Umwelt- und Ressourcenkonflikte

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Umweltveränderungen wie Dürren und Überflutungen wirken sich in immer mehr Regionen negativ auf wichtige Ressourcen wie Wasser und Land aus. Gesellschaften sind von diesen Veränderungen und den damit einhergehenden ökologischen, sozialen, ökonomischen und politischen Folgen auf unterschiedliche Weise betroffen und verfügen teilweise über sehr stark- manchmal aber auch sehr schwach-ausgeprägte Bewältigungskapazitäten. Deutlich werden die mit den Umweltveränderungen einhergehenden Folgen häufig erst dann, wenn sie gewaltförmig verlaufen. Die Zukunft, so vermuten viele Wissenschaftler, wird durch eine Renaissance der Ressourcenkonflikte gekennzeichnet sein. Parallel zur Geschwindigkeit des Erschöpfens der weltweit verfügbaren Reserven an Öl, Uran, Wasser, Land und vieler anderer, werden die Konfliktlinien immer schärfer und das Gewaltrisiko größer. Sowohl Ressourcenverknappung als auch Ressourcenwohlstand können gesellschaftliche Konflikte schüren. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn der Zugang zu Ressourcen und die Profite aus ihrem Handel ungleich verteilt sind. Die Art der Ressource bestimmt meist den Konflikttyp. Beispielsweise lassen sich Diamanten leicht schmuggeln, um damit eine Rebellion zu finanzieren.

Ressourcenkonflikte beeinflussen die objektiv und subjektiv empfundene menschliche Sicherheit vor Ort und damit das Konflikt- und Gewaltpotenzial in betroffenen Gesellschaften, vor allem, wenn Gewalt als alternativlose Handlungsoption wahrgenommen wird. Dies wirft die Frage auf, wie durch natürliche Ressourcen geschürte Gewaltpotenziale und Sicherheitsrisiken bewältigt und alternative Handlungsstrategien gefördert werden können. Hier kommt politischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Institutionen eine zentrale Rolle in der Ressourcen-Governance, Konfliktbewältigung und Friedenssicherung zu.