Reha:Info

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"Wann ist eine stationäre Rehabilitation für psychosomatische Patienten erforderlich und welche Chancen ergeben sich daraus?" "Welche Angebote und Abläufe erwarten die Patienten dort? Wie können sie selbst zu ihrer Genesung beitragen?" Diese und andere Fragen zu einer stationären psychosomatischen Rehabilitation von Krankheiten wie beispielsweise Depressionen, Angst- und Schmerz- oder auch Essstörungen beantwortet das neue interaktive Info-Portal für Reha-Patienten „Reha:Info“.

Ziel dieser "virtuellen Klinik" ist es, Patienten bei ihrer Vorbereitung auf eine stationäre psychosomatische Rehabilitation zu unterstützen und ihre Motivation für die Teilnahme zu steigern.

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Exemplarische Fallgeschichten sind in Form von Videos auf dem Online-Portal „Reha:Info“ abrufbar. Vier fiktive Patienten dienen als Identifikationsfiguren. Sie verkörpern unterschiedliche Lebenshintergründe und häufige psychosomatische Störungsbilder. Jeder Video-Clip geht auf zentrale Aspekte psychosomatischer Rehabilitation ein. Zudem vermitteln weitere Videos in Form von Expertenstatements Fakten zu Konzepten, Bedingungen und Therapiemethoden. Künftige psychosomatische Patienten können so erfahren, wann eine stationäre Rehabilitation erforderlich ist, was sie dort erwartet und wie sie selbst zu ihrer Genesung beitragen können. Das Ziel: Erwartungen der Patienten an die Rehabilitationsbehandlung realistischer zu gestalten und so zum besseren Behandlungserfolg beizutragen.

„Unser Webangebot verzichtet nahezu vollständig auf Text. Die Vermittlung von Informationen erfolgt, ausgehend von wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Wissensvermittlung und passend zu den Rezeptionsgewohnheiten im Internet, vorwiegend videobasiert. Die Gestaltung der interaktiven Webpräsenz entspricht dabei dem neuesten Stand der Technik in den Bereichen der Webgestaltung und -programmierung“, so Dr. Peter Ferdinand, Geschäftsführer des Instituts für Wissensmedien (IWM) der Universität Koblenz-Landau.

„Unser primäres Ziel bei dem Projekt war es zu zeigen, dass heute im Internet auch und gerade mit Film virtuelle Realitäten und damit umfassende, intensive Nutzererlebnisse erzeugt werden können. Deshalb war von Beginn an wichtig, dass interaktiv und losgelöst von einer bestimmten Reihenfolge navigiert werden kann. Auf diesem Wege ist es möglich, auch stark fragmentierte Nutzergruppen gezielt anzusprechen und speziell an verschiedene Beschwerdeprofile angepasste Videoinhalte anzubieten“, erklärt die Leiterin des Medienzentrums der JGU, Dr. Nicole Labitzke.

Die interdisziplinär entstandene virtuelle Onlineklinik wird wissenschaftlich begleitet, um die erzielten Effekte und den Nutzen für die Patienten zu untersuchen. Deshalb erhalten aktuell nur ausgewählte Studienteilnehmer einen Zugang zur Informationsplattform. Die Evaluation erfolgt durch das Mainzer Studienteam der AG Rehawissenschaften & E-Mental Health der Klinik für Psychosomatische Medizin um Dr. Rüdiger Zwerenz und umfasst Patienten aus drei verschiedenen Kooperationskliniken (AHG Klinik für Psychosomatik Bad Dürkheim, Psychosomatische Klinik Bad Neustadt, Reha-Zentrum Bad Kissingen). Die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV-Bund) fördert die Studie bis Ende 2016.