Hochschulübergreifende Forschergruppe untersucht Auswirkungen veränderter Grubenwassereinleitungen

Die Steinkohleförderung in Deutschland ist im vergangenen Jahr zu Ende gegangen. Dennoch ist es weiterhin nötig, sich mit den ökologischen und wasserwirtschaftlichen Folgen dieses Kapitels der Industriegeschichte auseinander zu setzen.

Das Forscher-Team (v.l.n.r.): Prof. Lothar Kirschbauer (Hochschule Koblenz), Christoph Knobloch, Ruth Minor, Prof. Sylivia Moenickes (alle Hochschule Rhein-Waals), Dr. Tobias Backström, PD Dr. Carola Winkelmann. Bild: Christiane Gandner

Das Forscher-Team (v.l.n.r.): Prof. Lothar Kirschbauer (Hochschule Koblenz), Christoph Knobloch, Ruth Minor, Prof. Sylivia Moenickes (alle Hochschule Rhein-Waals), Dr. Tobias Backström, PD Dr. Carola Winkelmann. Bild: Christiane Gandner

Es zählt zu den sogenannten Ewigkeitsaufgaben der RAG AG, über das Ende des aktiven Bergbaus hinaus die Grubenwässer zu bewirtschaften, um Schäden in der Region wie Senkungen oder Versalzung des oberflächennahen Grundwassers zu vermeiden. Dafür hat die RAG AG ein Grubenwasserkonzept entwickelt, dessen Auswirkungen nun eine interdisziplinäre, hochschulübergreifende Forschungsgruppe der Universität Koblenz-Landau, der Hochschule Koblenz sowie der Hochschule Rhein-Waal in Kleve untersucht.

Um Bergbau betreiben zu können, muss das in die Gruben eindringende Wasser gehoben und abgeleitet werden. Diese sogenannten Grubenwässer sind keine verunreinigten Abwässer, sondern stammen aus Grundwasser, das aus den umliegenden Gesteinsschichten in die Gruben einsickert. Auf dem Sickerweg nimmt das Wasser unter anderem Salze auf und ist aufgrund der Tiefe bis zu 28 Grad Celsius warm.

Werden diese Grubenwässer in Rhein oder Ruhr eingeleitet, können sie sich negativ auf die Wasserorganismen auswirken. Höhere Temperaturen verändern zum Beispiel Verhalten und Entwicklung von Fischen aber auch die Entwicklung der Wirbellosen, die die Nahrungsgrundlage für viele Fische darstellen. Durch höhere Temperaturen können sich daher die Beziehungen innerhalb des Nahrungsnetzes ändern, was die ökologische Qualität der Gewässer reduzieren könnte.

Das Wissenschaftsteam untersucht, ob das neue Grubenwasserkonzept der RAG AG die ökologischen Auswirkungen reduzieren kann. „Um diese komplexe Fragestellung zu bearbeiten, benötigen wir sowohl wasserwirtschaftliche und ökologische Modellsimulationen als auch Verhaltensexperimente mit Fischen und Wirbellosen,“ erklärt PD Dr. Carola Winkelmann, Leiterin des Projekts und Akademische Rätin am Institut für integrierte Naturwissenschaften der Universität Koblenz-Landau. „Nur so sind die möglichen Einflüsse des Grubenwassers auf die Lebensgemeinschaft der Gewässer abzuschätzen.“ Das Projekt wird durch das Forum Bergbau Wasser gefördert und läuft bis 2021.

 

Ansprechpartnerin:

PD Dr. Carola Winkelmann

Universität Koblenz-Landau

Campus Koblenz

Universitätsstraße 1

56070 Koblenz

 

E-Mail: cawinkelmann@uni-koblenz.de,

Tel.: 0261 287 2233

 


Datum der Meldung 20.05.2019 10:00