Transferpreis des Fachbereichs Psychologie erstmals vergeben

Erstmals vergab der Fachbereich 8: Psychologie der Universität in Landau den Transferpreis „Wissenschaft und Gesellschaft“. Die Psychologen zeigen damit, in welch vielfältiger Art die Universität Koblenz-Landau bei gesellschaftlich relevanten Themen mitwirkt. Bei den Preisträgern geht es um Klimawandel, alternative Fakten und Gefühle.

Die Preisträgerinnen und Preisträger des erstmals vergebenen Transferpreises des Fachbereichs Psychologie: (v.l.n.r.): Jun.-Prof. Dr. Tobias Rothmund, Prof. Dr. Tina In-Albon, Prof. Dr. Gerhard Reese, Simone Pfeiffer, Raphael Gutzweiler. Foto:Karin Hiller

Die Preisträgerinnen und Preisträger des erstmals vergebenen Transferpreises des Fachbereichs Psychologie: (v.l.n.r.): Jun.-Prof. Dr. Tobias Rothmund, Prof. Dr. Tina In-Albon, Prof. Dr. Gerhard Reese, Simone Pfeiffer, Raphael Gutzweiler. Foto:Karin Hiller

„Wissenschaft findet nicht hinter verschlossenen Türen statt. Sie ist auch kein Luxusgut, sondern soll – früher oder später – gesellschaftliche Wirkung entfalten", sagt Dr. Katja Pook, Transferbeauftragte des Fachbereichs und Vorsitzende der Jury zur Vergabe des Transferpreises. Der Fachbereich 8: Psychologie der Universität Koblenz-Landau würdigt deshalb mit dem Transferpreis Aktivitäten aus den eigenen Reihen, die wissenschaftliche Erkenntnisse nicht-wissenschaftlichen Gruppen verständlich machen und so dazu beitragen, die Vernetzung von Wissenschaft und Gesellschaft zu verbessern. Der Preis ist mit je 500,- Euro dotiert.

Drei Projekte zeichnete die Jury nun mit dem Transferpreis aus. Zu den Preisträgern zählt Professor Dr. Gerhard Reese. Der Umweltpsychologe ist überzeugt davon, dass Wissenschaft nicht abstrakt und knochentrocken sein muss. „Sie kann auch unterhaltsam sein und ganz konkret greifbar gemacht werden", sagt Reese, der in seinem Science Slam „Ein Herz für den Klimawandel" durch einen humoristisch-ironischen Umgang mit wissenschaftlicher Thematik umweltpsychologische Forschung für ein breites Publikum verständlich macht: Am Nordpol baden zu können und ein Leben ohne gefährliche Eisbären zu führen, seien durchaus erstrebenswerte Seiten des Klimawandels – so der ironisch-überspitzte Ausgangspunkt eines durch umweltpsychologische Forschung gestützten Plädoyers für konkretes umweltbewusstes Verhalten.

Mit „alternativen Fakten" hat sich der Preisträger Juniorprofessor Dr. Tobias Rothmund beschäftigt. Er ist Mitglied einer Forschungsgruppe der Universitäten Koblenz-Landau und Marburg, die in mehreren Studien untersucht hat, wann Menschen besonders empfänglich dafür sind, an „alternative Fakten" zu glauben. Ihre Ergebnisse: Menschen bewerten Fakten selten unvoreingenommen, sondern vor dem Hintergrund individueller Ziele, Bedürfnisse oder motivationaler Zustände. Und je nachdem, wie Fakten kommuniziert werden, können diese motivationalen Einflüsse entweder verstärkt oder abgeschwächt werden. Rothmund stellt fest: „Psychologische Forschung kann einen Beitrag zum Verständnis der Verbreitung und Akzeptanz ‚alternativer Fakten' leisten, indem sie diesen in Zeiten polemisierender Strömungen wissenschaftliche Erkenntnisse entgegenstellt und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich macht."

Dritter Preisträger des Transferpreises ist das Projekt „Umgang mit Gefühlen", ein pfalzweites Präventionsprojekt der Universität Koblenz-Landau und der Pfalzklinikum-Initiative „Die Pfalz macht sich/dich stark – Wege zur Resilienz". Hier lernen Kinder und Jugendliche verschiedene Strategien um mit Gefühlen wie Traurigkeit oder Stress umzugehen. Professorin Dr. Tina In-Albon erläutert: „Die Arbeitsgruppe Klinische Psychologie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters hat ein Präventionsprogramm zum Thema emotionale Kompetenz entwickelt. Im Rahmen eines Kooperationsprojektes mit regionalen Schulen wird das Programm seit 2014 von Bachelorstudierenden der Psychologie unter Betreuung eines Dozierenden in Grund- und weiterführenden Schulen durchgeführt." 2017 nahmen zwölf Schulen mit 57 Klassen und insgesamt zirka 1.200 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 1 bis 10 am Projekt teil. Im Schuljahr 2018/2019 startet der nächste Durchgang. Psychologie-Dozent Raphael Gutzweiler zu den Zielen des Projekts: „Psychische Gesundheit ist eine wichtige gesellschaftliche Herausforderung, vor allem bei besonders verletzlichen Personengruppen wie Kindern und Jugendlichen. Es geht bei unserem Projekt deshalb auch darum, frühzeitig in Prävention zu investieren, um psychischen Störungen vorzubeugen und damit das Gesundheitssystem zu entlasten."

Mehr Informationen über den Transferpreis „Wissenschaft und Gesellschaft" gibt es im Internet unter www.uni-koblenz-landau.de/de/landau/fb8/wissenstransfer-fb8.

Der Transferpreis „Wissenschaft und Gesellschaft“: die Projekte

 

Preisträger 2018: „Umgang mit Gefühlen“ – Universelle Prävention psychischer Störungen an Schulen in Rheinland-Pfalz (Raphael Gutzweiler, Simone Pfeiffer & Prof. Dr. Tina In-Albon)

Preisträger 2018: „Alternative Fakten – Wer glaubt an Sie?“ (Jun. Prof. Dr. Tobias Rothmund)

Preisträger 2018: Science Slam „Ein Herz für den Klimawandel“ (Prof. Dr. Gerhard Reese)

Nominierung 2018: „Öffentlichkeitsarbeit zum Projekt ‚Televised Debates: Das TV-Duell 2017‘“ (Prof. Dr. Michaela Maier)

Nominierung 2018: „Planet Wissen: ‚Vorurteile – Wie sie unser Leben bestimmen‘“ (Prof. Dr. Melanie Steffens)

Nominierung 2018: „Bündnis gegen Depression Landau-Südliche Weinstraße“ (Prof. Dr. Annette Schröder, Dr. Alexandra Zaby)

Nominierung 2018: „Zeitschrift ‚Wissenschaft & Frieden‘“ (Nadine Knab, M.Sc.)

Nominierung 2018: „Kongress 10 Jahre ‚Zeitung lesen macht Azubis fit!‘ (ZeiLe)“ (Dr. Mathias König, Dr. Wolfgang König)

Nominierung 2018: „Der Depression Beine machen“ (Prof. Dr. Annette Schröder, Dr. Jens Heider)

Mehr Informationen unter: www.uni-koblenz-landau.de/de/landau/fb8/wissenstransfer-fb8

 

Kontakt:

Ansprechpartner zum Transferpreis allgemein: Dr. Roland Gimmler, 

E-Mail: , Tel.: (06341) 280-36719

Ansprechpartner „Umgang mit Gefühlen“: Prof. Dr. Tina In-Albon,

E-Mail: In-Albon@uni-landau.de, Tel.: (06341) 280-35639

Ansprechpartner „Alternative Fakten“: Jun.-Prof. Dr. Tobias Rothmund, 

E-Mail: rothmund@uni-landau.de, Tel.: (06341) 280-31304

Ansprechpartner „Science Slam“: Prof. Dr. Gerhard Reese, 

E-Mail: reese@uni-landau.de, Tel.: (06341) 280-31460

 

Pressekontakt:

Universität Koblenz-Landau

Kerstin Theilmann

Tel.: (06341) 280-32219

E-Mail:


Datum der Meldung 14.06.2018 00:00