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Absage des Festakts zur Verleihung der Ehrendoktorwürde an Wolf Biermann am 28. Oktober 2020

Aufgrund der sich zuspitzende Situation in der zweiten Welle der Corona-Pandemie muss der Festakt zur Verleihung der Ehrendoktorwürde an Wolf Biermann am 28. Oktober 2020 abgesagt und in das Jahr 2021 verschoben werden.

Quelle: Wolf Biermann

Quelle: Wolf Biermann

Dies wünscht sich Wolf Biermann in literarisch erstklassiger Weise selbst:

„Meine Frau Pamela und ich hatten immer noch gehofft, dass wir uns regelkonform mit Nasenmaske und Mindestabstand im Auto von der Elbe an den Rhein durchmogeln können.  Aber die Corona-Restriktionen werden jeden Tag schärfer. Hamburg wurde jetzt von unserem Bürgermeister, dem Arzt Dr. Peter Tschentscher, geupgradet zum Risikogebiet.

Auch auf meine Eitelkeiten ist Verlass, ich bin weder zu faul, noch zu müde, geschweige denn wurschtig.  Ich bin vorbereitet auf meinen Beitrag zum Festakt am 28. Oktober.  Ich hätte Ihrer Alma Mater gern – im Sinne des naturalwirtschaftlichen Warenaustausches in den Handelsbeziehungen der Steinzeit, also: Speckseite getauscht gegen Steinbeil, Wolfsgeheul gegen Bärenfell – in Koblenz für meine akademische Ehrung ein paar brauchbare Gedanken geliefert und ein paar neue und alte Lieder.  

Und es freut mein Herz, dass die Uni in Koblenz den Pianisten Christian Beldi engagiert hat für einen Auftritt bei der Ehrenpromotionsfeier. Ich habe mit diesem Virtuosen zwei Lieder für den Festakt vorbereitet, die meine sehr deutsche, meine romantische und revolutionsromantische Tradition erkennbar machen, von Schumann und Eisler. Vom Robert Schumann das Lied Frühlingsfahrt, nach dem Gedicht des Joseph von Eichendorff „Es zogen zwei rüst'ge Gesellen ...“ 

Und das Lied meines Meisters Hanns Eisler zu einem Gedicht, das der exilierte Brecht in California vom Bluessänger Lead Belly genial „klaute“: „Die haltbare Graugans.“  Diese kleine kesse Ballade von der Graugans, die alle ihre Tode wunderbar überlebt, war für Rebellen meiner Sorte in den finsteren Zeiten der DDR-Diktatur eine Art Mantra des Widerstands: Genau so wie die Grey Goose wollten auch wir im Streit mit den totalitären Parteibonzen unkaputtbar sein. Aber pardon, das Krüppelwort „unkaputtbar“ gehörte, schon gar nicht in Ostberlin, zu unserem Jargon. Es wurde populär erst seit der knuffigen Coca-Cola-Reklame in den Jahren nach dem Fall der Mauer.  

Meine Frau Pamela und ich sind entschlossen, den Appell unserer Kanzlerin zur Zweiten Welle der Pandemie ernst zu nehmen. Angela Merkel forderte jetzt, nein, sie beschwor die Deutschen bei ihrem jüngsten Statement mit verdoppelter Dringlichkeit: „Wir sind jetzt in einer sehr ernsten Phase der Corona-Pandemie ... Ich bitte Sie: verzichten Sie auf jede Reise, die nicht wirklich zwingend notwendig ist, auf jede Feier, die nicht zwingend notwendig ist ...“     

Zwingend notwendig aber kann die Ehrenpromotion eines Poeten nicht sein. (…) Ich freue mich auf einen Termin im nächsten Jahr, da könnten wir womöglich ohne alle Pandemieängste und vor allem ohne alle Einschränkungen uns treffen. Dann kommen wir von der Elbe rüber an den Vater Rhein, wo die liebliche Mosel dort das Römerwort „Confluentes fluvii“ gestiftet hat.“ 

Über einen neuen Termin im kommenden Jahr wird die Universität Koblenz-Landau zu gegebener Zeit informieren.

 

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Wolf-Andreas Liebert
Universität Koblenz-Landau

Campus Koblenz
Dekan des Fachbereichs Philologie/Kulturwissenschaften
Universitätsstr. 1

56070 Koblenz

Tel.: 0261-287-2000

Sek.: 0261-287-2001

Email: dekanat2@uni-koblenz.de

WWW: https://www.uni-koblenz-landau.de/de/koblenz/fb2/dekanat

 

 


Datum der Meldung 22.10.2020 00:00