Abschlussarbeiten
Informationen zur Betreuung von Abschlussarbeiten im Bereich der Wirtschaftspsychologie
Grundsätzlich betreue ich Abschlussarbeiten (Diplom-, Master- u. Bachelorarbeiten), falls sie eine der im Folgenden beschriebenen Formen annehmen und die entsprechend aufgeführten Bedingungen erfüllen:
1. Empirische Arbeiten zu einem einschlägigen Themenkreis der Arbeits-, Organisations- u. Wirtschaftspsychologie in Kooperation mit einem Wirtschaftsunternehmen.
· Der Kontakt zu dem entsprechenden Wirtschaftsunternehmen muss selbständig hergestellt werden (z.B. im Rahmen eines Praktikums).
· Bei der Untersuchung darf es sich nicht um eine reine Dienstleistungserbringung für das Unternehmen handeln. Stattdessen muss eine Forschungsfrage untersucht werden, die potenziell zu einer verallgemeinerbaren Aussage mit Erkenntnisgewinn für die wissenschaftliche Gemeinschaft führt. Forschungsergebnisse, die aus Sicht des Unternehmens einen Sperrvermerk o.ä. erfordern, sind aus diesem Grunde für eine universitäre Abschlussarbeit ausgeschlossen. Es ist allerdings möglich, das betreffende Unternehmen in der Abschlussarbeit nicht namentlich zu erwähnen.
· Die Fragestellung sollte möglichst im Rahmen eines Kontrollgruppendesigns mit wissenschaftlich etablierten Methoden zu untersuchen sein.
· Nachdem eine wissenschaftliche Fragestellung mit dem Unternehmen entwickelt wurde, ist mir ein ca. 5 Seiten umfassendes Exposé vorzulegen, in dem (a) der theoretische Hintergrund, (b) die daraus abgeleitete Fragestellung, (c) die entsprechenden konkreten Hypothesen, (d) der Versuchsplan, (e) die Messinstrumente bzw. Operationalisierungen der UVn u. AVn , (f) die Stichprobe, (g) die angedachten Analyseverfahren und (h) mögliche kritische Aspekte skizziert werden. Zudem sind Literaturquellen zu benennen.
· Auf der Grundlage dieses Exposés erfolgt zeitnah die Entscheidung über die Betreuung der geplanten Abschlussarbeit.
· Tandemarbeiten sind möglich.
2. Theoretische und empirische Arbeiten zum Themenkreis der Selbst- u. Fremdmotivierung bzw. Arbeitsmotivation.
· Dabei kann es sich um (a) die Analyse neuerer Studien zu einer bestimmten Theorie, Fragestellung oder praktischen Vorgehensweise, (b) die theoretische Einordnung und kritische Diskussion von empirischen Befunden, theoretischen Ansätzen oder praktischen Vorgehensweisen, (c) die Entwicklung eines neuartigen Toolkits zu Techniken der Selbst- u. Fremdmotivierung, (d) die theoretische Fundierung einschlägiger praktischer Vorgehensweisen, (e) die empirische Evaluation eines einschlägigen Trainings (z.B. auch mit einer studentischen Stichprobe) oder (f) die empirische Untersuchung einer spezifischen einschlägigen Forschungsfrage handeln.
· Die Bearbeitung des Themas muss zu einem Erkenntnisgewinn für die wissenschaftliche Gemeinschaft führen und kann sich nicht − wie bisweilen bei Hausarbeiten – in der bloßen Zusammenstellung von Literatur erschöpfen.
· Die Fragestellung sollte gemeinsam mit dem Betreuer entwickelt werden.
· Nachdem eine Fragestellung bzw. Zielsetzung entwickelt wurde, ist mir ein ca. 5 Seiten umfassendes Exposé vorzulegen, in dem (a) das Ziel der Arbeit nochmals klar herauspräpariert wird, (b) die basalen Bezugsquellen aufgelistet und kurz skizziert werden, (c) der strukturelle Aufbau der Arbeit dargestellt wird, (d) die angedachte analytische Vorgehensweise beschrieben wird und (e) dabei möglicherweise auftretende kritische Aspekte diskutiert werden (Gliederung bei empirischen Arbeiten wie in Punkt 1).
· Auf der Grundlage dieses Exposés erfolgt zeitnah die Entscheidung über die Betreuung der geplanten Abschlussarbeit.
· Tandemarbeiten sind möglich.
Für Arbeiten der beschriebenen Art erstelle ich das Erstgutachten. Für die Erstellung des Zweitgutachtens bietet sich Prof. Dr. Ottmar Braun an.
Diplomarbeiten sollten einen Umfang von ca. 80 Seiten, Bachelorarbeiten von ca. 40 Seiten haben (ohne Literaturquellen und Anhang). Die Abschlussarbeit kann in englischer Sprache im Stil eines wissenschaftlichen Zeitschriftenartikels verfasst werden – in diesem Fall halbieren sich die oben angegebenen Seitenzahlen jeweils.
Bei Anfragen, die über das von mir anvisierte Kontingent von 20 gleichzeitig betreuten Abschlussarbeiten hinausgehen würden, bitte ich um Verständnis, dass ich auf die Betreuung der Abschlussarbeit durch einen Kollegen verweisen würde.
Folgende Aspekte einer empirischen Abschlussarbeit werden bewertet:
Einhaltung formeller Aspekte (korrekte Zitierungen, Beschriftungen etc., Umfang der Arbeit),
Einhaltung orthographischer Standards,
Sprachliche Aspekte (Verständlichkeit, Eindeutigkeit, Verwendung von Fachtermini etc.),
Strukturelle Aspekte (sinnvolle Gliederung, Übergänge zw. Kapiteln, Fazit‐Absätze etc.),
Erschöpfende Sichtung der relevanten Literatur,
Zitierung aktueller Forschungsbefunde,
Zielführende Darstellung der relevanten Theorien und Befunde,
Verdeutlichung des Bezugs der Theorien und Befunde zur eigenen Fragestellung,
Ggf. kritische Reflexion der Befunde,
Bedeutsamkeit der Fragestellung (z.B. praktische Relevanz oder Innovationsgrad),
Logisch korrekte Deduktion der Hypothesen aus den Theorien (bzw. Befunden),
Klarheit der Hypothesenformulierung,
Angemessenheit des Stichprobenumfangs (Generalisierbarkeit etc.),
Beschreibung der Stichprobe hinsichtlich der relevanten Eigenschaften,
Ggf. Aufwand der Datenerhebung,
Auswahl der Erhebungsinstrumente (Validität, Reliabilität, Objektivität etc.)
oder Art der Operationalisierungen,
Konstruktion des Designs (ggf. Kontrollgruppe, Randomisierung, Kontrolle von Störvariablen,
Konfundierungen u.ä., insbesondere Angemessenheit für die Beantwortung der Fragestellung),
Korrekte Auswahl der Datenanalyseverfahren (Passung zur Datenstruktur und Fragestellung),
Ggf. Berücksichtigung der Alpha‐Fehler Kumulierung,
Prüfung der Voraussetzungen der gewählten Analyseverfahren (Umgang bei Verstößen),
Übersichtlichkeit der Ergebnisdarstellung,
Korrekte Interpretation der Analyseergebnisse, korrekte Schlussfolgerungen,
Herstellung des Bezugs zu den Hypothesen und der Fragestellung im Diskussionsteil,
Einbettung der eigenen Befunde in die Gesamtbefundlage,
Kritische Einordnung der eigenen Befunde (Stärken‐Schwächen‐Analyse; Reflexion der internen, externen, statistischen und variablenbezogenen Validität),
Angemessenheit der Ableitungen für die zukünftige Forschung,
Klare Darstellung des Erkenntnisgewinns (bzw. „Lessons Learned“),
Für sich verständliche, pointierte Zusammenfassung.
Folgende Aspekte einer theoretischen Abschlussarbeit werden bewertet:
Einhaltung formeller Aspekte (korrekte Zitierungen, Beschriftungen etc., Umfang der Arbeit),
Einhaltung orthographischer Standards,
Sprachliche Aspekte (Verständlichkeit, Eindeutigkeit, Verwendung von Fachtermini etc.),
Strukturelle Aspekte (sinnvolle Gliederung, Übergänge zw. Kapiteln, Fazits, Übersichtlichkeit),
Erschöpfende Sichtung der relevanten Literatur,
Zitierung aktueller Forschungsarbeiten,
Zielführende Darstellung der relevanten Theorien (u. ggf. Befunde),
Verdeutlichung des Bezugs der Theorien und Befunde zur eigenen Fragestellung*,
Ggf. kritische Reflexion der Befunde,
Bedeutsamkeit der Fragestellung (z.B. praktische Relevanz, Originalität, Aufklärung von Widersprüchlichkeiten),
Logisch korrekte Deduktion der Fragestellung aus den Theorien, Befunden, o.ä.,
Explikation der Fragestellung (Präzision, Beantwortbarkeit**, Wissenschaftlichkeit),
Analytische Vorgehensweise:
Klare Darstellung des Analysegegenstands (Ausgangsannahmen, Voraussetzungen, Rand- u. Rahmenbedingungen, Geltungsbereich, ggf. kurze Abgrenzung zu verwandten Problembereichen),
Interne logische Widerspruchsfreiheit** in allen Schritten der Argumentation,
Externe logische Widerspruchsfreiheit bezüglich bewährter Theorien (z.B. Evolutionstheorie**),
Plausibilität von Schlussfolgerungen,
Angemessenheit von hypothetischen Szenarien, Gedankenexperimenten und realen Fallbeispielen,
Berücksichtigung des Ökonomieprinzips etc. (wenige Annahmen, hoher Gehalt, hoher Differenzierungsgrad)**,
Ggf. empirische Prüfbarkeit** eigener theoretischer Annahmen,
Ggf. Beachtung der Kommensurabilität von Konstrukten bei Theorievergleichen,
Fokussierung auf die Beantwortung der Fragestellung,
Erkennbarkeit des „roten Fadens“ in der Argumentationskette,
Klare Gegenüberstellung von widersprüchlichen Aussagen,
Herstellung des Bezugs der (gedankl.) Ergebnisse zur Fragestellung,
Einbettung der eigenen Ergebnisse in den aktuellen Forschungsstand,
Kritische Einordnung der eigenen Vorgehensweise (Stärken-Schwächen-Analyse),
Kritische Einordnung der eigenen Ergebnisse (Geltungsbereich, Ausgangs-Annahmen),
Agemessenheit der Ableitungen für die zukünftige Forschung,
Klare Darstellung des Erkenntnisgewinns,
Für sich verständliche, pointierte Zusammenfassung
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