Dem Meister zum Geburtstag: Chor und Orchester der Universitätsmusik Landau nehmen Beethoven-Stück asynchron auf

In einem gemeinsamen Projekt haben der Chor und das Orchester der Universitätsmusik am Campus Landau ein Stück von Ludwig van Beethoven aufgenommen. Anlass ist der 250. Geburtstag des Komponisten im Jahr 2020. Die Aufnahme des „Kyrie“ (Messe op. 86) fand asynchron statt: Der Part jeder Musikerin und jedes Musikers wurde einzeln aufgezeichnet und später zu einem Stück zusammengefügt.

Im Jahr 2020 feiert Ludwig van Beethoven seinen 250. Geburtstag. Das genaue Geburtsdatum ist nicht bekannt, getauft wurde der Komponist am 17. Dezember 1770 in Bonn.

Im Jahr 2020 feiert Ludwig van Beethoven seinen 250. Geburtstag. Das genaue Geburtsdatum ist nicht bekannt, getauft wurde der Komponist am 17. Dezember 1770 in Bonn.

Für gewöhnlich sitzen und stehen die Musikerinnen und Musiker im Chor und im Orchester bei ihren Proben und Auftritten dicht beieinander, den Blick auf die Dirigentin oder den Dirigenten gerichtet. Sie musizieren gemeinsam und synchron. Ein Szenario, das unter Corona-Bedingungen derzeit unmöglich ist. Die Universitätsmusik am Campus Landau unter der Leitung von Universitätsmusikdirektor Dr. Olaf Meyer hat daher neue, digitale Wege eingeschlagen: Die Proben und Aufnahmen zum „Kyrie“ aus Ludwig van Beethovens Messe op. 86 fanden asynchron statt.

Alle der über 60 mitwirkenden Sängerinnen und Sänger, Musikerinnen und Musiker übten ihre Parts zu Hause ein und nahmen sie auch selbst auf. Eine besondere technische Ausstattung ist dazu nicht notwendig“, erläutert Olaf Meyer. „Die meisten Mitwirkenden haben zur Aufnahme ihre Smartphones benutzt. Man setzt sich einen Kopfhörer auf, über den man eine sogenannte Übe-Datei mit dem vorgegebenen Takt hören kann, hält sich das Telefon vor das Gesicht, und es kann losgehen.“ Die Übe-Dateien hat Meyer mit der Hilfe musikbegeisterter Unterstützerinnen und Unterstützer der Landauer Universitätsmusik erstellt, viele von ihnen sind Alumni der ehemaligen Musik-Studiengänge in Landau. Sie haben den Ensemble-Mitgliedern per Video-Tutorial auch Hilfestellung beim Einstudieren ihrer Parts gegeben.

Die einzelnen Aufnahmen landeten dann auf Meyers Computer, wo er sie zu einer fertigen Aufnahme zusammengefügt hat. „Musikstücke zu Hause aufzunehmen ist natürlich nicht immer leicht“, erklärt Meyer. „Manche Mitwirkenden wohnen in einer WG, da tut man sich vielleicht mit dem lauten Singen schwer. Oder es gibt Störgeräusche: Vom bellenden Hund bis zum schreienden Kind ist alles dabei.“ Bei der Nachproduktion am Computer lassen sich solche Faktoren jedoch gut beheben, besonders weil jeder Part als eine separate Aufnahme vorliegt. Olaf Meyer: „Versingt sich jemand an einer Stelle, kann man dort die Lautstärke ein wenig reduzieren, besonders starke Instrumente kann man hervorheben und so insgesamt einen tollen Klang hinbekommen.“

Wie gut das aktuelle Projekt der Landauer Universitätsmusik gelungen ist, davon kann man sich online überzeugen. Die Aufnahme des „Kyrie“ steht auf der Seite der Universitätsmusik unter dem folgenden Link zum Download und zum Anhören bereit: http://uni-ko-ld.de/beethoven.

Die Covd-19-Pandemie treibt die Digitalisierung auch in der Musik stark voran. Neben asynchronen Formaten ermöglichen schnelle Server und Internetverbindungen gepaart mit moderner Software sogar das synchrone Musizieren in kleinen Gruppen. Die technischen Möglichkeiten begeistern Universitätsmusikdirekter Olaf Meyer, aber das Erleben von Musik, miteinander und vor Ort, können sie nicht ersetzen: „Wenn digital zusammen musiziert wird, egal ob asynchron oder synchron, dann fehlen die Feinheiten der musikalischen Kommunikation. Der unmittelbare Kontakt, das wechselseitige Aufeinander-eingehen fallen weg. Das nimmt dem ganzen Prozess ein wenig die Seele“, sagt Meyer.

An Auftritte der Ensembles der Landauer Universitätsmusik ist auf absehbare Zeit nicht zu denken, sehr zu seinem Bedauern: „Bei einem Konzert ist die Hütte voll: Freunde und Eltern sind da. Diese besondere Stimmung verpufft im digitalen Raum.“ Die asynchrone Aufnahme sei aber eine Möglichkeit, den Beteiligten dennoch das besondere Gefühl zu geben, an einem gemeinsamen Projekt mitgewirkt zu haben.

Im laufenden Wintersemester arbeiten der Universitätsmusikdirektor, die Ensembles und die zahlreichen Unterstützerinnen und Unterstützer an neuen, asynchronen Projekten, unter anderem an einem Stück für Chor und Orgel.

 

Ansprechpartner Öffentlichkeitsarbeit

Dr. Sven Müller

Universität Koblenz-Landau

Referat 12: Öffentlichkeitsarbeit

Telefon: 06131/37460-69

E-Mail: svmueller@uni-koblenz-landau.de


Datum der Meldung 17.12.2020 08:00
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