Termin

02. Februar 2023

18:00-19:30 Uhr

 

Ort

Campus Koblenz, G 310

 

Moderation

Dr. Dennis Perchthaler

 

Referent

Kai Schuster

Kai Schuster

Studierte bis 2021 die Fächer Germanistik und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien an der Universität Koblenz-Landau. Bisherige Forschungs- und Publikationstätigkeiten umfassen einen literaturwissenschaftlichen Beitrag zum Begriff der ‚Heimat' bei Clemens Brentano, einen philosophischen Vortrag über „Verausgabungen des Bösen bei Georges Bataille" und seine philosophische Masterthesis zur „Anthropologie des radikalen Embodiment bei Alva Noë". Seit Februar 2022 promoviert er am Institut für Philosophie zum Thema „Verkörperte Interdisziplinarität?" unter der Betreuung von Prof. Dr. Matthias Jung.

Interdisziplinäres Kolloquium: Verkörperte Interdisziplinarität? – Zum Wissenschaftsdualismus und seiner Überwindung aus Sicht des Verkörperungsdenkens

Ein fachbereichsübergreifendes Kolloquium für (Nachwuchs-)Wissenschaftler*innen in Koblenz

Interdisziplinarität und Verkörperung markieren Schlüsselthemen – man könnte sagen: Paradigmen – gegenwärtiger Forschung. Doch während die Interdisziplinaritätsdebatten der deutschsprachigen Wissenschaftsforschung schon längere Zeit und bis heute ungebrochen andauern, gewinnt der Verkörperungsbegriff erst seit kurzem auch im Kontext interdisziplinärer Forschungen an systematischem Profil. Mit Verkörperung ist dabei zunächst gemeint, dass die geistigen Fähigkeiten der menschlichen Spezies aus den praktischen Interaktionen des Organismus mit seiner physischen und sozialen Umwelt hervorgegangen sind und auch strukturell stets an leibliche Interaktionserfahrungen gebunden bleiben. ‚Körper' und ‚Geist' bilden nach dieser Vorstellung also keinen dualistischen Gegensatz mehr, sondern bedingen sich in ihrer Entwicklung gegenseitig.

Mit Blick auf das zeitlos kontroverse Verhältnis von Natur- und Kulturwissenschaften ist das Paradigma der Verkörperung von systematischer Aktualität, wurde unter der allgemeinen Fragestellung interdisziplinärer Vermittlung jedoch noch nicht umfassend betrachtet. Angesichts nach wie vor bestehender Theoriedifferenzen und praktischer Berührungsängste zwischen den Wissenschaften scheint eine differenzierte Aufarbeitung dieser Thematik umso dringender geboten. Mein Vortrag versteht sich daher als eine Einführung in die Idee verkörperter Interdisziplinarität, d.h. er möchte grundlegende Antworten auf die Fragen suchen, ob und wie die Denkform der Verkörperung Interdisziplinarität erzeugen und so dazu beitragen kann, den unseligen Dualismus der Wissenschaftskulturen bereits grundbegrifflich zu überwinden.

 

Das Interdisziplinäre Kolloquium bietet (Nachwuchs-)Wissenschaftler*innen des Campus Koblenz die Möglichkeit, sich selbst und ihre Forschungsprojekte einer breiten Hochschulöffentlichkeit vorzustellen und dabei ins Gespräch zu kommen, sich kennenzulernen und auszutauschen. Die wissenschaftlichen Themen der Vorträge sollen in verständlicher Weise aufbereitet und disziplinübergreifend zugänglich gemacht werden, um hierdurch die Wissenschaftskultur am Campus mitzuprägen.

 

 

Wann 02.02.2023
von 18:00 bis 19:30
Wo Campus Koblenz, G 310
Name Julia Lederer (IPZ), Anna-Maria Scherhag (IPZ)
Kontakttelefon 0261 287-2952 / -2947
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