Teilprojekt 2

"Entwicklung der Lesemotivation von Jungen und Mädchen in der Grundschule"

Anhand einer Fragebogenerhebung sollen im Rahmen des dritten Teilprojektes die Interventionsmaßnahmen zum Umgang mit literarischen Vorgaben in ihrer Auswirkung auf die Lesemotivation evaluiert werden. Außerdem sollen in einer erweiterten Erhebung die Bedeutung verschiedener im Zusammenhang mit der Entstehung und Aufrechterhaltung von Lesemotivation stehender Variablen bei Jungen und Mädchen überprüft werden. Dass Lesemotivation, vereinfacht definiert als Ausmaß des Wunsches aktuell zu lesen, sowie die häufig wiederkehrende Absicht dieses zu tun, eine zentrale Bedingung der Lesekompetenz ist, ist in der Forschung unumstritten. Eine hohe Lesemotivation führt durch vermehrtes Ausführen der Tätigkeit Lesen zu besserer Lesekompetenz, welche sich wiederum positiv auf das Leseselbstkonzept und die Lesemotivation auswirkt. Die in Schulleistungsvergleichsstudien an älteren Schülern gefunden Geschlechtsunterschiede in der Lesekompetenz zu Gunsten der Mädchen werden auf die höhere intrinsische Lesemotivation der Mädchen schon im Grundschulalter zurückgeführt, aber auch mit geschlechtstypischen Interessenunterschiede und Unterschieden in den Vorlieben für bestimmte Genres (z.B. Fiktion vs. Comics) in Verbindung gebracht.. Die Ursachen hierfür sind in der Forschung noch nicht hinreichend geklärt. Dies soll vor der Hintergrund des vorliegenden Forschungsstandes im Rahmen der Studie auf der Grundlage eines differenzierten motivationstheoretischen Konzeptes geschehen.