Fallzahl MZ: 0 (Warnstufe Grün) Maßnahmenkonzept

Fallzahl Koblenz: 1 (Warnstufe Gelb bis: 05.11.2020) Maßnahmenkonzept

Fallzahl Landau: 2 (Warnstufe Gelb bis: 06.11.2020) Maßnahmenkonzept

Landes Feuerwehr- und Katastrophenschutzschule

Konzeption, Implementierung und Evaluation eines Blended Learning-Lehrgangs zur Ausbildung von Gruppenführern der Freiwilligen Feuerwehr an der Feuerwehr- und Katastrophenschutzschule Rheinland-Pfalz (LFKS)

Entstehung des Projekts

LFKS LogoDie Feuerwehr- und Katastrophenschutzschule (LFKS) ist die zentrale Ausbildungsstätte für die Freiwilligen Feuerwehren, die Berufs- und Werkfeuerwehren und die anderen Hilfsorganisationen in Rheinland-Pfalz.

In rund 250 Veranstaltungen werden jährlich ca. 5.300 Kräfte der verschiedenen Organisationen geschult.

Damit hat sich sowohl die Anzahl der Lehrgangsteilnehmer als auch die der Lehrgangstage in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt. Die Anzahl der Lehrgangsteilnehmer aus höher qualifizierten Berufen ist dem gegenüber stetig gesunken.

Die Gründe dafür liegen hauptsächlich in der Pflicht der Arbeitgeber, diese Mitarbeiter für die Lehrgänge und Feuerwehreinsätze von der Arbeit frei zu stellen.

Um dieser Tendenz entgegen zu wirken, hat sich die Leitung der LFKS über neue Lehr- und Lernmethoden informiert und intensiv mit den Themen E-Learning und Blended Learning auseinander gesetzt.

Nach zahlreichen Gesprächen mit Firmen und Institutionen wurde schließlich dem Institut für Wissensmedien (IWM) der Universität Koblenz-Landau ein Projektauftrag zur Unterstützung der Einführung eines Blended Learning Lehrgangs für die Ausbildung der Gruppenführer der Freiwilligen Feuerwehren erteilt.

 

Ziele des Blended Learning - Lehrgangs

eGruppenführerNeue Interessenten für die Freiwillige Feuerwehr sollen vor allem durch die Einbeziehung der Neuen Medien wie Internet, Chat-Räume und Foren, Audio-Konferenzen, die Bereitstellung von Lehrgangsunterlagen in einer Lernplattform (LMS) und durch grafisch ansprechend animierte Tests und Quizzes gewonnen werden.

Die Präsenzzeiten des Lehrgangs und damit die Berufsausfallzeiten für die Arbeitnehmer sollen merklich reduziert werden.

Um auch Mitgliedern anderer Berufsgruppen die Teilnahme an diesen Lehrgängen zu ermög­lichen, werden die Teilnehmer statt in einem zweiwöchigen Lehrgang nur noch an 5 Tagen in der Landesfeuerwehrschule unterrichtet.

Den Hauptanteil der theoretischen Lehrgangsinhalte eignen sich die Teilnehmer am heimischen PC an.

In individuell gestalteten Selbstlernphasen, aber auch in virtueller Paar- und Gruppenarbeit werden soziale, kommunikative und führungstechnische Kompetenzen erarbeitet und geübt.

In den Online-Phasen werden die Lehrgangsteilnehmer von den LFKS -Trainern begleitet, die neben ihrer Rolle als Autor der Lehrgangsunterlagen vornehmlich die Funktion des Moderators, Beraters oder Coachs übernehmen. Für diese neuen Aufgaben werden sie im Rahmen des Projekts fortgebildet und erhalten projektbegleitend didaktische Unterstützung.

Parallel zur Umgestaltung der Lehrgangsstruktur werden die Lehrgangsunterlagen aktualisiert. Offene Datenformate erleichtern dabei die Nutzung der Inhalte auf unterschiedlichen Systemen, Lernplattformen und Ausgabegeräten.

Über den gesamten Zeitraum der Pilotphase erfolgt eine wissenschaftliche Begleitforschung. Deren Ergebnisse sind dann Basis der strukturellen und medientechnischen Optimierung des Kurses.

 

Das methodisch-didaktische Konzept

Die bisherige Form des konventionellen Präsenz-Unterrichts wird zu großen Teilen von den aktuellen Formen des E-Learning abgelöst:

  • Ein Auswahltest ermittelt das Niveau der Kommunikations-, Lern- und Gruppenarbeits-Kompetenzen und bietet die Möglichkeit, geeignete Lehrgangsteilnehmer zu selektieren.
  • Von seinem internetfähigen PC aus hat der Lernende jederzeit Zugang zu allen Lehrgangs­unterlagen im webbasierten Lernmanagement-System.
  • Gezielte Arbeitsaufgaben unterstützen den Lernenden bei der individuellen Wissens­aneignung.
  • Spezifische Gruppenaufgaben fördern die kooperative und kollaborative Arbeit der Kleingruppe in den Foren, Chat-Räumen und im virtuellen Klassenzimmer.
  • Die tutorielle Betreuung während der Online-Phasen ermöglicht eine kontinuierliche Steigerung der Motivation und Lernleistung der Lehrgangsteilnehmer.
  • Auf Grund der Überprüfung des individuellen Wissensstands durch die zahlreichen Tests und Quizzes werden dem Lernenden entweder verkürzte Lernwege oder ausführliche Zusatzinformationen angeboten.
  • Der Medienmix aus auditiven, visuellen, kommunikativen und kognitiven Anreizen und Lernangeboten fördert eine ganzheitliche Form der Wissensaneignung und des Lernens.

 

Die technische Umsetzung

Die technische Lösung, die zur Erzeugung der Lerninhalte und zur Koordination der Online-Phase des Blended Learning-Lehrgangs konzipiert und implementiert wurde, setzt sich aus vier Komponenten zusammen.

  1. Die Autoren der LFKS erstellen ihre Lerninhalte über Formulare, die sie über das XML-Authoring-Tool Microsoft InfoPath 2003 erzeugen und auf einer gemeinsamen Internetplattform abspeichern.
  2. Diese Internetplattform wird durch Microsoft SharePoint Services realisiert und ermöglicht u.a.:
    • Versionskontrolle
    • Koordination der Aufgabenbereiche.
    • Backup der Daten (seien es Text-, Bild-, Video- oder Flashinhalte).
    • Erweiterung durch selbst programmierte sog. Web Parts.
    • Zukunftsträchtige Infrastruktur durch Kommunikation über XML und Web Services.
    • Gestaltung des Layouts über FrontPage 2003.
    • Hohe Skalierbarkeit.
  3. Die Verarbeitung und Transformation der in XML vorliegenden Lerninhalte übernimmt der Administrator. Er wählt die zu übernehmenden Inhalte und den gewünschten Ausgabestil. Das Administrator-Tool erzeugt daraufhin ein komprimiertes Paket in einem offenen Format, für den Import in eine der verfügbaren E-Learning-Plattformen die dieses Format unterstützen.
  4. Nachdem der Kurs hochgeladen und in eine E-Learning-Plattform, z.B. in WebCT, importiert wurde, können die Lernenden über das Internet darauf zugreifen.