Fallzahl Standort Mainz: 0 (Warnstufe Grün) Maßnahmenkonzept

Fallzahl Standort Koblenz: 0 (Warnstufe Grün) Maßnahmenkonzept

Fallzahl Standort Landau: 1 (Warnstufe Gelb bis: 01.02.2021) Maßnahmenkonzept

Bessere Klimapolitik durch Geschlechtergerechtigkeit?!

Den Klimanotstand in Koblenz rief die Stadt Koblenz 2019 aus und beschloss 33 Maßnahmen für den Klimaschutz. In der internationalen Klimapolitik ist anerkannt, dass Klimawandel und Klimapolitik keinesfalls geschlechtsneutral sind.

Spannende Online-Diskussion zum Thema Geschlechtergerechtigkeit in der Klimapolitik

Spannende Online-Diskussion zum Thema Geschlechtergerechtigkeit in der Klimapolitik

Dies findet in der nationalen Klimapolitik bisher wenig Beachtung. Daher beleuchtete Dr. Immanuel Stieß vom Institut für sozial-ökologische Forschung in Frankfurt am Main in seinem Online-Vortrag und einer anschließenden Podiumsdiskussion mit ihm, Detlev Pilger, Mitglied im Bundestagsausschuss für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie Mitglied im Stadtrat Koblenz, Dr. Michaela Schlich, Leiterin des Fachgebiets Ernährungs- und Verbraucherbildung der Universität in Koblenz, sowie Lena Etzkorn, Sprecherin des Kreisvorstandes der Grünen Koblenz, entsprechende Aspekte.

In seinem Impulsvortrag stellte Stieß sein Forschungsprojekt „Interdependente Genderaspekte der Klimapolitik. Gendergerechtigkeit als Beitrag zu einer erfolgreichen Klimapolitik“ vor, das das Umweltbundesamt (UBA) beauftragt hat. Stieß betonte, Klimawandel und Klimapolitik seien nicht gender-neutral. Auch in den nördlichen Staaten der Welt könnte die Genderperspektive Impulse für eine gerechtere Klimapolitik geben. Die Treffsicherheit klimapolitischer Maßnahmen könne durch Berücksichtigung der Diversität von Bedürfnissen und Lebenssituationen - geschlechtsspezifisch, aber auch bezogen auf Alter, Einkommen, Haushaltsorganisation und Wohnstandard - optimiert werden. Da die Bereiche von Planung und Maßnahmenumsetzung zu Klimaschutz und Klimaanpassung wie zum Beispiel Bau oft männlich dominiert werde, sollte die Gender-Expertise hier stärker eingebunden werden.

In der Diskussionsrunde mit Lena Etzkorn, Detlev Pilger und Dr. Michaela Schlich wurde deutlich, dass Genderfragen bisher keine Berücksichtigung in der Entwicklung von klimapolitischen Maßnahmen für die Stadt Koblenz spielen. Etzkorn begründete dies damit, dass Klimapolitik und Genderpolitik in Koblenz getrennt betrachtet und sich die 33 Maßnahmen des Klimanotstands auf die dringlichsten Bereiche zur Treibhausgasreduzierung in Koblenz konzentrieren.

Detlev Pilger verdeutlichte daraufhin, dass die Berücksichtigung von Genderfragen und Geschlechtergerechtigkeit im Umweltbundesamt bereits selbstverständlich seien. Auf lokalpolitischer Ebene sei es jedoch sehr viel schwieriger, diese konkret in Maßnahmen einzubinden – als Beispiel nannte er den Ausbau des Koblenzer Radverkehrsnetzes. Gute Klimapolitik sei jedoch immer auch eine Frage nach sozialer Gerechtigkeit und damit auch nach Geschlechtergerechtigkeit. In diesem Zusammenhang wurde offensichtlich, dass in den 33 Maßnahmen des Klimanotstands der Bildungsbereich vollkommen außer Acht gelassen wurde.

Für Dr. Michaela Schlich ist Bildung und die Vermittlung von Alltagskompetenzen jedoch der Schlüssel für erfolgreichen Klima- und Umweltschutz. Sie wies darauf hin, dass 40 bis 50 Prozent der Treibhausgasemissionen durch die privaten Haushalte erzeugt werden. Daher sollte Bildung für umweltfreundlichen und ressourcenschonenden Verbrauch bereits im Kindergarten und in der Schule ansetzen.

Zum Abschluss der Diskussionsrunde betonte Dr. Immanuel Stieß, dass für eine gute und erfolgreiche Klimapolitik technische Lösungen mit sozialen Fragen einhergehen müssen. Denn über kurz oder lang steht die Klimapolitik vor der Herausforderung, Antworten für die notwendige Transformation zur Erreichung der Klimaziele von Paris 2015 geben zu müssen. Stieß bedankte sich Abschließend für die Einblicke in die kommunale Politik. Er betonte nochmals die Notwendigkeit und den Mehrwert, Gleichstellungsbeauftragte und auch Expertinnen und Experten zur Sensibilisierung für dieses Thema stärker in die lokale Klimapolitik einzubeziehen.

Die Veranstaltung wurde vom Frauenbüro der Universität in Koblenz in Kooperation mit dem Koblenzer Institute for Social & Sustainable Oikonomics (ISSO), der Gleichstellungsstelle der Stadt Koblenz sowie der Scientists for Future Regionalgruppe Koblenz/ Remagen (S4F) durchgeführt. Die Veranstaltung wurde aufgezeichnet und kann auf dem Youtube-Kanal Studiyoo unter

https://www.youtube.com/watch?v=wzSvQ5TeX74&feature=youtu.be

aufgerufen werden.

 

Ansprechpartnerin:

Andrea Hauswirth

Universität Koblenz-Landau

Campus Koblenz

Universitätsstr. 1

56070 Koblenz

 

E-Mail: hauswirth@uni-koblenz.de

 

 

 


Datum der Meldung 14.12.2020 00:00