Auf Elbe-Expedition Schadstoffen im Gewässer auf der Spur

Seit dem 8. Juni ist der gelbe Forschungssegler „Aldebaran“ mit einem Forscherteam aus sechs Partnern auf der Elbe unterwegs auf den Spuren von Schadstoffen in Europas zwölftgrößtem Fluss. Das iES Landau – Institut für Umweltwissenschaften der Universität in Landau betreut eines der sechs Forschungsprojekte, die auf der 22 Tage und über 700 Kilometer langen Reise auf dem Boot durchgeführt werden. Auf der Reise werden rund 250 Wasser- und Sedimentproben entlang des gesamten Elbeverlaufs gesammelt.

Die Landauer Studentin der Umweltwissenschaften und Teilnehmerin der Elbe-Expedition Alina Mees füllt im Hafen von Schnackenburg eine Sedimentprobe ab. Foto: Aldebaran

Die Landauer Studentin der Umweltwissenschaften und Teilnehmerin der Elbe-Expedition Alina Mees füllt im Hafen von Schnackenburg eine Sedimentprobe ab. Foto: Aldebaran

„Mich begeistert die Möglichkeit, in einem Team praktische Erfahrung zu sammeln, was aufgrund der Corona-Semester viel zu kurz kam“, erklärt Alina Mees ihre Motivation, in der zweiten Hälfte der Expedition auf der „Aldebaran“ mitzufahren. Die 22-Jährige studiert am Campus Landau im sechsten Semester Umweltwissenschaften. Dass es an den täglich wechselnden Anlegestellen jeweils eine Pressekonferenz geben wird, freut die gebürtige Saarbrückerin. „Ich kann mir gut vorstellen, nach meinem Studium entweder in der Forschung oder journalistisch tätig zu sein“. Auf der „Aldebaran“ wird Alina Mees sich in die Öffentlichkeitsarbeit der Tour einbringen und insbesondere Proben für das Landauer Forschungsprojekt entnehmen. Dieses geht der Frage nach, wie sich die Schadstoffe in der Elbe auf die im Sediment lebenden Mikroorganismen auswirken. Untersucht werden die Proben dann im Labor am Campus Landau. 

 

Aktueller Zustandszustand der Elbe wird erhoben

„Auch viele Jahre nach der Wiedervereinigung ist die Elbe in keinem guten Zustand. Eine Mischung aus hochgiftigen Altlasten aus der Vorwende-Zeit und immer noch riesige Mengen von Düngemitteln aus der konventionellen Landwirtschaft machen den Fluss zu einem der dreckigsten in Europa, was auch für unsere Ozeane problematisch ist“, erklärt Frank Schweikert, Organisator der Tour. Denn alles was die Elbe in ihrem Verlauf mitführt, landet am Ende in der Nordsee und schadet dort den gerade im Nationalpark Wattenmeer besonders zahlreichen Bewohnern. Dieses komplexe Zusammenspiel wissenschaftlich zu untersuchen, eine aktuelle Zustandsanalyse der Elbe zu erstellen und gleichzeitig auf die Probleme aufmerksam zu machen, ist Anliegen der Expedition mit ihren sechs wissenschaftlichen Projekten. Unter der Flagge des Bundesverbandes Meeresmüll untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an 55 Stellen knapp 250 Wasser- und Bodenproben. Mit dabei sind das Umweltforschungszentrum Leipzig (UFZ), die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW), die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft Hamburg (BUKEA), die Universität Koblenz-Landau und die Universität Duisburg-Essen.

 

Produktion des Klimagases Methan im Blick

„Schadstoffe in einem Fluss wie der Elbe haben auch Auswirkungen auf die Mikroorganismen, die im Sediment leben“, erklärt Juniorprofessor Dr. Mirco Bundschuh, der das Forschungsprojekt der Elbe-Expedition, an dem unter anderem  auch Juniorprofessorin Dr. Sabine Filker von der TU Kaiserslautern beteiligt ist, von Landauer Seite aus koordiniert. Diese Mikroben bauen im Sediment organische Materialien ab. Bei diesem Prozess entsteht Methan, das nach Kohlendioxid das zweitwichtigste vom Menschen verursachte Treibhausgas ist und einen großen Effekt auf den Klimawandel hat. Anhand der Proben, die während der Expedition entnommen werden, will das Landauer Forschungsteam schauen, wie hoch die Methanproduktion ist und wie sie sich bei variierenden Parametern wie Temperatur, Schadstoff- und Nährstoffbelastung verändert. 

 

Ein Forschungssegler im Dienst der Wissenschaft

Die „Aldebaran“ ist bereits zum achten Mal auf der Elbe unterwegs und seit 30 Jahren für die Wissenschaft und ihre Kommunikation im Einsatz. Mehrere tausend Beiträge sind seither an Bord des Schiffstudios produziert und gesendet worden. Während der Elbe-Expedition begleitet ein Kamerateam die Wissenschaftler und dokumentiert täglich mit einem Video die Ereignisse an Bord. Gefördert wird die Elbe-Tour von der Deutschen Postcode Lotterie, der NORDAKADEMIE-Stiftung und der Deutschen Meeresstiftung. Unterstützt wird die Expedition unter anderem von der Sächsischen Binnenhäfen Oberelbe GmbH, dem Laborverband LADR, dem Demeter Gut Fattoria La Vialla und der Xylem Analytics Germany GmbH. 

 

Verfolgen können Interessierte die Elbe-Expedition über verschiedene Kanäle: 

Kontakt:
Pressestelle Campus Landau
Kerstin Theilmann
Tel.: 06341 280-32219
E-Mail:


Datum der Meldung 21.06.2022 00:00