Hinweis

Auf diesen Seiten veröffentlicht die Universität Koblenz · Landau Informationen von externen Partnern, deren Informationen seriös erscheinen. Die Universität übernimmt dabei jedoch keine Verantwortung oder Haftung für unlautere Angebote. Sollten Ihnen solche Angebote auffallen, schicken Sie bitte eine E-Mail an das CMS-Team, damit der Link gelöscht werden kann.

Im Studium für das Alter vorsorgen: Deshalb lohnt sich die private Altersvorsorge schon jetzt

Quelle: @geralt (CCO-Lizenz)/pixabay.com
Quelle: @geralt (CCO-Lizenz)/pixabay.com

 

Im Studium ist die wirtschaftliche Situation erfahrungsgemäß eher angespannt. Die Förderung im Rahmen des Bafög oder eines Studienkredites reicht oft nicht aus, um alle Kosten zu decken und im Nebenverdienst sind begleitend zu einem Studium in Vollzeit nur begrenzte Zusatzeinnahmen zu generieren. Studierende müssen deshalb sehr genau auswählen, wofür sie ihr Budget ausgeben können und möchten. Katharina Lawrence, Expertin für Finanzdienstleistungen bei der Verbraucherzentrale Frankfurt am Main, bringt es im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung auf eine einfache Formel:

„Studierende müssen im Hier und Jetzt über die Runden kommen, sich ihr Geld für die Zeit des Studiums einteilen und sehen, dass sie möglichst ohne Schulden in den Beruf einsteigen. Falls Bafög-Schulden entstehen oder ein Studienkredit aufgenommen werden muss, gilt die Regel: Schuldentilgung geht vor Altersvorsorge. Wichtig in diesem Lebensabschnitt ist, für das Nötigste an Risikoschutz zu sorgen.“

Die private Altersvorsorge rangiert auf der Liste der relevanten Kostenfaktoren im Studium weit hinten auf der Liste. In Anbetracht der Entwicklung, die die gesetzliche Rente schon seit einigen Jahren nimmt, kann es trotzdem hilfreich sein, sich schon vor dem finalen Einstieg ins Berufsleben über Möglichkeiten im Bereich private Altersvorsorge zu informieren.

Erst die Rentenlücke erkennen, dann schließen

Das Renteneintrittsalter liegt nach aktuellem Stand für alle, die nach 1964 geboren sind, bei 67 Jahren. Ein Renteneintrittsalter von 70 Jahren ist für heute Studierende denkbar. Das ergibt je nach gewähltem Bildungsweg ein Zeitfenster von 40 bis 50 Jahren Berufstätigkeit, in dem neben den gesetzlichen Rentenanwartschaften auch eine Vorsorge aus privaten Mitteln erworben werden sollte.
Um die Rentenlücke bis zum Ruhestand schließen zu können, muss zunächst ermittelt werden, wie hoch der zusätzliche Bedarf an wirtschaftlichen Mitteln sein wird, um den gewohnten Lebensstandard auch im Rentenalter aufrechterhalten zu können.

Grundlage der Bedarfsermittlung ist die gesetzliche Rente. Im Jahr 1990 erhielten Angestellte im Ruhestand 55 % ihres zuletzt erwirtschafteten Einkommens. Aktuell liegt das Rentenniveau bei ungefähr 48 Prozent. Eine anhaltende Verschlechterung ist zu erwarten, sodass Studierende mit dem Erreichen des Rentenalters möglicherweise nur noch 40 Prozent ihres letzten Einkommens als staatliche Rente erhalten werden. So entsteht eine Versorgungslücke, die aus privaten Vorsorgen geschlossen werden muss. Wie groß die Versorgungslücke im Einzelfall ist, hängt von verschiedenen Parametern ab. Dazu zählt die individuelle Wohnsituation im Alter, die gesundheitliche Situation sowie der gewünschte Lebensstandard.

So lässt sich die persönliche Rentenlücke ermitteln:

1. Finanzbedarf im Alter ermitteln

Finanzexperten gehen davon aus, dass der Kapitalbedarf im Rentenalter bei etwa 80 Prozent des vorherigen Bedarfes liegt.

2. Eine Aufstellung sämtlicher zu erwartender Einkünfte im Alter machen

Neben der gesetzlichen Rente sollten hier Einkünfte aus Vermietung, private Altersvorsorgen, privates Vermögen und sonstige Nebeneinkünfte aufgeführt werden.

3. Das Budget an der Inflation messen

Die zu erwartende Inflation mindert die Kaufkraft der zu erwartenden Einkünfte. Experten rechnen mit einer Inflation von 2 bis 2,5 %. Damit wäre eine Rente von 2.000 Euro brutto im Monat in 20 bis 30 Jahren nur noch mit einer Kaufkraft von 1.200 bis 1.350 Euro gleichzusetzen.

4. Steuerabgaben berechnen

Auch Renteneinkünfte werden versteuert. Die Verbraucherzentralen schätzen monatliche Abgaben von 10 bis 20 Prozent auf gesetzliche Renten und Betriebsrenten. Die Steuerlast wird um den jährlichen Steuerfreibetrag reduziert. Dieser liegt 2020 bei 9408 Euro pro Einzelperson.

So macht sich die private Altersvorsorge in Steuererklärung bemerkbar

Die Einkommensteuererklärung ist auch für Studierende mit geringem Einkommen ein Thema. Die private Altersvorsorge muss in der Steuererklärung berücksichtigt werden, da die finanzielle Belastung sich steuermindernd auswirken kann.

Hier werden die einzelnen Posten in der Steuererklärung vermerkt:

  1. Die Zeilen 4 bis 11 in der Anlage Vorsorgeaufwand sind für die gesetzliche Rentenversicherung sowie den Basisrentenvertrag (Rürup-Rente) bestimmt.
  2. Für Riester-Sparer ist die Anlage Altersvorsorge (AV) relevant. In Zeile ist aufzuführen, für wie viele Riester-Verträge staatliche Förderung bezogen wird. Zeile acht ist für die Höhe der Beiträge vorgesehen. Damit sind auch Tilgungszahlungen für den sogenannten Wohn-Riester gemeint. Außerdem wichtig: War der Sparer im entsprechenden Jahr mittelbar oder unmittelbar begünstigt? Gab es Riester-Zulagen für Kinder? Beiträge zur Riester-Rente werden als Sonderausgaben in der Steuererklärung geltend gemacht. Maximal 2.100 Euro pro Jahr können als Sonderausgaben abgesetzt werden.
  3. Auch Aufwendungen für die ungeförderte private Rentenversicherung sind in der Anlage Vorsorgeaufwand einzutragen. Steuerlich absetzbar sind sie aber nur selten. Meist wird der Höchstbetrag bereits von anderen Leistungen ausgeschöpft.

(Quelle: https://www.clark.de)

So lohnt sich die private Altersvorsorge für Studenten

Studierende, die schon heute etwas für ihre Altersvorsorge tun möchten, sollten zunächst ermitteln, wieviel Kapital sie monatlich langfristig anlegen können. Gerade im Bereich private Altersvorsorge lohnen sich langfristige Investitionen, die über Jahrzehnte hinweg ein ausreichendes Vermögen generieren können.

Diese Produkte stehen Studierenden zur Verfügung:

1. Riester-Rente

Schon mit einer kleinen monatlichen Spareinlage können Studierende mit der Riester-Rente staatliche Zulagen in Anspruch nehmen und sich eine lebenslange zusätzliche Rente sichern. Die Privateinlagen und die staatliche Förderung werden als Auszahlungssumme garantiert. Außerdem gehört die Riester-Rente zum pfändungsfreien Vermögen.
Die Riester-Rente ist auch als Riester-Fondssparplan möglich.
Der Abschluss einer Riester-Rente steht nur Studierenden offen, die eine sozialversicherungspflichte Tätigkeit jenseits der 400-Euro-Grenze ausüben.

2. Rürup-Rente

Mit der Rürup-Rente lässt sich ebenfalls durch Privateinlagen eine lebenslange monatliche Rente generieren. Die staatliche Förderung wird durch eine Steuererleichterung realisiert. Anleger können seit 2020 90 % ihrer Beiträge für die Rürup-Rente steuerlich geltend machen. Ab 2025 sollen die Beiträge zu 100 % anerkannt werden.
Auch die Rürup-Rente kann mit einem Fondssparplan kombiniert werden.

3. Privater Fondssparplan

In einem privaten Fondssparplan können monatlich festgelegte Beiträge in ausgewählte Fonds investiert werden, um eine attraktive Rendite zu generieren. Die Höhe der monatlichen Beiträge kann flexibel angepasst werden. Auch eine Fondsanlage mit Einmalzahlung ist möglich. Hier empfehlen Finanzexperten allerdings ein Mindestkapital von 4.000 bis 5.000 Euro als Einmaleinlage.

4. Betriebliche Altersvorsorge

Studierende, die sich neben dem Studium in einer Festanstellung befinden, die über 400 Euro hinausgeht, können vielfach eine betriebliche Altersvorsorge in Anspruch nehmen. Dabei wird ein Teil des Bruttogehaltes vor Abzug der Steuern abgeführt und gewinnbringend angelegt. Häufig ergänzt der Arbeitgeber die Einlage um einen Arbeitgeberanteil.

5. Private Rentenversicherung

Bei einer privaten Rentenversicherung werden monatliche Beiträge einbezahlt, die zum festgelegten Renteneintrittsalter als lebenslange Rente, einmalige Kapitalauszahlung oder Kombination aus beidem ausbezahlt werden.
Eine private Rentenversicherung kann auch als fondsgebundene Police abgeschlossen werden.

Die Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge sind ebenso vielfältig wie die Finanzkonzepte und Zukunftspläne während des Studiums. Ein früher Einstieg in die Thematik bietet Studierenden und Berufseinsteigern die Möglichkeit, schon mit kleinem Kapitalaufwand langfristig Vermögen aufzubauen. Wichtig ist allerdings, von Anfang an auf Produkte und Sparkonzepte zu setzen, die sich jederzeit an die individuelle Lebenssituation anpassen lassen, indem die Sparzulage beispielsweise mit dem Einstieg ins Berufsleben erhöht wird. Schon mit 10 bis 20 Euro monatlich lässt sich ein Weg in die private Altersvorsorge finden, der langfristig zur Absicherung im Alter führt.