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Landau Peace Lecture „Geschichtspolitik als Kulturkampf“ mit Michael Sturm

Wie kann eine historisch-politische Bildungsarbeit und auch jede engagierte Einzelperson völkisch-nationalistischen Deutungen von historischen Orten und Ereignissen entgegentreten? Dazu sprach Michael Sturm, pädagogisch-wissenschaftlicher Mitarbeiter am Geschichtsort Villa ten Hompel in Münster, im Rahmen der Landau Peace Lecture am 24. Februar.

Es sei wichtig, dass man „nicht aus der Geschichte lernt, sondern aus dem Umgang mit ihr“, so Sturm. Denn Deutung von Geschichte geschieht immer aus einer (politischen) Perspektive, ist selbst dynamisch und plural. Somit gilt es Lernräume für Vielstimmigkeit, Irritationen ebenso wie Handlungsmöglichkeiten im konkreten Lebenskontext sichtbar zu machen.

Ein konkretes Vorgehen präsentiert Michael Sturm, indem er selbst rechte Geschichtspolitik auf ihre politischen Strategien hin untersucht und darin liegenden Revisionismus, Nationalismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit aufzeigt und kritisiert. Dabei sei zentrales Ziel der Deutung von historischen Orten und Ereignissen, einen ethnisch und kulturell homogenen Volksbegriff zu reaktivieren, um ein nationales Identitätsgefühl zu stärken. Die diskriminierenden und gewaltvollen Folgen solcher Forderungen gilt es offen zu legen und zu kritisieren.

Daneben zeigt Michael Sturm an mehreren Beispielen auf, welche Stimmen auch in der Mainstream-Erinnerung oftmals übersehen bleiben: seien es die Streiks migrantischer Arbeiterinnen im Sommer 1973 bei Pierburg in Neuss oder die von Angehörigen geschaffenen Erinnerungsräume für die Opfer von rechtem Terror in Hanau, die für Anerkennung in der Demokratie kämpfen. Die Kompetenz Dynamiken und Positionen hinterfragen zu lernen und auch eigene blinde Flecken zu reflektieren sei ebenso wichtig für die historisch-politische Bildung wie Wissen über Daten und Epochen, so Michael Sturm.

Die Landau Peace Lecture mit Michael Sturm wurde durch die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz unterstützt.


Datum der Meldung 25.02.2021 00:00