GEO-Tag der Natur: Campus Landau mit Veranstaltungen zu Lebewesen des Grundwassers mit von der Partie

Der Lebensraum Grundwasser steht am 25. Juni 2022 an gleich sieben Standorten im deutschsprachigen Raum im Fokus: Berlin, Halle, Karlsruhe, Landau in der Pfalz, Luxemburg, Rust (Baden) und Wien. Das Ziel der konzertierten Veranstaltungen im Rahmen des diesjährigen „GEO-Tages der Natur“ ist es, den Lebensraum Grundwasser und seine faszinierende Tierwelt möglichst vielen Menschen näherzubringen und einen Beitrag zur Erfassung und zum Schutz seiner Biodiversität zu leisten. Am Campus Landau wird die Arbeitsgruppe Molekulare Ökologie der Universität den Naturschutzverbänden in Landau (BUND, GNOR, NABU, NVS, POLLICHIA) den Lebensraum Grundwasser und seine Biodiversität vorstellen: Es werden Grundwasserprobennahmen durchgeführt und die Proben aufbereitet, so dass die Tiere angeschaut werden können.

Das Grundwasser ist weitestgehend noch unbekannter Lebensraum – und gleichzeitig der größte kontinentale Lebensraum Europas. Ganz seltene Tierarten tummeln sich dort; der Grundwasserflohkrebs "Niphargus laisi" ist eine davon. Foto: K. Grabow/A. Fuchs

Das Grundwasser ist weitestgehend noch unbekannter Lebensraum – und gleichzeitig der größte kontinentale Lebensraum Europas. Ganz seltene Tierarten tummeln sich dort; der Grundwasserflohkrebs "Niphargus laisi" ist eine davon. Foto: K. Grabow/A. Fuchs

Sauberes Trinkwasser gilt als Selbstverständlichkeit, in Deutschland stammen zwei Drittel davon aus dem Grundwasser. „Was viele Menschen nicht wissen ist, dass es vor allem die Lebewesen sind, die das Grundwasser reinigen“, erklärt der Landauer Wissenschaftler Dr. Sven Berkhoff, der seit vielen Jahren das Grundwasser und seine Lebewesen erforscht. „Nur gesunde Grundwasserökosysteme liefern auch sauberes Trinkwasser“, unterstreicht Berkhoff. Mit seinem Team beteiligt er sich am diesjährigen GEO-Tag der Natur (vormals „Tag der Artenvielfalt“), an dem Naturschutzverbände sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in ihrer Umgebung gemeinsam die Biodiversität erforschen. In diesem Jahr steht an dem bundesweiten Tag der Lebensraum Grundwasser im Mittelpunkt. Obwohl das Grundwasser der größte und älteste kontinentale Lebensraum Mitteleuropas ist, ist es ähnlich unzureichend erforscht, wie die Tiefsee; viele Rätsel sind bislang noch ungelöst. Bekannt ist, dass dort eine höchst spezielle, blinde und farblose Tierwelt existiert, welche in einigen Regionen eine bemerkenswerte Biodiversität aufweist.

 

Im Rahmen von sieben konzertierten Veranstaltungen bundesweit werden am GEO-Tag der Natur verschiedene Aktivitäten rund um das Grundwasser und seine Bewohner für die interessierte Öffentlichkeit angeboten – u.a. geführte Beprobungen des Grundwassers inklusive der seltenen Gelegenheit, lebende Grundwassertiere mit den eigenen Augen aus der Nähe zu betrachten. Zum Auftakt des bundesweiten Tagesprogramms stellen sich alle sieben Veranstaltungen in einer gemeinsamen Videokonferenz der Öffentlichkeit im Rahmen der Einführungsveranstaltung in Rust vor. Der Zugangslink wird kurz vor Beginn auf der Website des Naturzentrums Rheinauen unter www.naturzentrum-rheinauen.eu bekanntgegeben. 

 

Am Campus Landau gibt es am GEO-Tag ein Vor-Ort-Programm für Ehrenamtliche der Naturschutzverbände. Dieses startet um 14 Uhr. Die beiden Grundwasserökologen Dr. Cornelia Spengler und Dr. Sven Berkhoff zeigen lebende Grundwassertiere und referieren über den Lebensraum Grundwasser und seine Biodiversität. Danach werden zwei Grundwasserproben in Bornheim genommen, die anschließend an der Universität ausgewertet werden. Die ehrenamtlichen Mitglieder der Naturschutzverbände melden sich bei Interesse an einer Teilnahme bei ihren Verbänden an. Auch nach dem GEO-Tag der Natur können sich Ehrenamtliche der Naturschutzverbände weiterhin am Erfassen der Biodiversität im Grundwasser beteiligen, selbst Proben nehmen und der AG Molekulare Ökologie zur Auswertung zur Verfügung stellen. 

 

Konzertierte Aktion für mehr Schutz des Lebensraums Grundwasser

Mit ihrer Aktion möchten die Veranstalter des GEO-Tags der Natur nicht nur die Artenvielfalt im Grundwasser besser kennen lernen. Es geht ihnen vor allem um den Schutz des Lebensraums und seiner faszinierenden Bewohner. „Die Artenvielfalt im Grundwasser ist stark bedroht durch Baumaßnahmen, Verschmutzung, Wasserentnahmen und den Klimawandel. Ein gesetzlicher Schutz findet jedoch nicht statt, obwohl die Europäische Grundwasserrichtlinie und das Wasserhaushaltsgesetz den rechtlichen Rahmen dafür böten“, erklärt Sven Berkhoff. Mit ihren Veranstaltungen tragen die sieben beteiligten Standorte gemeinsam dazu bei, das Unsichtbare sichtbar und den in der Dunkelheit verborgenen Lebensraum Grundwasser in der Öffentlichkeit bekannt zu machen und auf seine Artenvielfalt hinzuweisen (#WorldWaterDay  #weltwassertag #LebensraumGrundwasser #Grundwasserfauna #grundwasser).

Durchgeführt werden die sieben Veranstaltungen von den beteiligten Institutionen vor Ort, in Zusammenarbeit mit dem Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz, dem Institut für Grundwasserökologie IGÖ GmbH an der Universität Koblenz-Landau und der Zeitschrift GEO:

- in Berlin: vom BUND Berlin e.V.,

- in Halle: vom Fachbereich für Angewandte Geologie an der Universität Halle-Wittenberg,

- in Karlsruhe: vom Institut für Angewandte Geowissenschaften des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT),

- in Landau in der Pfalz: vom Institut für Grundwasserökologie an der Universität Koblenz-Landau, 

- in Luxemburg: vom Nationalmuseum für Naturgeschichte,

- in Rust (Baden): vom Naturzentrum Rheinauen,

- in Wien: von der Zoologisch-Botanischen Gesellschaft in Österreich (ZooBot) in Kooperation mit der Universität Wien und dem Nationalpark Lobau.

Die Veranstaltungen werden durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert und sind Teil einer dreitägigen Reihe zum Lebensraum Grundwasser im Rahmen des diesjährigen GEO-Tages der Natur. Zwei weitere Großveranstaltungen finden in Berlin am 24.6. und in Neuenburg am Rhein am 26.6. statt.

Eine Übersicht mit näheren Details zu den Veranstaltungen an den sieben Standorten am 25.6.2022 sowie Kontakt- und ggf. Anmeldungsinformationen ist unter dem folgenden Link zu finden:

https://gemeinsamforschen.senckenberg.de/de/der-geo-tag-der-artenvielfalt-im-grundwasser-am-25-juni-2022/

Weiterführende Informationen zur gesamten dreitägigen Veranstaltungsreihe gibt es unter:

https://gemeinsamforschen.senckenberg.de/de/mitmachen/aktionen/geo-tag-der-natur-2022/

und zur Auftaktveranstaltung in Berlin am 24.6.2022 unter: 

https://gemeinsamforschen.senckenberg.de/de/auftaktveranstaltung-geo-tag-der-natur-2022-grundwasser/

 

 

HINWEIS FÜR DIE PRESSE

Medienvertreterinnen und -vertreter sind herzlich zur Veranstaltung am Campus Landau eingeladen. Ab 13:30 Uhr, eine halbe Stunde vor Start des Veranstaltungsprogramms, besteht die Möglichkeit für Ihre Fragen vor Ort. Anfragen sind willkommen und bitte per E-Mail an kerstin.theilmann@uni-landau.de oder berkhoff@uni-landau.de zu richten.

Logo GEO-Tag der Natur Banner Förderung DBU

 

Kontakt:
iES Landau - Institut für Umweltwissenschaften
AG Molekulare Ökologie
Dr. Sven Berkhoff
E-Mail: 

Pressestelle Campus Landau
Kerstin Theilmann
Tel.: 06341 280-32219
E-Mail:


Datum der Meldung 21.06.2022 00:00