Laufende Projekte
Ethnorhetorik und Ethnohermeneutik (Prof. Dr. H. Barthel)
Das interdisziplinäre Forschungsprojekt "Ethnorhetorik - Ethnohermeneutik: Förderung der europäischen Zusammenarbeit in und zwischen den Staaten der EU, mit Ost- und Mitteleuropa" versucht, den Zusammenhang zwischen "Herrschaftsrhetorik - Legitimationsanspruch des sog. Marxismus- Leninismus - Ohnmacht der Unmündigen" in der Sowjetunion und anderen ehemaligen "Ostblock-Staaten" aufzudecken. Dabei handelt es sich um ein gemeinsames Aufklärungsbemühen von Deutschen und insbesondere russischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die gleichzeitig nach Möglichkeiten gemeinsamer Problemlösungen im "Haus Europa" suchen.
Das Projekt erkundet die integrativen Potenzen ethnorhetorischer Kommunikation für den tiefgreifenden Transformationsprozess Ost- und Mitteleuropas, der mit der friedlichen Neuordnung Europas und dem Umbruch in der Weltentwicklung verbunden ist; das Projekt analysiert, interpretiert und bewertet auch politische und soziale Kommunikationsstrukturen in anderen EU-Ländern.
Aus diesem Projekt hervorgegangen ist die noch laufende von Prof. Dr. Barthel und Prof. Dr. Pimenov (Staatsuniv. Kemerovo - RUS) herausgegebene Publikationsreihe "Ethnohermeneutik und Ethnorhetorik". (Titel der Reihe s. "Publikationen" auf der Mitarbeiterseite von Prof. Dr. Barthel)
Forschungs(teil)projekt „Rhetorische Kompetenz in Gespräch und Rede“ (Prof. Dr. H. Barthel)
Die zukünftige Entwicklung der Gesellschaft wird die Sprache kaum verändern, sie wird aber die Art miteinander zu sprechen und rhetorisch zu handeln verändern. Die Veränderungen betreffen einmal die gesteigerten Anforderungen in der Medienkommunikation, aber auch in der direkten Kommunikation. Das Arbeiten in Online-Welten beeinflusst die dialogische Beziehung im (direkten) Gespräch und in der (direkten) Rede. Ziel des (Teil-)Projekts ist es, solche Fragen beantworten zu können:
- Wie erlangen die Menschen Gesprächs- und Redekompetenz unter den Bedingungen einer digitalisierten und globalisierten Welt, in der sie aus unterschiedlichen gesellschaftlichen und kulturellen Strukturen heraus kommunizieren müssen?
- Wie lassen sich die Menschen dazu befähigen, den gesteigerten Anforderungen mit der Entwicklung eigenständiger Lösungswege zu entsprechen?
Das Projekt wird sich dabei den Feldern Bildung, Fort- und Weiterbildung widmen, um die Bedeutung rhetorischer Kompetenz in ihren Grundlagen zu ermitteln und mit rhetorischer Analyse zur (Weiter-)Entwicklung von "Kommunikationsstandards" und "Interventionsstrategien" (Bildungsmaßnahmen) zu gelangen. Damit Studierende der Landauer Sprechwissenschaft hieran teilhaben können, finden Forschungskolloquien statt, die eine Einarbeitung in die Fragestellungen des Projekts bieten. Im Rahmen ihrer Qualifizierungsvorhaben besitzen die Studierenden dann die Möglichkeit, sich in die Projektarbeit einzubringen.
"Russische Sprechkunst“ (Prof. Dr. H. Barthel)
Um die Geschichte der Sprechkunst weiter zu erforschen, sollte die Bedeutung des ethnopetischen Vergleichs wieder stärker berücksichtigt werden. In jüngerer und jüngster Zeit hat dazu leider wenig stattgefunden. In früherer Zeit war das anders. Die genauere Untersuchung der Wechselwirkung wäre heute sowohl im Hinblick auf das interkulturelle Nehmen und Geben von Ineresse, als auch im Hinblick auf die wechselseitige Kenntnis von Traditionen und Konventionen der Sprechkunst, wo wie sie sich in Lehrbüchern, aber auch im reproduzierenden Sprechen literarischer Texte widerspiegeln.
Das Projekt knüpft an den wenigen ethnopoetischen Forschungstraditionen an, indem er sich nur einem einzigen "Punkt" aus dem wichtigen, noch ungeschriebenen Kapitel europäischer Sprechkunst, nämlich der russischen Vortragskunst in der Moderne (1910-34) zuwendet. Dabei ist Einiges von den Schwierigkeiten beim Beschreiten der intra- und interkulturellen, direkten und medienvermittelten Kommunikationsebene zu erfahren. Im Anschluss an eigene Vorabeiten mag dies als weiterer Versuch gelten, "(...) die ethnozentristische Abkapselung zu überwinden, die im Bereich der aesthetischen Kommunikation noch stärker ist als in dem der rhetorischen Kommunikation" (Geißner 1988, 189). z. B. Barthel, H. (2005): Zur Deklamationskunst der Moderne. In: Merten, St., Pohl, I. (Hrsg.): Texte. Knecht, Landau/Pf. 291-303.
Dissertationsprojekt: Bedingungen und Möglichkeiten kommunikationspädagogischer Interventionen in audiovisuell technisch vermittelten Kommunikationen (E. Wolf-Lincke, 2010)
Das Projekt untersucht einmal die Bedingungen und Möglichkeiten pädagogischer Interventionen, die sich auf Face-to-Face-Bedingungen und Möglichkeiten in audiovisuell technisch vermittelten (avt) Kommunikationen in Organisationen beziehen und zum anderen die Konstruktion von Verbindungen der unterschiedlichen Face-to-Face- und avt-kommunikativen Zusammenhänge.
"Rhetorische Formen zur Konstitution ritueller Kommunikation" (Prof. Dr. H. Barthel)
Die Teil-Arbeit "Zungenrede" untersucht die in vielen Ethnien (auch Religionen) auftretenden automatischen (zwanghaften) Äußerungen einer unbekannten "Sprache".
Die Teil-Arbeit "Psalm" untersucht seine Medeingeschichte (Oralität - Literalität - Elektrizität) in ethnischer Hinsicht.
"Zungenrede". HWRh9. Hg. G. Ueding. Tübingen: Niemeyer 2009. Sp. 1569-1575.
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