Projekt Wasser-Land-Interaktionen

In diesem Projekt innerhalb der Forschungskooperation der Ökosystemforschung Anlage Eußerthal und dem Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten, soll die Kopplung aquatischer und terrestrischer Systeme über die Nahrungskette untersucht werden. Diese Kopplung ist von essentieller Bedeutung für an Gewässer grenzende terrestrische Systeme, da der Konsum aquatischer Beute einen Großteil der von uferbewohnenden terrestrischen Konsumenten aufgenommenen Energie ausmachen kann. Ein besseres Verständnis dieser Kopplung kann somit neue Potentiale für den Schutz aquatisch-terrestrischer Übergangsbereiche und ihrer ökologischen Funktionsfähigkeit ermöglichen. Ziel des hier beschriebenen Projektes ist es, in diesem Kontext die Bedeutung von Gewässern für angrenzende Systeme darzustellen. Auf dieser Grundlage sollen Empfehlungen zur Sicherstellung von Ökosystemfunktionen erarbeitet werden.

Im Speziellen liegt der Fokus auf der quantitativen Bestimmung der Nahrungsquellen relevanter ufer- und auentypischer Spinnenarten im renaturierten Bereich der Ökosystemforschung Anlage Eußerthal. Spinnen sind bedeutende Konsumenten in aquatisch-terrestrischen Übergangsbereichen, wobei ihre Abhängigkeit von aquatischer Beute artspezifisch ist, aber möglicherweise auch von anderen zu untersuchenden Parametern (z.B. der Jahreszeit) abhängt. Zudem stellen diese Spinnen ein wichtiges Bindeglied in der Nahrungskette zu höheren Organismen dar, beispielsweise als wichtige Beute vieler Vogelarten. Auf Basis der Forschungsergebnisse zur (Ernährungs-)Ökologie der an der Forschungsstation Eußerthal heimischen Spinnenarten, sollen Empfehlungen zur Verbesserung von Schutzmaßnahmen für die ökologische Funktionalität aquatisch-terrestrischer Übergangsbereiche erarbeitet werden. Diese Maßnahmen sollen vor allem dem Schutz von Spinnen als Schlüsselorganismen der Kopplung aquatischer und terrestrischer Systeme dienen, insbesondere besonders geschützten Arten wie der an der Forschungsstation vorkommenden Art Dolomedes fimbriatus. Zur Analyse der Stoffflüsse zwischen den terrestrischen und aquatischen Nahrungsnetzen wird modernernste Analysetechnik stabiler Isotopen verwendet.

 

Drittmittelgeber: MUEEF
Laufzeit: 3 Jahre

Projektleitung und Ansprechpartner
Dr. Jochen Zubrod

Dr. Jochen Zubrod

Forschungsbereichsleitung Trophische Ökologie
Kontakt
Gebäude K, Raum 1.19