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EU-Projekt PHOTOPUR erfolgreich abgeschlossen: Prototyp für innovative Abwasserreinigung im Weinbau präsentiert

Das Wissenschaftskonsortium „PHOTOPUR“ hat unter der Leitung des Instituts für Umweltwissenschaften an der Universität Koblenz-Landau einen Prototyp entwickelt, der Abwässer im Weinbau reinigt. Dafür haben deutsche und französische Partner drei Jahre lang im Projekt „PHOTOPUR“ des EU-Förderprogramms Interreg V A „Oberrhein“ zusammengearbeitet.

Der Reaktor ist Herzstück des Prototyps. Hier findet die Photokatalyse statt, mit der die Abwässer gereinigt werden. Foto: UKOLD/Paul van Schie

Der Reaktor ist Herzstück des Prototyps. Hier findet die Photokatalyse statt, mit der die Abwässer gereinigt werden. Foto: UKOLD/Paul van Schie

„Dank europäischer Fördermittel kann an der Universität Koblenz-Landau gemeinsam mit europäischen Partnern an exzellenten grenzüberschreitenden Forschungsprojekten mit internationaler Wirkung gearbeitet werden. Damit wollen wir den Oberrhein im globalen Wettbewerb noch besser positionieren und gemeinsam Lösungen für die Region entwickeln“, betonte der rheinland-pfälzische Weinbaustaatssekretär Andy Becht auf der Abschlussveranstaltung am 9. Dezember 2020. Der Abschluss des PHOTOPUR-Projekts ist eingebettet in ein zweitägiges Online-Symposium, das die Behandlung und Bewertung pflanzenschutzmittelbelasteter Abwässer unter Einsatz umweltfreundlicher Technologien zum Thema hat. Expertinnen und Experten stellen noch bis morgen ihre Arbeit und die neuesten Fortschritte auf dem Gebiet vor. 

„PHOTOPUR“ ist ein Projekt der Wissenschaftsoffensive im Rahmen des Interreg A-Programms „Oberrhein“ und wurde mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) mit knapp 500.000 Euro gefördert. Insgesamt standen dem Projekt rund eine Million Euro zur Verfügung.

Ein Ergebnis dieses Projekts ist ein Prototyp, mit dem durch Photokatalyse, einer durch UV-Licht ausgelösten chemischen Reaktion, landwirtschaftliche Abwässer, die Pflanzenschutzmittelrückstände enthalten, gereinigt werden, bevor diese in Oberflächengewässer gelangen können. Mit dem Prototyp hat das Projekt nun eine Möglichkeit entwickelt, um das bei der Reinigung der Pflanzenschutzgeräte anfallende Waschwasser einfach, schnell und umweltfreundlich aufzubereiten. Die Projektpartner zogen auf der Abschlussveranstaltung eine positive Bilanz: Laut der Wissenschaftler könnten nach Kommerzialisierung und anschließendem Einsatz eines solchen Gerätes ein nachhaltiger Beitrag zur Steigerung und zum Erhalt der Wasserqualität geleistet werden.

Das Institut für Umweltwissenschaften an der Universität in Landau beschäftigte sich intensiv mit der Frage, welchen Einfluss Schadstoffe auf die Umwelt haben und wie man den Eintrag solcher Wirkstoffe reduziert, solange auf ihren Einsatz nicht verzichtet werden kann. „Unser Ziel beim Interreg-Projekt ‚PHOTOPUR‘ war es, eine nachhaltige, und umweltfreundliche Lösung zu entwickeln, die im Weinbau einfach einzusetzen und zugleich wirtschaftlich ist“, fassen die Landauer Umweltwissenschaftler und Projektkoordinatoren, Dr. Frank Seitz und Dr. Ricki Rosenfeldt, zusammen. „Das Projekt endet nun mit wertvollen wissenschaftlichen Erkenntnissen und der Demoversion als Ausgangspunkt für die geplante Kommerzialisierung des Systems“, so Seitz weiter.

 Als erster Schritt, um die technologische Weiterentwicklung und damit den Marktreifeprozess voranzutreiben, wurde das Projektkonsortium in ein Technologietransfer-Konsortium überführt. Im neuen Verbund wird nun an weiterführenden Fördermöglichkeiten und mit Partnern aus Industrie und Wirtschaft an der Realisierung gearbeitet. So wird z.B. im Rahmen einer technologischen Weiterentwicklung über ein Online-Prozessmonitoring nachgedacht. „Es soll eine analytische System- und insbesondere Abbauüberwachung ermöglichen und final zu einem vollständig automatisierten Betrieb des Reinigungsprozesses beitragen“, so Jesus da Costa Fernandes, Projektpartner und Experte im Bereich Intelligente Energienetzwerke am Institut für Energiesystemtechnik INES der Hochschule Offenburg.

Partner im Projekt „PHOTOPUR - Photokatalytische Reinigung von pestizidbelastetem Wasser aus dem Weinbau“ waren das Institut für Umweltwissenschaften (iES) der Universität in Landau und das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Rheinpfalz,  das Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS) mit dem Institut de Chimie et Procédés pour l’Énergie, l’Environnement et la Santé (ICPEES) der Université de Strasbourg und das Institut für Energiesystemtechnik (INES) der Hochschule Offenburg.

Hintergrund Interreg A „Oberrhein“

Interreg A ist ein Förderprogramm der Europäischen Union, mit dem die grenzüberschreitende Zusammenarbeit unterstützt wird. Die Projekte, die von den geförderten Einrichtungen kofinanziert werden, decken vielseitige Themengebiete ab und tragen zur Umsetzung einer spezifisch für den Oberrheinraum entwickelten Strategie bei. Das Fördergebiet Oberrhein umfasst die Südpfalz sowie die Verbandsgemeinden Dahn und Hauenstein, Baden-Württemberg, das Elsass und die Nordwestschweiz. Auch Einrichtungen aus angrenzenden Gebieten können sich beteiligen.

 

Kontakt:
iES - Institut für Umweltwissenschaften Landau
Dr. Frank Seitz
E-Mail: seitz@uni-landau.de

Pressestelle Campus Landau
Kerstin Theilmann
Tel.: 06341 280-32219
E-Mail: kerstin.theilmann@uni-landau.de


Datum der Meldung 09.12.2020 18:00