Absolvent des ZFUW ausgezeichnet

Bertil Kapff, Absolvent des Fernstudiengangs Energiemanagement am Zentrum für Fernstudien und Universitäre Weiterbildung (ZFUW) der Universität Koblenz-Landau, wurde mit dem Dr. Tyczka-Energiepreis prämiert.

Bertil Kapff und Dr. Hans-Wolfgang Tyczka, Unternehmensgründer und Stifter. Bild: Frederick Tyczka-Christoph

Bertil Kapff und Dr. Hans-Wolfgang Tyczka, Unternehmensgründer und Stifter. Bild: Frederick Tyczka-Christoph

Die Auszeichnung erhielt er für seine Masterarbeit zum Thema „Individuelles Entscheidungsverhalten im Rahmen des Emissionszertifikatehandels – Eine empirische Analyse von CO2-Planspielen“. Verliehen wurde der mit 5.000 Euro dotierte Preis von der Technischen Universität München und der Tyczka Energie Stiftung. Die Stiftung vergibt diesen Preis als  Anerkennung der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten auf dem Gebiet der umweltschonenden Energieversorgung.

Kapff befasste sich mit Preis- und Markttheorien im CO2-Emissionsrechtehandel und  nutzte das jährlich an der Universität Koblenz-Landau im Rahmen des weiterbildenden Fernstudienganges Energiemanagement stattfindende „Planspiel Emissionshandel“ zur Erstellung seiner Masterarbeit. An der im Juni 2015 durchgeführten 10. Auflage des Planspiels nahmen 53 Studenten aktiv teil. Die Simulation umfasste sechs Handelsperioden - die Kalenderjahre 2015 bis 2020. Die Teilnahme erfolgte dezentral über eine eigens eingerichtete Internetseite.

Jedem Studenten wurde eine unter den virtuellen Emissionshandel fallende Anlage zugeteilt. Während des Planspiels waren die Teilnehmer  für das Emissionsmanagement dieses Luftverunreinigers zuständig. Dabei mussten sie für jede in ihren Anlagen pro Handelsperiode anfallende Treibhausgasemission ein handelbares Zertifikat bereithalten, um keine Strafzahlungen leisten zu müssen. Ziel des Planspiels war, dass die Studenten unter Verwendung des Zertifikatehandels die anfallenden Emissionen möglichst kostengünstig durch entsprechende Rechte ausgleichen bzw. überschüssige Zertifikate möglichst gewinnbringend verkaufen sollten. Daneben konnten die Teilnehmer ihre Emissionen auch durch anlagenspezifische Minderungsmaßnahmen senken, für deren Durchführung jedoch Investitions- und Betriebskosten anfielen.

Kapff untersuchte, welche Muster sich im individuellen Entscheidungsverhalten der einzelnen Teilnehmer erkennen lassen, und analysierte, inwieweit sich die subjektiven Strategien der Probanden in den Messwerten widerspiegeln. Im Fokus standen dabei die von den Studenten realisierten Minderungsmaßnahmen. Der Preisträger wertete aus, zu welchen Zeitpunkten die Probanden in Minderungsmaßnahmen investierten und in welchem Ausmaß die Teilnehmer auf Preissignale reagierten. Außerdem fokussierte Kapff, inwieweit sich die Einziehung von Auktionen in das Planspieldesign auf das beobachtbare Verhalten der Probanden ausgewirkt hat.

Die Erkenntnisse seiner Masterarbeit gewinnen mit der am 15. Februar 2017 vom EU-Parlament beschlossenen Verschärfung des EU ETS (European Union Emissions Trading Scheme) für die vierte Handelsphase des EU ETS sicher an Bedeutung.

Kapff geht davon aus, dass das Entscheidungsverhalten im Emissionsrechtehandel infolge der ambitionierteren Reduktionsvorgaben zukünftig weiter in den Vordergrund rückt.

 

Ansprechpartner:

Dr. Burkhard Lehmann

Geschäftsführer
Zentrum für Fernstudien und
Universitäre Weiterbildung (ZFUW)
Universität Koblenz-Landau
Campus Koblenz

Universitätsstraße 1

56070 Koblenz

 

Tel.: +49 261287-1503

E-Mail: lehmann@uni-koblenz.de

Internet: www.zfuw.org

 

 

 


Datum der Meldung 10.12.2018 11:50