Pflanzen in Auen

Die verschiedenen Lebensräume der Auen gehen fließend ineinander über. Sie beherbergen eine Vielfalt von Pflanzen, die sich auf das Überflutungsregime in der jeweiligen Zone spezialisiert haben. Die Liste der folgenden Pflanzen gibt einen Überblick über die Vielfalt.

1 Flussbett / Wasserkörper

In der aquatischen Zone finden sich Wasserpflanzen wie der Gewöhnliche Wasserhahnenfuß, welche meist im strömungsberuhigten Bereich des Flusses wurzeln. Der Stumpfkantiger Wasserstern bevorzugt nährstoffreiche Gewässer und siedelt in seichten Zonen der Auen. Da diese seichten Bereiche auch austrocknen können, bildet der Stumpfkantige Wasserstern für die Überbrückung dieser Trockenphase eine krautige Landform aus. 

Gewöhnlicher Wasserhahnenfuß

Ranunculus aquatilis L.

 

Stumpfkantiger Wasserstern

 

Callitriche cophocarpa

 

2 GEHÖLZFREIE AUE

Die Bereiche in Auen, welche mehr als die Hälfte des Jahres überschwemmt sind, sind größtenteils gehölzfrei. Hier siedeln sich vor allem einjährige krautige Pionierpflanzen wie der Wasser-Knöterich an. Der Wasser-Knöterich ist sehr wandlungsfähig und bildet je nach Wasserstand eine Landform oder eine Wasserform mit einem flutenden Stengel aus. In ruhigen Zonen der gehölzfreien Flussauen ist das Schilfrohr prägend für die Röhrichtvegetation. 

Schilfrohr

Phragmites australis

Wasserknöterich

Persicaria amphibia

3 Weichholzaue

In der Weichholzaue, welche mindestens ein Mal jährlich überflutet wird, hat die Silber-Weide einen Vorteil gegenüber anderen Baumarten, da sie mit ihrem weichen, biegsamen Holz und ihrem hohen Regenerationsvermögen gut an den ausgesetzten Standort am Flussufer angepasst ist. Auch die Schwarzerle ist in der Weichholzaue zu finden. Sie geht über ihre Wurzeln mit einem Bakterium (Frankia alni) eine Symbiose ein. Das Bakterium kann Stickstoff direkt aus der Luft binden und speichert diesen in Wurzelknöllchen, über welche die Schwarzerle den Stickstoff aufnehmen kann und dadurch in stickstoffarmen Habitaten sehr konkurrenzstark ist. 

Silber-Weide

Salix alba

Schwarzerle

Alnus glutinosa

4 Hartholzaue

Die Hartholzaue wird nur bei extremen Hochwassern überschwemmt. Hier kann sich ein artenreicher Wald mit ausgeprägter Kraut-, Strauch- und Baumschicht ausbilden. Die Baumarten, die sich in der Hartholzaue durchsetzen, wie beispielsweise Stieleichen oder die Gewöhnliche Traubenkirsche, tolerieren den Wechsel zwischen Überschwemmungen und Trockenheit. Die Gewöhnliche Traubenkirsche kommt in der Hartholzaue oft als Verjüngung in der zweiten Baumschicht oder Strauchschicht vor. In der Krautschicht ist zum Beispiel der Winter-Schachtelhalm zu finden, welcher wechselfeuchte, nährstoffreiche Böden bevorzugt.

Eiche

Quercus spec.

Winter-Schachtelhalm

Equisetum hyemale

Gewöhnliche Traubenkirsche

 

Prunus padus

Quellen

Foto Wasserstern: Autor: Jan Prančl, Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Wassersterne#/

media/File:Callitriche_cophocarpa.jpg

Foto Wasserknöterich: Urheber: Christian Fischer

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:PersicariaAmphibia1.jpg