscheidungen simuliert und visualisiert.
Diese Simulation wird in die Beteiligungsplattform zurückgeführt und ermöglicht in einem Beteiligungsverfahren die Bewertung, Kommentierung und Validierung durch eine breitere Interessensgruppe.
Die OCOPOMO Plattform unterstützt folgende Zielsetzungen:
- Integrierte formale Modellierung eines Strategiebereichs
- Entwicklung zukunftsorientierter Szenarien des Bereichs durch offene Beteiligung
- Pilotierung des Projekts in zwei sozioökonomischen Strategiebereichen
- Methoden und Werkzeuge der formalen Policy Modellierung sowie Szenarien-basierter Zukunftsplanung
- Offene Beteiligung verschiedener Betroffener und Interessierter über eine Beteiligungsplattform in der Szenarienentwicklung sowie in der Validierung der simulierten Strategiemodelle künftiger Entwicklungen
- Unterstützung der Strategieplaner und -analysten durch formale Modellbildung und Simulation.
Literatur
[1] Ulf Lotzmann and Ruth Meyer. DRAMS - A Declarative Rule-based Agent Modelling System. In Proceedings of 25th European Conference on Modelling and Simulation, 2011.
[2] Sabrina Scherer and Maria A. Wimmer. Consistent Conceptual Descriptions to Support Formal Policy Model Development: Metamodel and Approach. In Adam Wyner and Neil Benn, editors, Proceedings of the Workshop on Modelling Policy-making (MPM 2011) in conjunction with The 24th International Conference on Legal Knowledge and Information Systems (JURIX 2011), pages 23–28, 2011.
[3] Maria A. Wimmer, Karol Furdik, Melanie Bicking, Marian Mach, Tomas Sabol, and Peter Butka. Open Collaboration in Policy Development: Concept and Architecture to integrate scenario development and formal policy modelling. In Yannis Charalabidis and Sotiris Koussouris, editors, Empowering Open and Collaborative Governance. Springer Berlin / Heidelberg, 2012.
Datum der Meldung 05.07.2012 12:00
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