DFG bewilligt Emmy Noether-Forschungsgruppe zur Ausgrenzungsforschung

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat eine Emmy Noether-Forschungsgruppe am Campus Landau bewilligt. Die neue Forschungsgruppe um Jun.-Prof. Dr. Selma Rudert wird sich der Erforschung von Ausgrenzungsentscheidungen in sozialen Kontexten widmen. Die DFG fördert die Arbeit der Sozialpsychologin über einen Zeitraum von sechs Jahren mit rund 900.000 Euro.

Warum und wann grenzen Menschen andere aus? Diese Frage steht im Fokus der neuen Emmy-Noether-Forschungsgruppe am Campus Landau. Foto:Colourbox.de

Warum und wann grenzen Menschen andere aus? Diese Frage steht im Fokus der neuen Emmy-Noether-Forschungsgruppe am Campus Landau. Foto:Colourbox.de

Konkret wird die Forschungsgruppe untersuchen, wie zielgerichtete Ausgrenzungsentscheidungen zustande kommen. Dass Menschen andere ausgrenzen, ist ein allgegenwärtiges Verhalten und kann in vielen Bereichen auftreten. Bislang lag der Fokus der sozialen Ausgrenzungsforschung meist darauf, wie Menschen darauf reagieren, aus unklaren Gründen ausgegrenzt zu werden. Die situativen Einflüsse sozialer Ausgrenzung, warum und wann sich Menschen dazu entscheiden, andere auszuschließen, sind noch wenig untersucht. 

In den kommenden sechs Jahren wird sich die „Emmy Noether-Forschungsgruppe zur situierten Ausgrenzungsentscheidungen“ der Weiterentwicklung des von Sozialpsychologin Rudert entwickelten „Situated Ostracism Model“ (SOM) widmen, das zielgerichtete Ausgrenzungsentscheidungen erklären hilft. Die Vorhersagen des SOM werden nun empirisch geprüft, das Modell weiter ausgebaut. Drei Hauptfragen stehen im Fokus: welche unterschiedlichen Situationen und Kontextfaktoren bedingen zielgerichtete Ausgrenzungsentscheidungen, wann grenzen Menschen andere Personen aus, anstatt alternative Verhaltensweisen zu wählen und wie beeinflussen unterschiedliche Ausgrenzungserfahrungen die Reaktionen der ausgegrenzten Person? Die Forschungsgruppe will zur Theoriebildung und Forschungspraxis in der Ausgrenzungsforschung sowie zu sozialen Interaktionen beitragen. 

Selma Rudert ist Juniorprofessorin für Sozialpsychologie am Campus Landau. In ihrer Forschung befasst sich Rudert mit sozialer Ausgrenzung, sozialen Norman und moralischem Urteil.
Selma Rudert ist Juniorprofessorin für Sozialpsychologie am Campus Landau. In ihrer Forschung befasst sich Rudert mit sozialer Ausgrenzung, sozialen Norman und moralischem Urteil. Foto: privat
Selma Rudert ist seit 2018 Inhaberin der Juniorprofessur für Sozialpsychologie am Campus Landau. Sie studierte Psychologie an der Universität Mannheim (2006-2012) und verbrachte ein Auslandssemester an der Bond University (Australien). Nach ihrem Studium wechselte sie für die Promotion (2016) an die Universität Basel und forschte 2015 als Gastwissenschaftlerin an der Purdue University (USA). In ihrer Forschung befasst sich Rudert mit sozialer Ausgrenzung, sozialen Normen und moralischem Urteil.

 

Das Emmy Noether-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft eröffnet besonders qualifizierten jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Möglichkeit, sich durch die eigenverantwortliche Leitung einer Nachwuchsgruppe über einen Zeitraum von sechs Jahren für eine Hochschulprofessur zu qualifizieren.

 

 

Kontakt:
Campus Landau, Fachbereich 8: Psychologie
Jun.-Prof. Dr. Selma Rudert
E-Mail:

Pressestelle Campus Landau
Kerstin Theilmann
Tel.: 06341 280-32219
E-Mail:

 


Datum der Meldung 22.06.2021 00:00