Projekt zur Digitalisierung in der Erziehungshilfe gestartet

Geschlossene Beratungsstellen, Social Distancing – die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben auch Beratungsstellen in der Erziehungshilfe vor große Herausforderungen gestellt. Wie Jugendämter & Co. mit dieser Ausnahmesituation umgegangen sind und welche passgenauen digitalen Formate in der Beratungspraxis sinnvoll sind, untersucht ein neues Projekt der Universität Koblenz-Landau unter der Leitung von Pascal Bastian, Professor für Sozialpädagogik. Das Modellprojekt mit einer Laufzeit von eineinhalb Jahren ist ein Projekt des rheinland-pfälzischen Landesjugendhilfeausschusses und wird gefördert vom rheinland-pfälzischen Familienministerium.

Niedrigschwellige Angebote sind wichtig für den Erstkontakt in der Kinder- und Jugendhilfe: Welche Rolle digitale Angebote spielen (können), wird in einem neuen Projekt untersucht. Foto: Colourbox

Niedrigschwellige Angebote sind wichtig für den Erstkontakt in der Kinder- und Jugendhilfe: Welche Rolle digitale Angebote spielen (können), wird in einem neuen Projekt untersucht. Foto: Colourbox

„Digitalisierung ist nicht nur infolge der Pandemie ein Thema, mit dem sich die Kinder- und Jugendhilfe beschäftigen muss, um die Erreichbarkeit sowie den schnellen Zugang zu Beratung und Unterstützung sicherzustellen“, erklärt Pascal Bastian. Gerade niedrigschwellige Angebote bieten einen wichtigen Erstkontakt zu Einrichtungen in der Erziehungshilfe. Das Projekt sieht zunächst eine landesweite Bestandsaufnahme vor, um eine repräsentative Übersicht zu erhalten, welche digitalen Formate zur Beratung, Kontaktpflege und zur Hilfeleistung Jugendämter und Erziehungshilfeträger in Rheinland-Pfalz verwenden. Darauf aufbauend werden neue Konzepte und digitale Formate zur fachlichen Beratung und Unterstützung entwickelt. Dazu bilden sich an mindestens vier Standorten im Land Tandems aus Jugendämtern und freien Trägern. Die digitalen Konzepte werden gemeinsam entwickelt, erprobt und dann verbreitet. 

Das Modellprojekt wird über die 18-monatige Laufzeit wissenschaftlich begleitet. Regelmäßige Evaluierungen der Konzeptentwicklungen sollen die Umsetzung unterstützen, Probleme und Hindernisse frühzeitig erkennen und korrigieren und dadurch die Anschlussfähigkeit an die Praxisbedingungen vor Ort sicherstellen. Nach Abschluss des Projekts werden die Ergebnisse mit Best-Practice-Beispielen den Jugendhilfeeinrichtungen und Jugendämtern zur Verfügung gestellt.

Kontakt:
Fachbereich 5: Erziehungswissenschaften
Institut für Bildung im Kindes- und Jugendalter - Arbeitsbereich Sozialpädagogik
Prof. Dr. Pascal Bastian 
E-Mail: pascal.bastian@uni-landau.de

Pressestelle Campus Landau
Kerstin Theilmann
Tel: 06341 280-32219
E-Mail: kerstin.theilmann@uni-landau.de


Datum der Meldung 13.09.2022 09:00