Fallzahl Standort Mainz: 0 (Warnstufe Grün) Maßnahmenkonzept

Fallzahl Standort Koblenz: 1 (Warnstufe Gelb bis: 05.11.2020) Maßnahmenkonzept

Fallzahl Standort Landau: 2 (Warnstufe Gelb bis: 06.11.2020) Maßnahmenkonzept

Aufbau einer Aue

Auen lassen sich an Hand ihrer Vegetation und des Überschwemmungsregimes grob in vier Zonen gliedern, welche fließend ineinander übergehen (nach Ellenberg, 1986):

 

1.) Flussbett / Wasserkörper

Das Flussbett führt dauerhaft Wasser und wird durch dieses häufig umgestaltet. Steilufer werden durch Uferabbrüche geschaffen, welche Brut- und Lebensräume für verschiedene Vogelarten bieten. Aufgrund der starken Strömung und der natürlichen Nährstoffarmut leben im Wasserkörper selbst nur wenige Wasserpflanzen, welche diese Bedingungen tolerieren und meist im strömungsberuhigten Bereich des Flusses wurzeln.

 

2.) Gehölzfreie Aue

Die Zonen, welche mehr als die Hälfte des Jahres überschwemmt sind, sind größtenteils gehölzfrei. Hier siedeln sich vor allem einjährige krautige Pionierpflanzen wie Gänsefußgewächse oder Knöterich an und nutzen die Zeit zwischen zwei Hochwassern. Auch Schilf oder Rohrglanzgras und in Übergang zur Weichholzaue auch Pestwurz und Brenneseln sind in der gehölzfreien Aue zu finden.

 

3.) Weichholzaue

Die Weichholzaue, wird mindestens ein Mal jährlich überflutet. An diesen Überflutungsstress sind verschiedene Baumarten, wie beispielsweise Weiden und Erlen sehr gut angepasst und haben deshalb in der Weichholzaue einen Standortvorteil gegenüber anderen Baumarten. Weiden besitzen beispielsweise ein sehr biegsames Holz und ein hohes Regenerationsvermögen, was ihnen an ihrem ausgesetzten Standort am Flussufer zugute kommt.

 

4.) Hartholzaue

Die Hartholzaue wird nur bei extremen Hochwassern überschwemmt. Sowohl die Dauer der Überschwemmung, die Strömungsgeschwindigkeit als auch die Wassertiefe bei Überschwemmung sind geringer als in der Weichholzaue. Hier kann sich ein artenreicher Wald mit ausgeprägter Kraut-, Strauch- und Baumschicht (Stieleichen, Ahorn, Eschen, Ulmen, etc.) ausbilden, welcher auch eine extrem hohe Vielfalt an Fauna beherbergt. Die Baumarten, die sich in der Hartholzaue durchsetzen, tolerieren den Wechsel zwischen Überschwemmungen und Trockenheit. 

Quellen

Ellenberg. 1986. Vegetation Mitteleuropas mit den Alpen in ökologischer, dynamischer und historischer Sicht (= UTB für Wissenschaft. Große Reihe. Band 8104). 5. stark veränderte und verbesserte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 1996.