Neues Koblenzer Kompetenzzentrum für Gamification

Das neue Kompetenzzentrum „GAMOS“ am Zentralen Institut für Scientific Entrepreneurship & International Transfer der Universität in Koblenz erforscht die Wirkung von Spielelementen. Ein weiteren Forschungsschwerpunkt bildet die Frage, wie diese spielerische Gestaltung, die sogenannte Gamification, helfen kann, gesellschaftliche Probleme zu lösen.

Gamification kann helfen, Herausforderungen wie den fortschreitenden Klimawandel zu adressieren. Bild: iStock/Grafik: Jeanine Krath

Gamification kann helfen, Herausforderungen wie den fortschreitenden Klimawandel zu adressieren. Bild: iStock/Grafik: Jeanine Krath

Gamification bezeichnet den Einsatz von Spielelementen, um Prozesse, Abläufe oder Aufgaben motivierender zu gestalten, die an sich nicht spielerisch sind – zum Beispiel das Erlernen neuer Inhalte, das Trainieren neuer Gewohnheiten oder das Absolvieren von Routineaufgaben. Die Palette an Spielelementen ist vielfältig und reicht von Punkte- und Levelsystemen über Abzeichen, Avatare und Wettbewerbe bis hin zu vollständig virtuellen Umgebungen. Gemeinsam haben alle Spielelemente, dass sie das Erleben von Autonomie, Kompetenz und Verbindung zu anderen Menschen fördern. Damit verstärkt sich die Motivation der Menschen bei der Erledigung unterschiedlicher Aufgaben.

Während die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den positiven Effekten von Gamification in Schul- und Lernkontexten schon relativ umfangreich sind, steht die Forschung beim Einsatz von Gamification in unternehmerischen und gesellschaftlichen Kontexten noch am Anfang. Dabei gilt die Thematik, wie Gamification dabei helfen kann, große gesellschaftliche Herausforderungen wie den fortschreitenden Klimawandel zu adressieren, als besonders interessant. 

Das neu gegründete „GAMOS“ Kompetenzzentrum am Zentralen Institut für Scientific Entrepreneurship & International Transfer (ZIFET) der Universität in Koblenz beschäftigt sich daher im Forschungsprojekt „Greenify.work“ mit der Frage, wie Gamification eingesetzt werden kann, um Nachhaltigkeit in Unternehmen zu fördern. In Zusammenarbeit mit Unternehmen aus der Region wird dabei eine Smartphone-App für Mitarbeiter entwickelt und erprobt.

„Auch wenn der Wissensgewinn über die Wirkung von Gamification für Nachhaltigkeit im Vordergrund steht, bergen das Forschungsprojekt und die entwickelte App große Potenziale für die teilnehmenden Unternehmen“, betont Jeanine Krath, akademische Leiterin von GAMOS und Leiterin des Forschungsprojektes.

Die Ausbildungsleiterin Peggy Kücken von der SHD Group Holding GmbH in Andernach ergänzt: „Nachhaltigkeit ist für unser Unternehmen ein wichtiges Thema. Es bietet die Chance auf eine gute Zukunft. Besonders am Herzen liegen uns junge Menschen und deshalb freuen wir uns sehr auf die Zusammenarbeit mit der Universität in Koblenz und auf das innovative Projekt“.

Für Jürgen Hoffmann von der S&T Deutschland GmbH hängt Nachhaltigkeit vor allem mit verantwortungsvoller Digitalisierung eng zusammen. Das Gamification-Forschungsprojekt biete S&T dabei die Möglichkeit, das für das Unternehmen wichtige Thema Nachhaltigkeit mit seinem digitalen Markenkern zu vereinen und zu zeigen, was ein modernes Unternehmen auszeichne.

Peter Smalla von der DECO Glas GmbH betont das Potenzial von Gamification zur Einbindung der Mitarbeiter in die Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens: „Um für das Thema Nachhaltigkeit in unserem Unternehmen zu sensibilisieren, sind unserer Meinung nach kreative Ansätze das A und O. Gamification bietet hier eine spannende Möglichkeit, Mitarbeiter zu motivieren und spielerisch einzubinden. Wir sehen diese Herangehensweise als essenziellen Bestandteil unseres Nachhaltigkeitskonzeptes und freuen uns bereits auf die Ergebnisse der Studie.“

Nachdem Projektmitarbeiter der Universität in Koblenz Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der teilnehmenden Unternehmen zu ihren Wünschen, Anforderungen und Erwartungen interviewt haben, widmen sie sich nun der Erprobung der entwickelten Gamification-App. Im Herbst 2022 soll schließlich eine großangelegte Feldstudie starten, um die Wirkung von Gamification auf Nachhaltigkeitskennzahlen wie Energieverbrauch und Wasserverbrauch in den Unternehmen zu messen.

Weitere Informationen zum GAMOS Kompetenzzentrum und dem Forschungsprojekt Greenify.work sind auf diesen Websites zu finden:

https://www.uni-koblenz-landau.de/de/zifet/kompetenzzentren/gamos

Über das Zentrale Institut für Scientific Entrepreneurship & International Transfer (ZIFET) der Universität in Koblenz

Das Zentrale Institut für Scientific Entrepreneurship & International Transfer (ZIFET) ist eine zentrale wissenschaftliche Einrichtung der Universität in Koblenz. Es koordiniert alle gründungsbezogenen Projekte und Maßnahmen in Forschung und Lehre. Darüber hinaus ist das ZIFET zentraler akademischer Ansprechpartner für alle Belange des nationalen und internationalen Wissens- und Technologietransfers.

Zu den aktuellen Forschungsschwerpunkten des ZIFET zählt insbesondere die deutsch-ruandische Kooperation und die Förderung von Gründungsaktivitäten und Arbeitsmarktbefähigung in Ruanda. Außerdem koordiniert das ZIFET seine Forschungsprojekte in vier untergeordneten Kompetenzzentren zu den Schwerpunktthemen Railway Diagnostics and Monitoring (CCRDMT), Intelligent Sports and Tennis Data Analysis (ISTDA), Leadership Intelligence and Virtual Teams in Organizations (LITO) und Gamification in Organizations and for Sustainability (GAMOS).

Weitere Informationen sind auf der Website des ZIFET zu finden:

https://www.uni-koblenz-landau.de/de/zifet 

 

Fachliche Ansprechpartnerin:

Jeanine Krath

Universität Koblenz-Landau

Campus Koblenz

Zentrales Institut für Scientific Entrepreneurship & International Transfer (ZIFET)

GAMOS Kompetenzzentrum

Universitätsstraße 1

56070 Koblenz

 

E-Mail:

 

Pressekontakt

Dr. Birgit Förg

Universität Koblenz-Landau

Campus Koblenz

Universitätsstraße 1

56070 Koblenz

 

Tel.: 0261 287 1766

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Datum der Meldung 05.05.2022 00:00