Landesgartenschau: Lesung mit Preisträgern des Martha-Saalfeld-Literaturpreises

Im Rahmen des Kulturprogramms der Universität auf der Landesgartenschau fand in Kooperation mit dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur im KulturCampus 110 am 16. September eine Lesung mit Preisträgern des Martha-Saalfeld-Literaturpreises der Jahre 2013 und 2014 und einer Nominierten für 2015 statt.

(von links) Robin Baller, Sabrina Albers, Emil Fadel lasen am Martha-Saalfeld-Thementag im KulturCampus 110. Foto: Christine Schön

(von links) Robin Baller, Sabrina Albers, Emil Fadel lasen am Martha-Saalfeld-Thementag im KulturCampus 110. Foto: Christine Schön

 

Der Literaturpreis wird seit 1994 jährlich vergeben und ist nach der Pfälzer Lyrikerin und Romanautorin Martha Saalfeld benannt, die 1898 in Landau geboren und 1976 in Bad Bergzabern gestorben ist. „Eine Literatin, die zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist“, erklärte PD Dr. Anja Ohmer, Leiterin des Zentrums für Kultur- und Wissensdialog (ZKW) in der Einführung in Leben und Werk der Schriftstellerin. „Mit dem Preis soll diesem Vergessen entgegengewirkt werden“. Bei der Auswahl der Nominierungen für den Martha-Saalfeld-Preis sind seit zwei Jahren Studierende im Rahmen einer germanistischen und literaturwissenschaftlichen Lehrveranstaltung der Universität Koblenz-Landau beteiligt. Aus deren Vorauswahl werden bei einer öffentlichen Lesung die Preisträger ermittelt.

Auf der Landesgartenschau trugen die drei Literaten Robin Baller, Sabrina Albers und Emil Fadel nicht ihre Einreichungen zum Wettbewerb vor, sondern wählten Texte frei aus ihrem Werk. So las der in Mainz lebende Robin Baller eine in fünf Kapitel unterteilte Erzählung mit dem Titel „Petrópolis“, in der er Flucht als den einzigen letzten Ausweg thematisiert. Stefan Zweigs Flucht nach Brasilien und am Ende in den Freitod bilden darin die Bezugspunkte der Reflexionen von Ballers jungem Protagonisten. Der 26-jährige Schriftsteller engagiert sich in der Mainzer Literaturszene, wo er zusammen mit den beiden Literaten Christian Simon und Emil Fadel die seit zwei Jahren regelmäßig stattfindende Lesereihe „Textbühne Mainz“ organisiert.

Die aus Speyer stammende junge Schriftstellerin Sabrina Albers las aus ihrem geplanten Erzählband „Der Nebel in mir“. In zwei Erzählungen führte sie das Publikum schonungslos in die Innensicht einer Ich-Erzählerin, die sich in ihren Beziehungen zu definieren sucht und ihre Unfähigkeit zu dauerhafter Bindung reflektiert. Der Lebensrückblick eines sterbenden alten Mannes war das Thema einer dritten Erzählung. Albers ist Mitherausgeberin des Speyerer Literaturmagazins „Kettenhund“, das in diesem Jahr in seiner zweiten Ausgabe erscheint.

Der Mainzer Autor Emil Fadel las zwei Texte. Zum einen eine Traumreise mit immer wieder erschreckenden Szenen, die aber mit einem Ankommen bei sich selbst endet. In seiner zweiten Erzählung stellt er die Frage nach dem Wert von Bildung. Hoffnungslos leidet der Protagonist an der Belanglosigkeit seiner wissenschaftlichen Arbeit und findet keinen Ausweg aus seiner Depression. Neben seinem Engagement für die Mainzer Textbühne ist Fadel Redakteur des Octopus-Magazins, in dem er aus dem aktuellen Literaturschaffen berichtet.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von dem Duo Julian Fliege, Gesang, und Roman Fischer an der Percussion. Die Lesung war ein Teil der beiden Thementage „Martha Saalfeld“ im KulturCampus 110 der Universität Koblenz-Landau auf der Landesgartenschau. Eine weitere Lesung fand am 20. September unter dem Titel „Bergzaberner BuchLese“ statt, bei der Renate Becker ausgewählte Gedichte der Pfälzischen Dichterin vorlas.

Christine Schön

 

Kontakt:
Pressestelle Campus Landau
Kerstin Theilmann
Tel.: 06341 280-32219
E-Mail: theil@uni-koblenz-landau.de


Datum der Meldung 23.09.2015 00:00