Jahrestagung Friedenspädagogik 2017

"Trauma und Traumabearbeitung: Perspektiven und Herausforderungen für die Friedenspädagogik"

Jahrestagung Friedenspädagogik 2017 des AK Friedenspädagogik der AFK

26.-27. September 2017

Universität Koblenz-Landau, Campus Koblenz

 

Auf Pädagogen, Sozialarbeiter, Jugendbetreuer, Streetworker, Stadtteilbetreuer, Integrationsbeauftragte, Lehrpersonen, Konfliktarbeiter und nicht zuletzt auf Personen, die sich in der Flüchtlingsarbeit engagieren sind vielfältige neue Anforderungen in ihrem Berufsalltag hinzugekommen. Tagtäglich sehen sich diese Berufgruppen konfliktiven und konfrontativen Interaktionssituationen gegenüber. In jüngerer Zeit kommt noch eine gestiegene Zahl von Menschen mit traumatisierenden Erlebnissen hinzu. Ergänzende pädagogische Kompetenzen sind vielfach von Nöten. Welchen konstruktiven Beitrag kann hier die Friedenspädagogik leisten? Wie können zeitgemäße, an diesen aktuellen Lebenssituationen orientierte, friedenspädagogische Zugänge aussehen? Welche friedenspädagogische Kompetenzen können weiterhelfen und wie können diese adressaten- und bedarfsgerecht an die verschiedenen Akteursgruppen vermittelt werden?

Bereits die Jahrestagung an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt im November 2016 hatte sich dem Themenfeld "Flucht und Migration: Herausforderung für die Friedenspädagogik" im Rahmen einer ersten Standortbestimmung angenähert. Die Jahrestagung 2017 schließt an diese Reflexionsprozesse an. Im Fokus steht nun jedoch eine ganz konkrete wichtige Herausforderung der kommenden Jahre. Die große Zahl geflüchteter Menschen, die ihre Heimat verlassen hat, erreicht im Bereich der sozialen und gesellschaftlichen Integration vor Ort ganz unmittelbar auch das Bildungssystem und das pädagogische Feld. Die Folgen von Krieg, Vertreibung und Flucht manifestieren sich in vielfältigen, vor allem auch psychischen Belastungsformen wie Verlust von Vertrauen, Ängste, Stress und Traumata.

Die Tagung berücksichtigt nicht nur die Aktualität des Themas, sondern möchte eine „Gesamtschau“ auf dessen Vielschichtigkeit und Komplexität ermöglichen. Die Jahrestagung wird konzeptionell in Vorträge und Workshops zweigeteilt. Dabei wird sowohl die aktuelle Forschungslandschaft zum Thema Trauma rezipiert und diskutiert, wie auch auf Basis theoretischer Grundlagen, handlungsbezogener Zugänge wie auch konkreter Methoden und Konzepten der friedenspädagogische Diskurs in diesem Kontext gemeinsam weiter entwickelt.

Inhaltliche Themenschwerpunkte bilden dabei:

  • Die Rolle und Relevanz von Trauma und Traumabewältigung in der friedenspädagogischen Theorie und Praxis;
  • Die Förderung von pädagogischen Umgangsformen und förderlichen Strukturen unter Einbezug des sozialen und gesellschaftlichen Umfeldes;
  • Die Möglichkeiten und Grenzen von Handlungsoptionen von Lehrpersonen und Multiplikatoren in der Arbeit mit traumatisierten Menschen.

 

Zum Programm-Heft.

 

Programm

26. September 2017

12:30 - 13:30 Einchecken/Ankommen

13:30 - 14:00 Begrüßung und Einführung

14:00 - 15:15 Vortrag und Diskussion:
Prof. Dr. Bettina Wuttig (Hochschule Heidelberg) "Trauma, Normativität und Kriegsdiskurse'

15:15 - 15:45 Kaffeepause

15:45 - 17:45 Vortrag und Kurz-Workshop:
Prof. em. Dr. Christina Krause (Georg-August-Universtiät Göttingen)  "Gesundheitsressourcen erkennen und fördern - eine Kernkompetenz von Pädagogischen Fachkräften"

18:00 - 18:30 Keynote Speech:
Prof. Dr. Ran Kuttner (Universität Haifa) "Cultivating a culture of acceptance and engagement"

19:00 Gemeinsames Abendesssen

 

27. September 2017

08:30 - 13:00 Workshops mit integrierter Kaffeepause:

Workshop A:

Dr. Ran Kuttner und Samer Atamneh, Givat Haviva, Israel:

Challenges Educators Face in Diverse Settings

Das Team von Givat Haviva verdeutlicht, wie in der alltäglichen friedenspädagogischen Praxis mit Traumata und seelischen Wunden umgegangen werden kann.

This workshop will introduce the participants to various challenges commonly found in diverse educational settings, such as dealing with pupils with diverse backgrounds, dealing with stereotypes, handling expressions of racism, helping accept the other, etc. Using the knowledge accumulated in the decades-long work of the Education Department at Givat Haviva with Jewish and Arab pupils and educators in Israel, and by using experiential learning, exercises, dialogue and personal reflections, the workshop will help participants better meet these challenges and constructively engage these conflicts in their daily work with pupils and parents from different cultures and nationalities.  

 

Workshop B:

Georg Genoux, Theaterregisseur, Berlin/Kiew

Der Workshop zur Methode des Doku-Theater setzt sich mit der Arbeit kriegstraumatisierter Schülerinnen und Schüler in der Ostukraine und der eigenen Geschichte und ihren Traumata auseinander.

 

Workshop C:

AK Friedenspädagogik der AFK

Im „Theorie“-Workshop des AK Friedenspädagogik werden die Diskussionsstränge  des ersten Konferenztages sowie erste „Essentials“ auf Basis bestehender theoretischer Ansätze und Konzepte diskutiert und weiterentwickelt.

 

13:00 - 14:00 Mittagspause

14:00 - 16:00 Präsentation der WS-Ergebnisse und Abschlussdiskussion

16:00 Ende der Tagung

 

Der Tagungsbeitrag für beide Tage beträgt 25 Euro (Studierende 15 Euro).

 

Anmeldungen sind bis zum 15. September 2017 per E-Mail an friedensakademie-rlp@uni-landau.de möglich.

 

Im Vorfeld der Tagung wird am 25. September 2017 das Friedenspädagogische Forschungskolloquium abgehalten. Den Call for Papers finden Sie hier.