Tiere in Auen

Auen beherbergen auf Grund ihrer Habitatfülle eine große Vielfalt von Tieren. Sowohl Amphibien, Fische, Reptilien, Vögel, Säugetiere als auch Insekten finden einen Lebensraum in Auenlandschaften. Die Liste der folgenden Tiere soll einen groben Überblick über die Vielfalt geben... 

1 Amphibien

In Auen finden sich beruhigte Bereiche mit niedriger Fließgeschwindigkeit und Stillgewässer, welche für viele Amphibienarten den optimalen Lebensraum darstellen. Der Grasfrosch, der sich auch im Eußerthal sehr wohl fühlt, gehört mit zu den häufigsten Arten und bevorzugt als Laichgewässer flache, von der Sonne beschienene Stillgewässer. Die Gelbbauchunke und der Kammmolch, zwei typische Auenbewohner, sind durch die Zerstörung von Auen gefährdet und nach dem Bundesnaturschutzgesetz „streng geschützt“. 

Grasfrosch

Rana temporaria

Gelbbauchunke

 Bombina variegata

Kammmolch

Triturus cristatus

 

2 Fische

Strömungsberuhigtes Flachwasser in Flussauen dient Fischen als Schutzraum, Laichsubstrat, Nahrungsrefugium und Brutaufwuchsgebiet. Fische wie der Schlammpeitzger, die Karausche, die auch im Eußerthal zu finden ist, und der Bitterling bevorzugen diese ruhigen Zonen der Flussauen mit hoher Vegetationsdichte und verschlammtem Untergrund. 

Europ. Schlammpeitzger

 Misgurnus fosslis

Karausche

Carassius carassius

 

Bitterling

Rhodeus amarus

3 Reptilien

Die Europäische Sumpfschildkröte ist die einzige Schildkrötenart, die in Deutschland natürlich vorkommt, sie ist jedoch vom Aussterben bedroht. Früher war sie eine charakteristische Art der Auengebiete am Oberrhein. Zauneidechsen besiedeln neben vielen anderen Lebensräume, auch Auwälder. Ringelnattern sind auch im Eußerthal zu Hause. Sie sind perfekt an die Lebensbedingungen in Flussauen angepasst, da sie ausgezeichnet schwimmen und tauchen können. Sie ernähren sich hauptsächlich von Amphibien und erbeuten ihre Nahrung sowohl am als auch im Wasser.

Europ.Sumpfschildkröte

Emys orbicularis

Ringelnatter

 Natrix natrix

Zauneidechse

Lacerta agilis

4 Vögel

In Flussauen finden auch zahlreiche Vogelarten einen Lebensraum. Der Eisvogel baut seine Brutröhren in die durch Hochwasser abgebrochenen lehmigen Steilufer des Flusses und ist damit ein typischer Auenbewohner. Er wartet auf im Fluss schwimmendem Treibholz auf kleine Fische, die er durch Tauchen erbeutet und zu seinen Jungen in die Brutröhren bringt. Der Flussregenpfeifer brütet auf vegetationsarmen Kies- oder Schotterbänken, welche durch die Dynamik in Flussauen immer wieder neu entstehen. Die Nachtigall, welche auch im Eußerthal zu finden ist, besiedelt unter anderem Auwälder und ist sowohl in der Weichholz- als auch der Hartholzaue zu finden. 

Eisvogel

 Alcedo atthis

Flussregenpfeifer

Charadrius dubius

Nachtigall

Luscinia megarhynchos

 

5 Säugetiere

Der Biber und der Fischotter gehören zu den bekanntesten Auenbewohnern. Der Fischotter bevorzugt naturnahe Flüsse und Bäche mit einer großen Pflanzenvielfalt an den Ufern, in welchen er sich gut verstecken kann. Sowohl die Zerstörung dieser Habitate als auch eine Bejagung des Fischotters führte dazu, dass diese Art in vielen Regionen bedroht ist. Die Bestände des Bibers, welche fast vollständig ausgerottet wurden, haben sich inzwischen wieder erholt, gehören aber dennoch zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten. Zum Lebensraum von Bibern gehört sowohl das fließende oder stehende Gewässer, als auch deren Uferbereiche. Das Wildschwein, weches auch im Eußerthal zu Hause ist, fühlt sich in Auwäldern ebenfalls wohl und ist durch seine ausgezeichneten Schwimmkünste an die Hydrodynamik der Auen gut angepasst. 

Biber

Castor fiber

Fischotter

Lutra lutra

Wildschwein

Sus scorfa

6 Insekten

In Flussauen und auch im Eußerthal, finden sich zahllose Insektenarten, die sich perfekt an die Bedingungen angepasst haben. Libellen, die zunächst als Larven im Gewässer leben, besiedeln nach ihrer Emergenz (Schlupf) die Auenlandschaft und fangen im Flug ihre Beute. Viele weitere Arten von Benthos, am Gewässergrund lebende Organismen, gehören zu den Insekten und bilden die Nahrungsgrundlage für Fische, Amphibien und Vögel. Hierzu zählen beispielsweise auch Wasserkäfer oder andere Insektenlarven wie Steinfliegenlarven. Auch viele Schmetterlingsarten, wie beispielsweise der Große Schillerfalter, finden in Auwäldern ihren Lebensraum.

Gebänderte Prachtlibelle

Calopteryx splendens

Großer Schillerfalter

Apatura iris

 

 

Steinfliegenlarve und Steinfliege

Plecoptera

Quellen

Foto Kammolch: Urheber: Piet Spaans

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:TriturusCarnifexMale.JPG)

Foto Karausche:  Urheber: Viridiflavus

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:CarassiusCarassius8.JPG)

Foto Bitterling:  https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Rhodeus_sericeus.jpg

Foto Nachtigall:  Autor: Chris Romeiks/vogelart.info;

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Luscinia_megarhynchos_vogelartinfo

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Foto Steinfliege: Urheber: James K. Lindsey

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Nemoura.cinerea.jpg

Foto Larve: Urheber: böhringer friedrich

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:SteinfliegenLarve2.JPG

Foto Schillerfalter: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Apatura_iris_Weinsberg_20080618_1.jpg