Integration dank Spracherwerb - Fünf Jahre Sprachförderung an der Universität in Koblenz

Die erfolgreiche Integration von Migrantinnen und Migranten setzt sehr gute Sprachkenntnisse voraus. Nur damit ist es möglich, zu kommunizieren, soziale Verbindungen aufzubauen und beruflich Fuß zu fassen. Entsprechend rückte das Sprachförderprojekt FUNK der Universität in Koblenz die Themen Sprachdiagnose, Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache im Rahmen seiner Fünfjahres-Feier in den Fokus.

Prof. Dr. Wilhelm Grießhaber zur Sprachddiagnostik. Bild: Universität Koblenz-Landau

Prof. Dr. Wilhelm Grießhaber zur Sprachddiagnostik. Bild: Universität Koblenz-Landau

FUNK steht für den „Fachsprachlichen Förderunterricht an der Universität in Koblenz“. Im Projekt erhalten Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund eine Unterstützung zum Ausbau ihrer fachsprachlichen Kompetenzen. Die Sprach-Fach-Förderung wird nachmittags von speziell geschulten Lehramtsstudierenden durchgeführt und das Projekt wird wissenschaftlich von der Forschungsstelle Wissenstransfer, die am Institut für Germanistik angesiedelt ist, begleitet.

In den vergangenen fünf Jahren wurden rund 500 Schülerinnen und Schüler über das Projekt betreut, die mehr als 30 verschiedene Erstsprachen sprechen. Vor allem Sprachen, die nicht auf das lateinische Alphabet zurückgreifen, führen im Zweitspracherwerb zu großen Schwierigkeiten. Diese zu lösen, gilt im Hinblick auf die aktuelle Migrations- und Flüchtlingssituation als eine der wichtigsten Aufgaben. Des Weiteren können seit diesem Schuljahr im Projekt auch Schülerinnen und Schüler teilnehmen, die aus sozial benachteiligten Familien kommen und das Anrecht auf sogenannte Bildungsgutscheine haben. Entsprechende Schülerinnen und Schüler weisen oftmals ähnliche (fach)sprachliche Probleme auf und werden künftig ebenfalls über FUNK gefördert. Außerdem soll eine Pilotstudie mit der IHK-Akademie Koblenz e.V. Aufschluss darüber geben, wo Probleme beim Erlernen einer ausbildungsspezifischen Fachsprache liegen und wie diesen mit sprachbildenden Maßnahmen entgegen gewirkt werden kann. Denn das Beherrschen der ausbildungsspezifischen Fachsprache ist für eine erfolgreiche Ausbildung unabdingbar. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Studie besuchen begleitend zu ihrer Ausbildung den fachsprachlichen Förderunterricht bei FUNK. Sie nehmen an biographischen Leitfadeninterviews sowie Fokusgruppendiskussionen und einer ethnografischen Feldstudie teil. Auf Grundlage der Ergebnisse sollen besser auf die Auszubildenden zugeschnittene Förderkonzepte entwickelt und umgesetzt werden.

In seinem Vortrag stellte Prof. Dr. Wilhelm Grießhaber von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster die Sprachdiagnostik in den Vordergrund, die als Basis für effektives Fördern gilt. Dabei stellte er zwei schnell einzusetzende Verfahren und deren Handhabung im Schulunterricht vor. C-Tests bestehen aus mehreren kleinen Texten, in denen in gewissen Abständen jeweils die zweite Hälfte eines Wortes entfernt worden ist, die dann von den Testpersonen eingefügt werden soll. Hierüber lässt sich ein Einblick in die sprachliche Kompetenz - Worterkennung, grammatikalische Korrektheit sowie Fachwissen bei Fachtexten - gewinnen. Die Profilanalyse fokussiert sich auf eine elementare Eigenschaft des Deutschen: die besonderen Verbstellungen und Verb- beziehungsweise Satzklammern. Dadurch kann auch hierüber eine Feststellung des Sprachstandes erfolgen.

Während der Feier präsentierten die Förderlehrerinnen Svenja Jumel und Jenny Eisenkolb, wie die Unterrichtsinteraktion und -methodik in ihren jeweiligen Fächern Deutsch und Chemie bei FUNK konkret aussieht.

Insgesamt 45 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter Lehrer, Studierende und Interessierte, verteilten sich am Nachmittag auf die beiden parallel laufenden Workshops. Frank Magnus von der Universität Duisburg-Essen führte in seinem Workshop in die Methode des Scaffolding als sprachfördernde Unterrichtsmaßnahme ein, während Prof. Josef Leisen vom Studienseminar Koblenz Methoden der Sprachförderung am Beispiel eines Werkzeugkastens erarbeitete.

Ansprechpartnerinnen:

Dr. Kerstin Kallass
Geschäftsführerin FUNK
Universität Koblenz-Landau
Campus Koblenz
Universitätsstraße 1
56070 Koblenz

Tel.: 0261 287 2870 (Mo-Fr ab 14:00 Uhr)
E-Mail: funkprojekt@uni-koblenz.de

Dr. Birgit Förg
Leiterin Referat Öffentlichkeitsarbeit
Universität Koblenz-Landau
Campus Koblenz
Universitätsstraße 1
56070 Koblenz

Tel.: 0261 287 1766
E-Mail: foerg@uni-koblenz-landau.de


Datum der Meldung 24.11.2015 16:00
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