Auen als Wasserreiniger und Nährstoffsenken

Auen sind natürliche Wasserreiniger. Fließgewässer und Grundwasser werden durch den Eintrag von Schadstoffen und überschüssigen Nährstoffen, wie zum Beispiel Nitrat oder Phosphat aus landwirtschaftlicher Düngung belastet.

Phosphat bindet an kleinste Partikel des Bodensediments und gelangt so mit dem Regenwasserabfluss von Äckern oder Weiden in Fließgewässer. Wird eine Aue überschwemmt, verlangsamt sich der Wasserstrom dort und die im Wasser verwirbelten Sedimente können sich ablagern. Da der Wasserüberschuss in der Aue nur langsam zurückströmt, bleibt der Großteil der abgelagerten Sedimente mit dem gebundenen Phosphat zurück. Auf diese Weise wird die Aue mit jeder Überschwemmung gedüngt und das Fließgewässer von Nährstoffen befreit. Auen werden deswegen als Nährstoffsenken bezeichnet. Auch im Wasser gelöstes Nitrat kann in der Aue langsam zusammen mit dem Wasser im sauerstoffarmen und nahezu wassergesättigten Boden versickern. Diese beiden Eigenschaften des Auenbodens sind die perfekte Voraussetzung für die Denitrifikation, die bakterielle Umwandlung des Nitrats zu molekularem Stickstoff. Der molekulare Stickstoff, welcher den größten Teil unserer Atemluft ausmacht, kann anschließend als unschädliches Gas in die Atmosphäre entweichen und wir so dauerhaft aus dem Wasser entfernt.

So helfen Auen, überschüssige Stoffeinträge in Gewässer und in das Grundwasser zu vermindern. Durch die Vorreinigung des Wassers durch die Auen, muss zudem weniger Aufwand für die Trinkwasseraufbereitung betrieben werden. Hierdurch werden Kosten eingespart. Ferner profitieren auch beispielsweise die Nord- und Ostsee von dem Rückhalt überschüssiger Nährstoffe in Auen. In den Meeren kann sich durch hohe Nährstoffkonzentrationen in den Sommermonaten ein starkes Algenwachstum entwickeln, welches die Ökosystem negativ beeinflusst.

Die hohe Feuchtigkeit des Auenbodens bedeutet eine bessere hydraulische Leitfähigkeit des Bodens, wodurch mehr Wasser im Boden versickern kann welches das Grundwasser speist. Auen leisten somit zusätzlich einen großen Beitrag zur Grundwasserneubildung.  

Quellen

Bundesamt für Naturschutz. 2015. Gewässer und Auen. Nutzen für die Gesellschaft. Online verfügbar unter:

https://www.bfn.de/fileadmin/BfN/wasser/Dokumente/BR-gepr-Gesell_Nutz_Gewaes_Auen_barrirefre.pdf


https://www.bfn.de/0401_2015.html?&cHash=7fa82729f111fbd28dcedd828f08bf8d&tx_ttnews%5Btt_news%5D=5335
http://www.biodiversity.de/sites/default/files/products/factsheets/5_auen_12-04-2011.pdf