Fallzahl Standort Mainz: 0 (Warnstufe Grün) Maßnahmenkonzept

Fallzahl Standort Koblenz: 1 (Warnstufe Gelb bis: 02.12.2020) Maßnahmenkonzept

Fallzahl Standort Landau: 0 (Warnstufe Grün) Maßnahmenkonzept

Einsatz von synchronen Videotools in der Lehre

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Wir, das Institut für Wissensmedien und die Hochschuldidaktische Arbeitsstelle, sind uns bewusst, vor welchen großen Herausforderungen Studierende und Lehrende im Sommersemester 2020 stehen. Das gilt insbesondere für jene, die sich zum ersten Mal an Online-Lehre wagen (müssen). Vor diesem Hintergrund sind wir bestrebt, mit unseren Vorschlägen und Beratungsangeboten allen Bedürfnissen von Studierenden und Lehrenden – soweit es aus unserer Erfahrung heraus realisierbar ist – entgegen zu kommen und Sie bei all Ihrem Tun zu begleiten.

Es ist nachvollziehbar und wünschenswert, dass Lehrende auch in ihren Online-Veranstaltungen eine Möglichkeit zur unmittelbaren Kommunikation mit den Studierenden anstreben. Die Nutzung synchroner Videotools (z.B. Zoom, Adobe Connect, etc.) kann jedoch nicht die alleinige Lösung bei der Umstellung einer Veranstaltung auf Online-Lehre sein.

  • Aus vielen Gründen (z.B. große Datenströme, fehlende Bandbreiten der Server, ungenügende Netzanbindung bei Studierenden, alte Endgeräte oder falsche Konfigurationen) stellt die Nutzung synchroner Videotools aktuell eine besondere Herausforderung dar.
  • Von einem vorrangigen Einsatz synchroner Videotools als Standard-Werkzeug in der Lehre ist auch abzuraten, um allen Studierenden einen verlässlichen und zeitlich flexiblen Zugang zu allen Inhalten aller Lehrveranstaltungen zu ermöglichen.
  • Synchrone Videotools können nur als punktuelle Ergänzung der asynchronen Lehre einen wichtigen Beitrag zum Kompetenzerwerb von Studierenden und zum Aufbau und zur Pflege diskursiver Strukturen in Lehrveranstaltungen leisten.
  • Bitte vergessen Sie im Falle der Nutzung synchroner Videotools nicht die entsprechenden Zeitfenster! Entsprechende digitalisierte Veranstaltungen müssen zeitlich zu den in KLIPS angekündigten Veranstaltungszeiten stattfinden, damit die Überschneidungsfreiheit von Veranstaltungen gewährleistet bleibt und Parallelveranstaltungen vermieden werden.
Digitale Lehre sollte vorrangig auf Basis gut strukturierter, asynchron und dauerhaft für alle Studierenden verfügbarer Lernressourcen erfolgen, die auf bewährten Plattformen wie OLAT, Panopto oder Mahara den Studierenden angeboten werden.

Warum geben wir diese Empfehlung?

  • Zum ersten sind viele synchrone Videowerkzeuge (wie z.B. Adobe Connect) bereits jetzt technisch überlastet. Es ist zu erwarten, dass sich diese Probleme nach Beginn des digitalen Semesters noch deutlich verschärfen werden, wenn viele Lehrende in Deutschland (und darüber hinaus) parallel versuchen werden, ihre Lehrveranstaltungen zu streamen. Da die synchronen Anteile einer Veranstaltung zu den vereinbarten Zeiten der Lehrveranstaltung stattfinden müssen, lässt sich das nicht umgehen. Es gibt keinerlei Garantie für die technische Verfügbarkeit der synchronen Videowerkzeuge. Rechnen Sie mit Problemen und haben Sie einen Plan B zum Einsatz synchroner Videowerkzeuge.
  • Zum zweiten besteht das Problem (und dieses Problem besteht bei allen webbasierten Werkzeugen dieser Art), dass die verfügbare Bandbreite des Internetanschlusses bei den Studierenden zu Hause sehr unterschiedlich ist. Insbesondere in ländlichen Gebieten, aber auch in manchen Städten kann es passieren, dass die Bandbreite für einen Stream nicht ausreicht. In diesem Falle würden diese Studierenden einen Nachteil erleiden, da sie Ihrer Veranstaltung nicht folgen könnten.

Welche Konsequenzen lassen sich daraus ziehen?

  • Eine zentrale Grundlage in Online-Lehr-Formaten wird das Selbststudium sein.
  • Strukturierung und Darbietung der Online-Inhalte sollten das Selbststudium der Studierenden unterstützen.
    Siehe dazu unsere Webseiten: "Didaktische Handreichungen zur Gestaltung eines begleiteten Selbststudiums mittels Online-Formaten" sowie die Seiten "Lehre in Zeiten von Corona"
  • Die Nutzung asynchroner Online-Formate ist relativ niedrigschwellig umsetzbar, z.B. mittels vorab aufgezeichneter Videos oder klar strukturierter Übungen.
    • ein zeitlich entkoppelter Austausch kann beispielsweise mittels Foren, Text-Annotationen, dem Hochladen von Übungsbearbeitungen, etc. erfolgen
  • Der Austausch mit den Studierenden wird in der Regel vor allem asynchron erfolgen (müssen).
  • Eine Live-Kommunikation mit den Studierenden muss nicht immer per Video erfolgen! Nutzen Sie wo möglich synchrone Alternativen, wie bspw. Textchats oder reine Audiochats.
  • Dort, wo ein synchroner Austausch über den Videokanal alternativlos ist, sollte punktuell und ressourcen-sparsam von einem für diesen speziellen Anwendungsfall passenden Werkzeug Gebrauch gemacht werden (siehe Tipps weiter unten).