Neue Station zu Ökosystemforschung im Eußerthal eröffnet

Die Universität Koblenz-Landau hat eine neue Forschungseinrichtung. Die Forschungsstation „Ökosystemforschung Anlage Eußerthal“ ist am Mittwoch von der Universitätsleitung gemeinsam mit Umweltministerin Ulrike Höfken offiziell eröffnet worden. Die Einrichtung dient der interdisziplinären Forschung über Fließ- und Stillgewässer.

Die neue Forschungsstation liegt in Eußerthal, rund 15 km von Landau entfernt. Foto: Karin Hiller / Universität Koblenz-Landau

Die neue Forschungsstation liegt in Eußerthal, rund 15 km von Landau entfernt. Foto: Karin Hiller / Universität Koblenz-Landau

„Früher wurden hier Fische zum Verzehr gezüchtet. Jetzt werden Forscher im Eußerthal bedrohte Fischarten vermehren und Schüler das Leben im Wasser entdecken“, sagte Höfken. „Hier wird Gewässer- und Artenschutz mit Wissenschaft und Umweltbildung kombiniert und zum Modell für andere Regionen“, sagte Höfken und dankte der Universität, dem Landesfischereiverband Pfalz, der Verbandsgemeinde Annweiler, der Ortsgemeinde Eußerthal sowie den Wasser- und Fischereibehörden für ihr Engagement.

Für Universitätspräsident Professor Dr. Roman Heiligenthal ist die Forschungsstation ein weiterer Schritt der Universität Koblenz-Landau, sich im Bereich Gewässerentwicklung zu positionieren: „Als Forschungs- und Bildungsort, der Wissenschaftler, Studierende und außeruniversitäres Publikum zusammenbringt, schärft die neue Einrichtung das wissenschaftliche Profil „Bildung – Mensch – Umwelt“ der Universität und trägt damit auch zur weiteren Profilbildung bei.“ Professor Dr. Ralf Schulz, Vizepräsident der Universität, informierte über die Ausstattung der neuen Forschungsstation. Dazu zählen zwei Freilandlabore, ein Bruthaus zur Fischaufzucht und mehreren Räumen mit Forschungsaquarien. „Diese Experimentaleinrichtungen werden ergänzt durch das Nature Lab, das als außerschulischer Lernort mit interdisziplinären und nachhaltigkeitsrelevanten Bildungsangebote zum Themenkomplex Gewässer konzipiert ist.“.

Eröffnung Forschungsstation Eußerthal

Umweltministerin Ulrike Höfken und Universitätspräsident Professor Dr. Roman Heiligenthal eröffnen gemeinsam die neue Forschungsstation. Foto: Karin Hiller / Universität Koblenz-Landau

Das Nature Lab ermöglicht ein situationsbezogenes, entdeckendes, offenes und fächerübergreifendes Lernen. Es will für ökologische Zusammenhänge sowie für Natur- und Umweltschutz sensibilisieren. Interaktive Schautafeln, eine Aussichtsplattform, Experimentier- und Erlebnisstationen sowie Übersichtstafeln auf dem Gelände laden dazu ein, sich mit den Themenkomplexen „Wasser als begrenzte Ressource“ und „Fließ- und Stillgewässer“ zu beschäftigen. Auch das Natur Lab hat jetzt seine Arbeit aufgenommen. Das Landauer Eduard-Spranger-Gymnasium ist Kooperationspartner des ersten Projekts.

Die Forschungsarbeiten in der neuen Forschungsstation stehen in einem regionalen Bezug. Wichtige Kooperationspartner sind das Biosphärenreservat Pfälzerwald/Nordvogesen, der Landesfischereiverband Pfalz, die Verbandsgemeinde Annweiler, die Ortsgemeinde Eußerthal, die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd) sowie das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten. Zur weiteren Verknüpfung von Wissenschaft und Biosphärenreservat sind mehrere, auch grenzüberschreitende Projekte in Planung. Im Rahmen der Kooperation zwischen Universität und Umweltministerium sind Projekte zum Artenschutz an Gewässern geplant. Auch soll ein Citizen Science-Projekt ins Leben gerufen werden, bei dem Schülerinnen und Schüler innerhalb eines Schulnetzwerks Messungen zur Gewässerqualität durchführen. In Zusammenarbeit mit der SGD Süd wird ein Fisch-Nachzuchtprogramm realisiert. Die Zucht erfolgt in einem Aquakultursystem auf der Anlage. Die Jungtiere werden später zur Wiederansiedlung und Populationsstärkung in geeigneten Gewässern der Region ausgebracht.

Spatenstich Forschungsstation Eußerthal

Spatenstich für das Projekt "Auenreaktivierung": (v.l.n.r.): Der Eußerthaler Ortsbürgermeister Reinhard Denny, Universitätspräsident Professor Dr. Roman Heiligenthal, Umweltministerin Ulrike Höfken, Vizepräsident Professor Dr. Ralf Schulz und Kurt Wagenführer, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Annweiler. Foto: Karin Hiller / Universität Koblenz-Landau

Unmittelbar nach der Eröffnung der Forschungsstation erfolgte mit dem ersten Spatenstich der Startschuss für das Projekt „Auenreaktivierung“. Aus ehemaligen Fischzuchtteichen entstehen auf dem Gelände zwölf natürliche Teiche, die künftig auch für die Forschung genutzt werden können. Diese Auenreaktivierung dient dem natürlichen Hochwasserschutz sowie dem Wasser- und Stoffrückhalt. Das Projekt wird durch das Landesprogramm „Aktion Blau Plus“ zunächst mit rund 120.000 Euro gefördert. Die Baumaßnahmen sollen bis 2018 abgeschlossen sein.

Homepage der Forschungsstation „Ökosystemforschung Anlage Eußerthal“

 

Kontakt:
Dr. Stefan Stoll
Wissenschaftlicher Leiter des Forschungsstation „Ökosystemforschung Anlage Eußerthal“

E-Mail: eeres@uni-koblenz-landau.de

 

Pressekontakt:
Bernd Hegen
Universität Koblenz-Landau
Präsidialamt Mainz
Tel.: 0 61 31 - 3 74 60 - 34
E-Mail: hegen@uni-koblenz-landau.de


Datum der Meldung 06.10.2016 10:00
zuletzt verändert: 27.10.2016 10:07

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