Fallzahl Standort Mainz: 0 (Warnstufe Grün) Maßnahmenkonzept

Fallzahl Standort Koblenz: 1 (Warnstufe Gelb bis: 05.11.2020) Maßnahmenkonzept

Fallzahl Standort Landau: 2 (Warnstufe Gelb bis: 06.11.2020) Maßnahmenkonzept

Campus Landau wird eine tragende Säule für die zukünftige Rheinland-Pfälzische Technische Universität

Die Funktions- und Strategiefähigkeit des Campus Landau für die künftige Rheinland-Pfälzische Technische Universität ist sichergestellt. Diese Zusage hat die Vizepräsidentin der Universität Koblenz-Landau, Prof. Dr. Gabriele E. Schaumann, gestern von Staatssekretär Dr. Denis Alt aus dem Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur im Rahmen des Auftakts eines umweltwissenschaftlichen Forschungsexperiments des DFG-geförderten Graduiertenkollegs SystemLink erhalten.

Unter Beisein von Staatssekretär Dr. Denis Alt (Mitte, mit Vizepräsidentin Prof. Dr. Gabriele E. Schaumann und SystemLink-Sprecher Prof. Dr. Ralf Schulz, rechts) startete gestern ein innovatives Umwelt-Forschungsprojekt. Foto: Kerstin Theilmann

Unter Beisein von Staatssekretär Dr. Denis Alt (Mitte, mit Vizepräsidentin Prof. Dr. Gabriele E. Schaumann und SystemLink-Sprecher Prof. Dr. Ralf Schulz, rechts) startete gestern ein innovatives Umwelt-Forschungsprojekt. Foto: Kerstin Theilmann

SystemLink ist Ausdruck der dynamischen Entwicklung des interdisziplinären Forschungsbereichs „Umwelt” am Campus Landau, der neben „Bildung“ und „Mensch“ einer der drei Profilbereiche des Uni-Standortes in der Südpfalz ist. „Mit der in diesen drei Profilbereichen gewachsenen Forschungsstärke wird der Campus Landau eine tragende Säule für die zukünftige Rheinland-Pfälzische Technische Universität bilden“, so Staatssekretär Alt.

In dem Projekt untersuchen die Doktorandinnen und Doktoranden von SystemLink, wie Landökosysteme auf Veränderungen in Gewässern reagieren. Das gestern gestartete Experiment ist ein Herzstück des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit 4,5 Millionen Euro geförderten Graduiertenkollegs „Crossing Boundaries: Propagation of In-Stream Environmental Alterations to Adjacent Terrestrial Ecosystems” (SystemLink). „Für das zukünftige Management von Gewässern sind diese bislang offenen Fragen gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels von großer Bedeutung, da intakte Gewässerlandschaften einen wesentlich besseren Beitrag zur Selbstreinigung leisten und auch eine höhere Biodiversität beherbergen“, erklärte Prof. Dr. Ralf Schulz, Sprecher von SystemLink. Ein wesentlicher Baustein für die erfolgreiche Einwerbung dieses Graduiertenkollegs ist die interdisziplinäre Aufstellung des Fachbereichs 7: Natur- und Umweltwissenschaften am Campus Landau. „Durch das Miteinander seiner Fächer und durch seine gezielte Berufungsstrategie konnte der Fachbereich seine Forschung erfolgreich auf zwei fächerübergreifende Themenbereiche hin entwickeln: Die MINT-Fachdidaktik und die Umweltwissenschaften“, so Prof. Dr. Klaus Schwenk, Dekan des Fachbereichs 7. So zeichnet sich das Graduiertenkolleg durch ein ausgeklügeltes Betreuungs- und Teamkonzept aus: Die Doktorandinnen und Doktoranden verschiedener Fachrichtungen bearbeiten im Team gemeinsame Fragestellungen. Dabei werden sie wiederum von Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen betreut. „Dadurch lernen die angehenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von Anfang an, nicht nur über ihren Tellerrand hinauszuschauen, sondern auch das Denken und Forschen verschiedener Disziplinen hautnah zu erleben, zu verstehen und in ihre eigene Forschung zu integrieren“, so Schulz.

Die Umweltwissenschaften sind ein Beispiel für die Forschungsbereiche des Campus Landau, bei denen sich bereits jetzt Kooperationspotenziale mit Kaiserslautern abzeichnen, die der neuen Technischen Universität ein umfassendes zukunftsweisendes Profil für die Gesellschaft verleihen können. „SystemLink ist Ausdruck der dynamischen Entwicklung der Umweltwissenschaften am Campus Landau der Universität Koblenz-Landau. Gemeinsam mit der Expertise in Kaiserlautern können sie in der zukünftigen Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität einen Leuchtturm in der Nachhaltigkeitsforschung aufbauen“, erklärt Schaumann, als Vizepräsidentin am Campus Landau zuständig für die Entwicklung des Standortes hin zur Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität. „Insbesondere die international ausgewiesene interdisziplinäre, umwelt- und gesellschaftswissenschaftliche Expertise des Campus Landau und die starke Lehrer- und Lehrerinnenbildung werden eine tragende Säule der zukünftigen Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität bilden. In der trinationalen Metropolregion Oberrhein ist Landau zudem ein wichtiger Akteur für Rheinland-Pfalz. Wir wollen die Forschungsstärke des Campus Landau erhalten und ausbauen, damit sich zusammen mit dem Standort Kaiserslautern eine innovative, konkurrenzfähige und attraktive Technische Universität entwickeln kann“, erklärte Staatssekretär Alt. 

„Die Sorge um die Sicherstellung der Gelingensbedingungen für die Strukturreform, insbesondere deren Finanzierung in Zeiten knapper Ressourcen, ist in Kaiserslautern, Koblenz und Landau präsent. Genauso präsent ist auch das Interesse der Standorte, zum Erfolg der Strukturreform aktiv beizutragen“, betonte Schaumann. „Wir hoffen und vertrauen darauf, dass sich die Universitätsstandorte und das Wissenschaftsministerium in einem sachorientierten Dialog auf einen gemeinsamen Umsetzungsplan verständigen, der das Gesamtvorhaben zum Erfolg führt“.

Den gestrigen Besuch des Staatssekretärs sieht Schaumann als Ausdruck der Wertschätzung des Wissenschaftsministeriums für die Umweltwissenschaften und die Forschung am Campus Landau. „Uns ist sehr wohl bewusst, dass das Ziel des Landes, mit der Strukturreform alle drei Standorte zu stärken, einer großen Kraftanstrengung bedarf und wir wissen es zu schätzen, dass wir hierbei auf die Unterstützung von Land und Ministerium bauen können“, so Schaumann.

Für den Standort Landau, der offiziell ab 1. Januar 2023 zusammen mit dem Standort Kaiserslautern als Rheinland-Pfälzische Technische Universität an den Start gehen wird, müssen ebenso wie für den Standort Koblenz noch Details der Ressourcenverteilung geklärt werden. Der Campus Landau hat sich in den vergangenen Jahren dynamisch entwickelt und hat mehrere koordinierte Großprojekte bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eingeworben. Er ist in einer Reihe von Schwerpunktprogrammen und standortübergreifenden Forschungsprojekten aktiv und mit Universitäten in Deutschland und international vernetzt. „Die Reform soll Landau in die Lage versetzen, diese Potenziale auszubauen, um als treibende Kraft zusammen mit dem Standort Kaiserslautern die neue Technische Landesuniversität zu prägen“, ergänzte Staatssekretär Alt.

Kontakt:
Pressestelle Campus Landau
Kerstin Theilmann
Tel.: 06341 280-32219
E-Mail:

 

Hintergrund: Universität Koblenz-Landau

Die Universität Koblenz Landau gehört als zweitgrößte Universität des Landes Rheinland-Pfalz zu den jüngsten Universitäten in Deutschland. Seit ihrer Gründung im Jahr 1990 hat sie sich zu einer mittelgroßen, forschungsorientierten Universität entwickelt. Das Studienangebot reicht von den Bildungs-, Geistes-, Kultur-, Sozial- und Naturwissenschaften über die Informatik in Koblenz und die Psychologie in Landau. Als einzige Universität in Rheinland-Pfalz bietet sie Lehramtsstudiengänge für alle Schularten an. Im Februar 2019 hat die rheinland-pfälzische Landesregierung beschlossen, den Campus Koblenz als eine eigenständige Universität zu etablieren und den Campus Landau mit der TU Kaiserslautern zusammenzuführen, um eine Rheinland-Pfälzische Technische Universität zu schaffen.

Die Zahl der Studierenden an der Universität Koblenz-Landau hat sich gegenüber den anderen Landesuniversitäten im letzten Jahrzehnt überdurchschnittlich erhöht. Inzwischen sind rund 17.000 Studierende eingeschrieben, davon etwa die Hälfte jeweils in Koblenz und in Landau. An der Universität wird knapp die Hälfte aller Lehrerinnen und Lehrer in Rheinland-Pfalz ausgebildet, aber auch fachliche und interdisziplinäre Studiengänge in der Informatik oder Mensch und Umwelt sind stark nachgefragt. In der Forschung hat die Universität ebenfalls ausgewiesene Erfolge vorzuweisen, unter anderem in koordinierten Förderprogrammen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Insbesondere im DFG-Ranking der Bildungs- und Erziehungswissenschaften belegte die Universität Koblenz-Landau den ersten Platz. 

 

 

Hintergrund: Neustrukturierung von Hochschulstandorten in Rheinland-Pfalz

Die Landesregierung hat sich auf Grundlage des Koalitionsvertrags das Ziel gesetzt, die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit der Hochschulen zu steigern, neue Dynamiken für das Wissenschaftsland Rheinland-Pfalz zu entfalten und die Attraktivität von Rheinland-Pfalz als Studien- und Wissenschaftsstandort zu erhöhen. Hierzu gehörte auch eine Analyse und Bewertung der Chancen und Potentiale des Hochschul- und Wissenschaftsstandorts Rheinland-Pfalz durch eine unabhängige, wissenschaftsgeleitete Expertenkommission, die das Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur (MWWK) beauftragt hat. Der Expertenbericht wurde im April 2018 vorgelegt, im Zentrum der Empfehlungen standen u. a. die regionale Verankerung der Hochschulen, die Attraktivität von Forschung und Lehre - auch im Hinblick auf Exzellenz- und Spitzenforschung, die strategische Hochschulentwicklung, die Förderung kooperativer Promotionen sowie die Querschnittsaufgaben Gleichstellung, Internationalisierung und Digitalisierung.

Aus dem Expertenbericht hat das MWWK eine Initiative zur Neustrukturierung der Universität Koblenz-Landau und der Technischen Universität Kaiserslautern abgeleitet. Am 12. Februar 2019 entschied der rheinland-pfälzische Ministerrat diese Neustrukturierung bis Ende 2022 durchzuführen. Es gab vorbereitende Gespräche mit den beiden betroffenen Universitäten. Am 5. März 2020 hatte die Universität Koblenz-Landau schriftlich eine Eingabe auf der Arbeitsebene für die Vorbereitung des Gesetzesentwurfs durch das MWWK gemacht. Der Ministerrat hat in seiner Sitzung am 12. Mai 2020 das Vorhaben bestätigt und einen entsprechenden Gesetzesentwurf des MWWK an den Landtag zur parlamentarischen Beratung zugeleitet (Drucksache 17/11838). Er sieht die Verselbstständigung der Universität in Koblenz und die Zusammenlegung der Campus in Kaiserslautern und Landau zur Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität (RPTU) zum 1. Januar 2023 vor. Der Verwaltungsstandort Mainz der Universität Koblenz-Landau wird zum 31. Dezember 2024 aufgelöst. Der Landtag hat in einer Plenarsitzung am 27. Mai 2020 den Gesetzesentwurf zum ersten Mal beraten.

 

 

Verstetigung der Hochschulpaktmittel durch die Hochschulinitiative für gutes Studium und gute Lehre in Rheinland-Pfalz

Am 6. Juni 2019 haben sich Bund und Länder auf den „Zukunftsvertrag Studium und Lehre stärken“ verständigt. Damit wird der bisher zeitlich befristete Hochschulpakt 2020 abgelöst und verstetigt. Für den Zukunftsvertrag stehen bis 2023 jährlich 3,8 Mrd. Euro und ab 2024 jährlich 4,1 Mrd. Euro zur Förderung von Studium und Lehre durch Bund und Länder zur Verfügung. 

Durch die „Hochschulinitiative für gutes Studium und gute Lehre“ in Rheinland-Pfalz werden den 11 staatlichen Hochschulen in Rheinland-Pfalz ab 2021 dauerhaft 140 Mio. Euro zur Verfügung stehen. 750 bisher befristete Stellen an den Hochschulen können ab 2021 in Dauerstellen überführt werden. Die Universität Koblenz-Landau erhält hiervon im Jahr 2021 23,5 Mio. Euro, 2022 22,9 Mio. Euro und 2023 22,6 Mio. Euro. Zum Vergleich: In den Jahren 2017 bis 2019 erhielt die Universität Koblenz-Landau im Schnitt 25 Mio. Euro der Hochschulpaktmittel in Rheinland-Pfalz.

 


Datum der Meldung 16.07.2020 00:00