Konzerte für den Frieden: Projekt „Youth. Europe. Music“ setzt ein Zeichen

Musik verbindet. Und dient zur Verständigung – auch über sprachliche und kulturelle Barrieren hinweg. Das Projekt „Youth. Europe. Music. Das ‚Weimarer Dreieck‘ der Jugend – musikalisch belebt“ der Universität in Landau mit Jugendlichen aus Musikschulen aus Polen, Frankreich und Deutschland, bringt junge Musikerinnen und Musiker im polnischen Oświęcim zusammen.

Proben für den gemeinsamen Aufritt in zwei polnischen Städten: Jugendliche aus Musikschulen aus Polen, Frankreich und Deutschland. Foto: Uni Koblenz-Landau

Proben für den gemeinsamen Aufritt in zwei polnischen Städten: Jugendliche aus Musikschulen aus Polen, Frankreich und Deutschland. Foto: Uni Koblenz-Landau

Ziel des Projekts ist die Verbindung von Gedenkstättenpädagogik und interkulturellem Austausch. Neben dem Besuch der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau steht die musikalische Begegnung im Mittelpunkt des Programms. Beabsichtigt ist eine Belebung des Weimarer Dreiecks – jenes Austauschformats, das vor knapp dreißig Jahren von den Außenministern Polens, Frankreichs und Deutschlands begründet wurde und das seither im Sinne einer Stärkung der europäischen Integration und Zusammenarbeit wirkt. Am 8. und 9. Mai finden in Oświęcim und Katowice trinationale Konzerte statt.

 

„Im Projekt ‚Youth. Europe. Music‘ soll mittels der universalen Sprache der Musik ein grenzüberschreitender Austausch gestaltet und ein gemeinsames Zeichen für ein geeintes, demokratisches und friedliches Europa gesetzt werden“, unterstreicht Matthias Bahr, Professor für Religionspädagogik am Campus Landau. „Weitere pädagogische Begleitung erfährt das Projekt durch die Jugendbegegnungsstätte in Oświęcim.“ Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen des Schwerpunkts Rhetorik und der Arbeitsstelle Menschenrechtsbildung sowie Studierenden aus dem Fachbereich 6: Kultur- und Sozialwissenschaften begleitet er die Projektreise. Das Gemeinschaftsprojekt der Landauer Universität und drei Musikschulen aus Polen, Frankreich und Deutschland verbindet Gedenkstättenpädagogik mit einem interkulturell-musikalischen Jugendaustausch: Je knapp zwanzig Jugendliche aus drei Ländern treffen sich zum Jahrestag des Weltkriegsendes am 8. Mai in Oświęcim, musizieren gemeinsam und besuchen zusammen die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau. Am Folgetag findet ein Konzert im 40 Kilometer entfernten Katowice statt. 

 

Das Friedensprojekt der europäischen Einigung ist eng verknüpft mit den Leiderfahrungen und Verheerungen des Zweiten Weltkriegs, dessen Ende sich dieser Tage zum 77. Mal jährt. In Erinnerung an Gewalt, Menschenverachtung und Verbrechen aus der Vergangenheit senden musizierende Jugendliche aus Polen, Frankreich und Deutschland ein Signal der Freiheit und Völkerverständigung aus. „Vor dem Hintergrund gegenwärtig wieder aufkeimender Nationalismen und eines neuen Krieges in Europa erhält dieses Signal zusätzliche Relevanz“, bekräftigt Bahr. Auf den Konzerten am 8. Mai (in Oświęcim) und am 9. Mai (in Katowice) spielen die Jugendlichen aus drei Nationen neben klassischen und populären Stücken – etwa von Vivaldi, Beethoven oder Karl Jenkins – auch ein eigens zusammengestelltes Arrangement von polnischen, französischen und deutschen Freiheitsliedern: Von „Die Gedanken sind frei“ über die „Mazurek 3 Maja“ bis zu Georges Moustakis „Ma liberté“ verdeutlicht das Medley die historische Beharrlichkeit der Freiheitsbestrebungen und des Kampfes gegen Unterdrückung auf dem europäischen Kontinent.

 

Konzertprogramm:

  1. Palladio von Karl Jenkins
  2. Vivaldi Konzert F-Dur für drei Violinen
  3. John Williams‘ Schindler’s List
  4. Drei Stücke nach altem Stil von Henryk Mikołaj Górecki
  5. Johan Sibelius Andante Festivo
  6. Arrangement von sechs Freiheitsliedern
  7. Europahymne

 



Kontakt:
Pressestelle Campus Landau
Kerstin Theilmann
Tel.: 06341 280-32219
E-Mail:


Datum der Meldung 05.05.2022 14:30