Nachlass von Martha Saalfeld geht an die Universität Koblenz-Landau

Die Universität Koblenz-Landau erhält den Nachlass und die Rechte der Lyrikerin und Romanschriftstellerin Martha Saalfeld. Zum 45. Todestag der Literatin hat die Ike und Berthold Roland-Stiftung Mannheim, bisherige Nachlassverwalter, darüber hinaus auch die Rechte des literarischen Werkes von Saalfelds Mann Werner vom Scheidt sowie seine Illustrationen von Saalfelds Werk an die Universität übertragen.

Martha Saalfeld als Kaltnadelradierung von Werner von Scheidt, Werksverzeichnis Nr. 721 (Keine Jahresangabe). © Oliver Roland

Martha Saalfeld als Kaltnadelradierung von Werner von Scheidt, Werksverzeichnis Nr. 721 (Keine Jahresangabe). © Oliver Roland

Der Nachlass umfasst auch unveröffentlichte Werke der 1898 in Landau geborenen und 1976 in Bad Bergzabern verstorbenen Schriftstellerin. Das Zentrum für Kultur- und Wissensdialog (ZKW) der Universität in Landau wird Saalfelds Werk neu herausgeben. Vorgesehen sind auch künstlerische Umsetzungen in Form von Lesungen, Poetry Clips, Video- und Theaterinszenierungen. Die Universität Koblenz-Landau plant die Einrichtung einer Martha-Saalfeld-Forschungsstelle. Ehrenpräsidenten sollen Dr. Berthold Roland und Oliver Roland von der Ike und Berthold Roland-Stiftung werden. Diese fördert Künstler und kulturelle Einrichtungen von Rheinland-Pfalz.

Martha Saalfeld und ihr literarisches Werk sind an der Universität in Landau seit vielen Jahren präsent. ZKW-Leiterin Prof. Dr. Anja Ohmer setzt sich seit 2007 mit dem Wirken der Künstlerin auseinander. Die Schriftstellerin Martha Saalfeld hatte ein Schreibverbot der Nationalsozialisten. Unter Künstlern wurde sie in ihrer Zeit sehr geschätzt. Stefan Zweig, Hermann Hesse und Elisabeth Langässer waren große Verehrer ihrer Literatur. „Leider ist Martha Saalfeld heute - wie viele Schriftstellerinnen dieser Zeit - in Vergessenheit geraten. Wir möchten das ändern, ihr Werk der Allgemeinheit und der Forschung präsentieren und ihr die Anerkennung verschaffen, die sie verdient hat“, unterstreicht Ohmer. 

Nach Martha Saalfeld ist der rheinland-pfälzische Förderpreis benannt, mit dem das Land Autorinnen und Autoren bei der Realisierung eines noch nicht abgeschlossenen literarischen Projekts unterstützt. Seit 1994 vergibt das Land den mit insgesamt 10.000 Euro dotierten Martha-Saalfeld-Förderpreis, seit 2014 in Kooperation mit der Universität Koblenz-Landau. Im Rahmen eines Seminars des Studienganges Darstellendes Spiel/Theater können sich Studierende gemeinsam mit der Fachjury über die literarischen Einsendungen beraten und so einen Blick in die Kulturförderung des Landes erhalten. Seit dem Sommer 2015 sind auch Studierende des Fachs Darstellendes Spiel/Theater in die Preisverleihung eingebunden. Nach einem Interview mit den jeweiligen Autoren und einer Autorenlesung werden die Texte, die es in die Endrunde schaffen, in Form einer szenischen Lesung durch die Studierenden dem Publikum nähergebraucht. 

Mit der Übergabe des Nachlasses müssen Rechte bezüglich den Werken Martha Saalfelds, beispielsweise für Veröffentlichungen, künftig bei der Leitung des ZKW angefragt werden. Die Rechte des künstlerischen Werkes von Werner vom Scheidt verbleiben bei Oliver Roland, Mannheim. 

Fragen beantwortet:

Zentrum für Kultur- und Wissensdialog (ZKW)
apl. Prof. Dr. Anja Ohmer
E-Mail:

Pressestelle Campus Landau
Kerstin Theilmann
Tel.: 06341 280-32219
E-Mail:


Datum der Meldung 15.11.2021 00:00