Tätigkeiten mit Infektionsgefährdung (G42)

Pflichtvorsorge

Arbeitsmedizinische Vorsorge ist zu veranlassen bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen einschließlich gentechnischen Arbeiten mit humanpathologischen Organismen bei

- gezielten Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen, sowie
- nicht gezielten Tätigkeiten der Schutzstufe 4 der Biostoffverordnung

Eine Pflichtvorsorge muss nicht durchgeführt werden, wenn der oder die Beschäftigte bereits über einen ausreichenden Immunschutz gegen diesen biologischen Arbeitsstoff verfügt.

Die Ablehnung des Impfangebotes ist allein kein Grund, gesundheitliche
Bedenken gegen die Ausübung einer Tätigkeit auszusprechen.

Angebotsvorsorge

Arbeitsmedizinische Vorsorge ist anzubieten bei

- gezielten Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen der Risikogruppe 3 und 2 der Biostoffverordnung und
- nicht gezielten Tätigkeiten, die der Schutzstufe 3 und 2 der Biostoffverordnung zuzuordnen sind.

Es sei denn, nach der Gefährdungsbeurteilung und aufgrund der getroffenen Schutzmaßnahmen ist nicht von einer Infektionsgefährdung auszugehen.

§ 5 Abs. 2 ArbMedVV gilt entsprechend, wenn als Folge einer Exposition gegenüber biologischen Arbeitsstoffen

- mit einer schweren Infektion oder Erkrankung gerechnet werden muss und Maßnahmen der postexpositionellen Prophylaxe möglich sind oder
- eine Infektion erfolgt ist.

Am Ende einer Tätigkeit, bei der eine Pflichtvorsorge zu veranlassen war,
hat der Arbeitgeber eine nachgehende Vorsorge anzubieten.

Auf Sie treffen die genannten Kriterien für Pflicht- oder Angebotsvorsorge zu? Nutzen Sie die arbeitsmedizinische Vorsorge. Es handelt sich hierbei nicht um eine Eignungsuntersuchung.

- Vereinbaren Sie einen Termin zur arbeitsmedizinischen Sprechstunde (Termine Arbeitsschutz) oder

- kontaktieren Sie in dringenden Fällen direkt die/den zuständige/n Betriebsmedizinier*in (s. Ansprechpartner --> Betriebsarzt)

Im Rahmen des Vorsorgegespräches werden Ihnen evtl. weitere Untersuchungen empfohlen/angeboten. Sie entscheiden nach eigenem Ermessen, ob diese durchgeführt werden oder nicht. Im Nachgang erhalten Sie und die Dienststelle eine Vorsorgebescheinigung für die Akten.