Geschichte

Die Überlegungen zur Etablierung einer Friedensakademie in Rheinland-Pfalz gehen zurück auf den Koalitionsvertrag der Landesregierung aus dem Jahr 2011. Der „Prüfauftrag“ aus der Koalitionsvereinbarung führte im November 2013 zur Gründung des Trägervereins „Friedensakademie Rheinland-Pfalz - Akademie für Krisenprävention und zivile Konfliktbearbeitung e.V.", an dessen Gründung 15 Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Bildungseinrichtungen und zivilgesellschaftlichen Initiativen beteiligt waren. Im Frühjahr 2014 wurde dann in einem Workshop mit Expert*innen aus der Friedens- und Konfliktforschung das Profil der zu errichtenden Einrichtung erarbeitet, die in besonderer Weise friedenswissenschaftliche Forschung mit zivilgesellschaftlichem Engagement verbinden sollte.

Der rheinland-pfälzische Landtag griff die Überlegungen zur Gründung einer Friedensakademie im Januar 2014 in einem Beschluss („Rheinland-Pfalz fördert die Friedensbildung“, Drs. 16/3025) erneut auf. In diesem wurde die Landesregierung aufgefordert, „die Arbeit des Vereins ‚Friedensakademie Rheinland-Pfalz - Akademie für Krisenprävention und zivile Konfliktbearbeitung e.V.' zu unterstützen". Im Landeshaushalt 2014/15 wurden dann erstmalig finanzielle Mittel für den Aufbau der Friedensakademie bereitgestellt.

Im Juli 2014 verlieh die Universität Koblenz-Landau dem Verein den Status einer „besonderen wissenschaftlichen Einrichtung“ gemäß § 96 HochSchG, so dass zum 1. September 2014 (Antikriegstag) die ersten Einstellungen erfolgten und damit die Arbeit im Frank-Loebsches Haus in Landau aufgenommen werden konnte. Der wissenschaftlichen Leitung gehörten der 1. Vorsitzende des Trägervereins Prof. em. Dr. Ulrich Sarcinelli, der Geschäftsführer Dr. Sascha Werthes und als hauptamtlicher Hochschullehrer der Universität Koblenz-Landau Jun.-Prof Dr.Janpeter Schilling an. Im Beisein von Repräsentant*innen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien wurde die Akademie auf dem Hambacher Schloss am 9. März 2015 feierlich eröffnet.

2019 fand der Abschluss des institutionellen und personellen Konsolidierungsprozesses statt: Unter Sicherung des Akademiecharakters gelang die Vollintegration der Friedensakademie als „zentrale wissenschaftliche Einrichtung“ gemäß. § 90 HochSchG in die Universität; Dr. Charlotte Dany übernimmt die Geschäftsführung und Jun.-Prof. Janpeter Schilling die wissenschaftliche Leitung. Mit der Vollintegration in die Universität hatte der Trägerverein seine eigentliche Aufgabe erfüllt und änderte seinen Namen 2019 in „Verein der Freunde und Förderer der Friedensakademie“ um. Seine Aufgabe ist es nun, die friedenswissenschaftlichen und friedenspolitischen Aktivitäten der Friedensakademie sowie die Entwicklung ziviler und präventiver Strategien des Konflikt- und Krisenmanagements ideell und materiell zu unterstützen.