PSYCHOPLAST

Logo Plast - Commplast/Psychoplast/SoilplastWechselseitige Einflüsse zwischen Risikobewertungen, Einstellungen und Verhaltensintentionen bei der direkten und indirekten Verwendung von Plastik

Um psychologische Bedingungen für Veränderungen bei der Verwendung von Plastik zu identifizieren, untersucht das psychologische Teilprojekt wechselseitige Einflüsse von Einstellungen, Risikobewertungen sowie Verhaltensintentionen hinsichtlich der direkten und indirekten Verwendung von Plastik. Als Beispiele werden der Einsatz von Folien zur Lebensmittelproduktion in der Landwirtschaft und der private Konsum von Plastik gewählt (u.a. in Form von Verpackungen für Lebensmittel sowie Produkten, die nachweislich Mikroplastik enthalten wie Funktionstextilien und Kosmetikprodukte (z.B. Duschgels und Shampoos). Aufbauend auf Theorien und Befunden der Verkehrsmittelwahl und des Recyclingverhaltens sowie neueren Studien zur Effizienz- und Suffizienzorientierung beim Umgang mit Ressourcen und Befunden zur Verhaltenswirksamkeit der Ungerechtigkeitssensibilität wird ein rekursives Wirkungsmodell entwickelt und empirisch untersucht. Dabei werden unterschiedliche methodische Strategien verwendet: Erstens werden interindividuelle Unterschiede in den Modellvariablen gemessen, um die angenommene Wirkungskette pfadanalytisch zu testen. Zweitens werden mittels experimenteller Studien zentrale kausale Effekte des Modells geprüft. Im Fokus der experimentellen Kausalanalyse steht zunächst der Zusammenhang zwischen Risikobewertungen und Einstellungen. Drittens ermittelt ein Feldexperiment, inwieweit sich die pfadanalytischen und experimentellen Ergebnisse extern validieren und replizieren lassen. In der experimentellen und der feldexperimentellen Studie werden Informationen verwendet, die in den beiden naturwissenschaftlichen Projekten und im kommunikationswissenschaftlichen Projekt generiert wurden. Aufbauend auf den Befunden des Projekts können Interventionsmaßnahmen zur Einstellungsänderung von Akteuren, mediale Informationskampagnen für Produzenten (Landwirten) und Konsumenten (Bürgern) und schulische Bildungsmaßnahmen zur Vermittlung von Wissen über Risiken des Plastikverbrauchs konzipiert und in anschließenden Forschungsprojekten evaluiert werden.