Studierende in Koblenz können für Hilfe wohnen

In Koblenz müssen Studierende nicht unbedingt Miete bezahlen – wenn sie ihre Vermieter stattdessen unterstützen. Das Projekt „Wohnen für Hilfe“ des Studierendenwerks Koblenz und der Hochschule Koblenz vermittelt Wohnpartnerschaften zwischen Studierenden und Wohnraumgebern, die den Studierenden als Gegenleistung für Hilfe im Alltag kostenfrei ein Zimmer zur Verfügung stellen.

Gerda Pfandzelter und Moaath Saada haben durch das Projekt "Wohnen für Hilfe" zu einer Wohnpartnerschaft gefunden, die beiden dient. Bild: Studierendenwerk Koblenz

Gerda Pfandzelter und Moaath Saada haben durch das Projekt "Wohnen für Hilfe" zu einer Wohnpartnerschaft gefunden, die beiden dient. Bild: Studierendenwerk Koblenz

Die Studierenden unterstützen dafür im Haushalt, übernehmen die Gartenarbeit, erledigen Einkäufe oder betreuen Kinder. Pro Quadratmeter des überlassenen Wohnraums leisten die Studierenden etwa eine Stunde Hilfe im Monat. Die Nebenkosten wie Wasser, Strom oder Heizung tragen die Studierenden. Pflegeleistungen jeglicher Art sind ausgeschlossen.

Wohnraumanbieter können ältere Menschen, Familien und Alleinerziehende, Menschen mit Behinderung und andere Interessierte mit Unterstützungsbedarf sein. Studierende der Universität und der Hochschule in Koblenz können an dem Projekt teilnehmen.

Das Studierendenwerk Koblenz unterstützt beide Parteien von Anfang an: Seitens der  Anbieter erfolgt der erste Kontakt in der Regel per Telefon. Wenn die Eckdaten - gute Verkehrsverbindung an die Hochschulen, freier Wohnraum, Bereitschaft „Wohnen für Hilfe“ anzubieten - stimmen, vereinbart das Studierendenwerk einen Termin für einen Hausbesuch. Ist das Angebot geeignet, schaltet das Studierendenwerk eine Anzeige online auf seiner Internetseite und intern. Die Anbieter bleiben anonym, so lange sie dies wünschen.

Die Studierenden füllen in der Regel einen Bewerbungsbogen online aus und nach Prüfung der Eckdaten – Immatrikulation, Wünsche und Bedürfnisse - wird ein Gesprächstermin online vereinbart. Nach der Prüfung, welcher Studierende zu welchem Anbieter passen könnte, nimmt das Studierendenwerk telefonisch Kontakt mit dem Anbieter auf, um die Studierende vorzustellen. Bei Interesse wird der Kontakt hergestellt, Anbieter und Studierende lernen sich gegenseitig kennen. Manchmal wird ein Probewohnen vereinbart und das Studierendenwerk berät beim Vertragsabschluss. Es begleitet die Wohnpartnerschaft und unterstützt, wenn ein Problem auftritt. Aktuell bestehen 25 Wohnpartnerschaften.

Seit November 2020 wohnt zum Beispiel der palästinensische Student Moaath Saada in einem kleinen Apartment im Haus von Gerda Pfandzelter in Koblenz-Ehrenbreitstein. Statt Miete zu bezahlen, unterstützt er die 67-Jährige bei verschiedenen Aufgaben im Alltag.

„Egal ob es um das Tragen schwerer Getränkekästen, Holzhacken oder Probleme am Computer geht: Dass Moaath mich bei vielen Kleinigkeiten unterstützen kann, ist für mich eine echte Erleichterung“, erzählt Gerda Pfandzelter. Auch Moaath Saada ist froh, dem Projekt „Wohnen für Hilfe“ eine Chance gegeben zu haben. So sei er nicht auf einen Nebenjob angewiesen und könne sich ganz auf sein Studium konzentrieren.

Fachliche Ansprechpartnerin:

Anne Dommershausen
Projektleiterin „Wohnen für Hilfe“
Studierendenwerk Koblenz
Hochschule Koblenz
Konrad-Zuse-Straße 1
56075 Koblenz

Telefon: 0261 9528-981
E-Mail: koblenz@wohnen-fuer-hilfe.de

Website: www.wohnen-fuer-hilfe.de


Datum der Meldung 12.04.2022 00:00