Projekte

Projektstart von „GeKOS“– ein Projekt für Studierende und Flüchtlingskinder

Für das Jahr 2015 wird mit deutlich mehr als einer Million Flüchtlingen gerechnet, die in Deutschland Asyl beantragen. Wöchentlich gelangen Familien mit schulpflichtigen Kindern auf der Flucht vor Krieg, Vertreibung und Zerstörung nach Rheinland-Pfalz. Vor diesem Hintergrund wurde am Institut für Grundschulpädagogik am Campus Koblenz mit GeKOS (Gemeinsam entdecken Kinder ihren Ort mit Studierenden) unter der Leitung von Prof. Dr. Heike de Boer ein Projekt ins Leben gerufen, das aktive Unterstützung für Kinder mit Fluchtgeschichte leisten und zugleich zur Professionalisierung angehender Lehrer/innen und Pädagog/innen im Umgang mit Menschen mit Fluchterfahrungen beitragen möchte. Studierende und Schüler/innen im Alter von sechs bis zwölf Jahren treffen sich über acht Monate einmal wöchentlich am Nachmittag.

Das Projekt verfolgt erstens das Ziel, zur sozialen und kulturellen Integration von Kindern mit Flüchtlingshintergrund in die Region beizutragen. Dabei nimmt die Orientierung im Stadtteil, der Aufbau von Sozialkontakten und das Erlernen der deutschen Sprache eine herausragende Rolle ein. In den Tandems wird gemeinsam mit einer erwachsenen Bezugsperson als Sprach- und Rollenvorbild die Freizeit gestaltet, werden gemeinsame Aktivitäten unternommen und die Erkundung des Wohnortes sowie kultureller Rituale und Gebräuche vorgenommen. Zweitens benötigen zukünftige Pädagog/innen und Lehrkräfte interkulturelle und reflexive Kompetenzen, um mit der zunehmenden Diversität kindlicher Lebenszusammenhänge professionell umgehen zu können. Die Studierenden erhalten wertvolle Einblicke in andere Kulturen und Lebenszusammenhänge, indem sie die Lebenswelt, den Alltag und die Familie der Kinder kennenlernen. Durch die Aufarbeitung solcher Eindrücke in begleitenden Lehrveranstaltungen lernen die Studierenden, eigene Erlebnisse, (Vor-)Urteile, Ängste und Stereotype zu hinterfragen. In der Zusammenarbeit mit Kontaktlehrkräften und ehrenamtlichen Flüchtlingshelferinnen wurde das Projekt aktuell mit zwei start days an der Medardus Grundschule Bendorf und der Grundschule Rübenach mit 42 Studierenden-Kindertandems begonnen. Das drittmittelgeförderte Projekt ist auf fünf Jahre angelegt und wird wissenschaftlich begleitet und evaluiert.

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Umgang mit Heterogenität in Schule und Unterricht mit dem Schwerpunkt sprachlich-kulturelle Verschiedenheit - SpraKult

2015 wird in Deutschland mit über 1 Million Asylanträgen gerechnet. Auch Familien mit schulpflichtigen Kindern fliehen nach Rheinland-Pfalz vor Krieg, Vertreibung und Zerstörung. Hier setzt SpraKult an: Lehramtsstudierende aller Lehramtsstudiengänge können im Fach Bildungswissenschaften und durch weitere Veranstaltungen einen Schwerpunkt  legen, der zur vertieften Vorbereitung auf den gelingenden Umgang mit unterschiedlichen Voraussetzungen von Schüler/innen, insbesondere mit Blick auf sprachlich-kulturelle Differenz, beiträgt.

Dies befähigt sie besonders, auf organisatorische und unterrichtliche Aufgaben angemessen zu reagieren, die durch Zuwanderung in Schule und Unterricht entstehen: vor allem Grundwissen über und Grundfähigkeiten im Umgang mit eingeschränkten Kenntnissen der Unterrichtssprache, mit spezifischen Vorerfahrungen (z. B. sog. Flüchtlingskinder) sowie „anderem“ ethnisch-kulturell-religiösen Hintergrund. Schulen und Lehrkräfte benötigen diese Kenntnisse und Kompetenzen an allen Schulformen langfristig, da die zukünftige Migration nicht zu kalkulieren ist und da die schon anwesenden Schüler/innen für lange Zeit Förderung und Unterstützung benötigen.
Entsprechende Expertise des Arbeitsbereichs „Interkulturelle Bildung“ ist durch das jahrelange Angebot eines Ergänzungs- und eines Zusatzstudiums gegeben.
Das Angebot findet im Rahmen der curricularen Vorgaben für das Fach Bildungswisssenschaften und den darauf ausgerichteten Lehrveranstaltungen statt und erfordert – je nach Lehramtsstudiengang und Unterrichtsfach – die Teilnahme an weiteren Veranstaltungen sowie an Praxisprojekten.