Gewässerökologie für Naturschutzpraktiker - Neues Weiterbildungsangebot der Universität Koblenz-Landau

Im Sommersemester 2016 wird die Universität Koblenz-Landau erstmals eine berufliche Weiterbildungsmaßnahme zur Gewässerökologie für Mitarbeiter/innen im haupt- und ehrenamtlichen Naturschutz durchführen.

Naturnahe, strukturreiche Fließgewässer weisen eine große Vielfalt an Tieren und Pflanzen auf. Durch Beton und Stein ihres natürlichen Fließverhaltens beraubte und artenarme Bäche finden sich sogar in ländlichen Regionen. Bilder: Dr. Carola Winkelmann

Naturnahe, strukturreiche Fließgewässer weisen eine große Vielfalt an Tieren und Pflanzen auf. Durch Beton und Stein ihres natürlichen Fließverhaltens beraubte und artenarme Bäche finden sich sogar in ländlichen Regionen. Bilder: Dr. Carola Winkelmann

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Das zweitägige Seminar richtet sich an alle Interessierten, die sich beruflich oder als sachkundige Bürger im Naturschutz mit Fragen des Gewässerschutzes beschäftigen. Das Seminar unter Leitung von Dr. Carola Winkelmann findet am 4. und 5. April 2016 statt, Anmeldeschluss ist der 15. März 2016.

Nicht erst seit Inkrafttreten der EU-Wasserrahmenrichtlinie kurz nach der Jahrtausendwende und ihrer Umsetzung in das Wasserhaushaltsrecht des Bundes und der Länder ist Gewässerschutz in Deutschland ein wichtiges Thema. Die Bilder von massenhaftem Fischsterben in Rhein und Mosel oder Algenblüten und umgekippten Seen in den 1970er und 1980er Jahren sind vielen noch in Erinnerung. Doch seitdem hat sich der Zustand der Gewässer in Mitteleuropa deutlich verbessert; die Zeiten, als solche Katastrophen an der Tagesordnung und Oberflächengewässer oftmals kaum mehr als stinkende Kloaken waren, sind zum Glück Geschichte.

Dennoch ist man von einem flächendeckenden Erreichen des mindestens guten ökologischen Zustands, wie ihn die EU-Wasserrahmenrichtlinie fordert, noch weit entfernt: 2015 werden erst rund 10 Prozent der natürlichen Fluss- und Bachabschnitte so eingestuft, mehr als die Hälfte der Flüsse und Bäche sind erheblich verändert oder künstlich. Und auch neue Gefahren lauern auf die Gewässer: Arzneimittel, hormonell wirksame Substanzen, Nanopartikel und andere Chemikalien, aber auch eingeschleppte invasive Tier- und Pflanzenarten aus anderen Teilen der Erde sowie der Klimawandel machen den Gewässerbiozönosen heute zu schaffen. Regional sind in jüngerer Zeit sogar wieder Verschlechterungen der Wasserqualität zu beobachten.

Der Schutz der Gewässer ist daher nach wie vor eine große umweltpolitische Aufgabe und eine fachliche Herausforderung für alle, die daran mitwirken. Um einen an ökologischen Erfordernissen ausgerichteten, nachhaltigen Gewässerschutz betreiben zu können, bedarf es vertiefter Kenntnisse der ökosystemaren Wechselbeziehungen innerhalb der Wasserkörper sowie zwischen den Gewässern und ihrer Umgebung. „Viele der im Bereich des haupt- und ehrenamtlichen Natur- und Gewässerschutzes tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verfügen zwar über gewässerökologische Grundkenntnisse, doch entspricht dieses Wissen nicht immer dem neuesten Stand von Wissenschaft und Forschung,“ so Dr. Carola Winkelmann, Leiterin der Arbeitsgruppe 'Angewandte Fließgewässerökologie' an der Universität in Koblenz und Initiatorin des neuen Weiterbildungsangebots, mit dem sie diesem Mangel abhelfen möchte.

Ziel des zweitägigen praxisorientierten Seminars, das in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Limnologie e.V. sowie des Gewässerschutzverbands ARGE Nister / Obere Wied e.V. (Westerwald) durchgeführt wird, ist es, haupt- und ehrenamtlich im Naturschutz Tätigen die wichtigsten gewässerökologischen Grundlagen zu vermitteln. Ein solides wissenschaftliches Fundament ist notwendig um in der täglichen Arbeit der Naturschutzpraxis für jeden Einzelfall die wichtigsten Gewässerschutzmaßnahmen zu erkennen.

Das Weiterbildungsangebot wendet sich in erster Linie an hauptamtliche Mitarbeiter/innen von Umweltbehörden, insbesondere in der Naturschutz- und der Wasserwirtschaftsverwaltung, aber auch an haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter/innen von Umwelt-/Naturschutzverbänden sowie an Betriebsbeauftragte für Gewässerschutz in Industrie- und Versorgungsunternehmen.
Das Seminar findet am 4./5. April an der Universität in Koblenz statt, das Teilnahmeentgelt beträgt 240,- €. Anmeldeschluss ist der 15. März 2016. Weitere Informationen gibt es online unter https://www.uni-koblenz-landau.de/de/zfuw oder bei Norbert Juraske unter umwelt@uni-koblenz.de sowie 0261 287-1520.

Ansprechpartner/in:
Norbert Juraske
Universität Koblenz-Landau
Zentrum für Fernstudien und Universitäre Weiterbildung (ZFUW)
Campus Koblenz
Universitätsstraße 1
56070 Koblenz

Tel.: 0261 287 1520
E-Mail: umwelt@uni-koblenz.de

Dr. Carola Winkelmann
Universität Koblenz-Landau
Campus Koblenz
Institut für Integrierte Naturwissenschaften
Universitätsstraße 1
56070 Koblenz

Tel.: 0261 287 2233
E-Mail: cawinkelmann@uni-koblenz.de


Datum der Meldung 19.11.2015 14:30