Darstellendes Spiel / Theater

Theatrale Bildung befähigt zur kritischen Teilnahme am kulturellen und gesellschaftlichen Leben. Sie unterstützt die Entwicklung personaler, methodischer und ästhetischer Fähigkeiten, fördert und fordert durch eigene szenische Praxis Wahrnehmung, Körperbewusstsein, Persönlichkeitsentwicklung, Teamfähigkeit und Sensibilität für Inszenierungspraktiken des Alltags.
Die Universität Koblenz-Landau bietet als einzige Universität in Rheinland-Pfalz den Ergänzungsstudiengang „Darstellendes Spiel / Theater“ an den Campi Koblenz und Landau an.

Darstellendes Spiel / Theater am Campus Koblenz

Der Zertifikationsstudiengang Darstellendes Spiel / Theater an Schulen der Universität Koblenz steht in Theorie wie Praxis für eine zeitgenössische und kritische Theaterpädagogik.
Das Studium umfasst vier Semester, sechs Module und 60 ECTS-Punkte. Zwei der sechs Module werden vom Theater Koblenz unterrichtet – eine deutschlandweit einmalige Kooperation!
Das erste Studienjahr umspielt und erprobt in Theorie und Praxis die mannigfaltigen Dimensionen des Schulfachs Theater: die Analyse szenischer Arbeiten, Theorie und Geschichte des Theaters, theaterpraktische Grundlagen, ästhetische Bildung sowie szenische Experimente. Am Ende steht die Präsentation einer szenischen Arbeit (siehe Inszenierungen).
Im zweiten Jahr werden diese Grundkenntnisse vertieft und in einem ersten eigenen Projekt der praktisch zur Anwendung gebracht. Schwerpunktmäßig werden fachdidaktische Theorien und Theaterarbeiten mit Kindern und Jugendlichen diskutiert, auf deren Basis nach den pädagogischen Möglichkeiten der Beziehung von Theater und Bildung gefragt wird.

Hinweis: Ein zusätzlich abgeschlossenes Fach z. B. im Rahmen eines Zertifikatsstudienganges kann die Einstellungschancen im Rahmen eines Planstellenbewerbungsverfahrens verbessern. Für nähere Informationen kontaktieren Sie bitte die für die Planstellenvergabe zuständige Stelle (innerhalb von Rheinland-Pfalz die ADD).

Darstellendes Spiel / Theater am Campus Landau

Diese Seite beschäftigt sich mit dem Studium am Campus Koblenz! Alle Informationen zum Studium am Campus Landau finden Sie hier: https://www.uni-koblenz-landau.de/de/zkw/darstellendes-spiel-und-theater

Darstellendes Spiel / Theater an Schulen in Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz gibt es Darstellendes Spiel als Wahlpflichtfach (WPF) in der Sekundarstufe I und II, in Realschulen plus, Gymnasien (sowohl allgemeinbildende wie auch berufliche Gymnasien) und in Integrierten Gesamtschulen. Mittlerweile wird das Fach an über 140 Schulen im Land unterrichtet. Viele weitere Schulen möchten das Fach in den kommenden Jahren anbieten, dementsprechend hoch ist der Bedarf an ausgebildeten Lehrkräften.

Modul 1 Theaterpraktische Grundlagen 1
1.1 Spielen. Inszenieren. Beschreiben 1 (Ü)
1.2 Theatrale Zeichen (S)
1.3 Körperwahrnehmung 1 (Ü)

Modul 2 Theaterpraktiksche Grundlagen 2
2.1 Spielen. Inszenieren. Beschreiben 2 (S)
2.2 Theater organisieren (Ü)
2.3 Körperwahrnehmung 2 (Ü)

Modul 3 Ästhetische Bildung
3.1 Einführung in Theorien und Konzepte Ästhetischer Bildung (V)
3.2 Ausdrucksformen und Verfahrensweisen der Ästhetischen Bildung (S)
3.3 Kulturelle Bildung (S)

Modul 4 Theorie und Geschichte des Theaters
4.1 Theorie und Geschichte des Theaters (S)
4.2 Aufführungsanalysen (S/E)
4.3 Theater und Performance (S)

Modul 5 Methodik und Didaktik des Darstellenden Spiels
5.1 Didaktik und Methode des DS (S)
5.2 Theaterpädagogische Grundlagen (S)

Modul 6 Theaterpraktisches Projekt
6.1 Entwicklung eines eigenen Theaterprojekts (S/E)
6.2 Durchführung eines eigenen Theaterprojekts (Ko)

- Prüfungsordnung lehramtsbezogener Zertifikatsstudiengang (Erweiterungsfach) | Fassung: 12.07.18

- Eignungsprüfungsordnung | Fassung: 29.10.14

- Modulhandbuch für Studienanfänger SoSe 2021 und älter | Fassung: 25.10.21

- Modulhandbuch für Studienanfänger SoSe 2022 und jünger | Fassung 01.04.2022

Hinweis: Das Modulhandbuch dient der Veranschaulichung der Module und besitzt keinen rechtsverbindlichen Charakter. Maßgeblich ist alleine die Prüfungsordnung des Zertifikatsstudiengangs mit ihrem Anhang.

- Modulzettel: M1, M2, M3, M4, M5, M6

Der Zertifikatsstudiengang Darstellendes Spiel / Theater am Campus Koblenz hat ein zweistufiges Bewerbungsverfahren. Der erste Schritt besteht in einer schriftlichen Bewerbung zu einem zuvor hier festgelegten Thema, der zweite Schritt in der Teilnahme an einer praktischen Theaterwerkstatt.

Die Eignungsprüfung ist nicht mit der Aufnahmeprüfung an einer Schauspielschule zu verwechseln: Wir prüfen nicht, ob Sie gut schauspielern können und Sie müssen auch keine Rollen vorbereiten. Wir interessieren uns dafür, was Sie am Theatermachen interessiert, wie Sie über szenische Vorgänge reflektieren und ob Sie die Bereitschaft haben, körperlich/räumlich zu arbeiten sowie sich in die theoretischen Dimensionen dieses Schulfaches einzuarbeiten.
Die Eignungsprüfung ist nicht nur dafür da, dass wir Sie kennenlernen, sondern auch dafür, dass Sie uns und das Studienfach kennenlernen können. Als ersten Einblick bieten wir einmal pro Semester einen Schnupperworkshop an.

Vor der Bewerbung

Bitte prüfen Sie vor Ihrer Bewerbung, ob Sie die Voraussetzungen erfüllen!

Voraussetzungen

Das Erweiterungsfach "Darstellendes Spiel" kann für das Lehramt Realschule plus, Berufsbildende Schule oder Gymnasium studiert werden, wenn eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt ist:

- Sie befinden sich zu Beginn des DS-Studiums mind. im 5. Semester im lehramtsbezogenes Bachelorstudium (d.h.: Sie sind zum Zeitpunkt der Bewerbung mindestens im 4. Semester) an der Universität Koblenz-Landau
- Sie haben einen lehramtsbezogenen Bachelor-/Masterabschluss abgelegt (Hochschule egal)
- Sie haben das erste Staatsexamen abgelegt
- Sie sind Lehrkraft

Studierende des Lehramts Grundschule können das Erweiterungsfach nicht studieren. Es besteht aber die Möglichkeit, das "kleine Theaterzertifikat" zu erwerben. Informationen dazu erhalten Sie bei Dr. Wiebke Lohfeld.

In Fällen, die komplexer gelagert sind, wenden Sie sich bitte an das Studierendensekretariat und klären Sie, ob Sie die Studienvoraussetzungen erfüllen. Ausschließlich dort erhalten Sie eine absolut verbindliche Auskunft, da genau an dieser Stelle am Ende des Bewerbungsprozesses Ihre Zulassung erfolgt.

 

Bitte lesen Sie sich vor Ihrer Bewerbung unbedingt den Reiter "Bewerbungsvoraussetzungen" durch, um zu prüfen, ob Sie die Voraussetzung für ein Studium des Darstellenden Spiels erfüllen.

Die Studienplätze im Darstellenden Spiel werden nach einer zweiteiligen Bewerbungsphase vergeben.

Die Einsendefrist für die erste Runde Ihrer Bewerbung auf einen Studienplatz im Sommersemester 2023 beginnt ab sofort und endet am 30.11.2022.

 

1. Runde: Schriftlich

Ihre schriftlichen Bewerbungsunterlagen (Runde 1) sollten einen Umfang von nicht mehr als fünf DINA4 Seiten haben.

Sie sollte ein Anschreiben enthalten, in dem Sie uns darstellen, warum Sie gerne das Fach Darstellendes Spiel studierenden möchten (1-2 Seiten).

Dann bitten wir Sie, sich folgendes Video anzuschauen: https://vimeo.com/235545405

Bitte beschreiben Sie zunächst auf 1-2 Seiten schlicht, was Sie sehen, hören, wahrnehmen können, ohne bereits zu interpretieren. Versuchen Sie, in Ihrer Analyse so genau zu sein, dass eine Person, welche das Video nicht gesehen hat, sich ein möglichst genaues Bild der Arbeit Binge Dating von Barbis Ruder machen könnte. Springen Sie nicht zu schnell zu den eigenen Überlegungen!

Stellen Sie nun, in einem zweiten Schritt, ebenfalls auf 1-2 Seiten dar, was diese Arbeit an Überlegungen, Interpretationen oder Assoziationen bei Ihnen auslöst. Es gibt an dieser Stelle keine richtigen oder falschen Antworten, sondern uns interessiert Ihr kreatives Denken, Ihre künstlerische Sensibilität und Ihre Lust am Neuen, Fremden, Experimentellen und Performativen.

Bitte reichen Sie Ihre Bewerbung als zusammenhängende PDF-Datei via Mail an sgebhard@uni-koblenz.de ein.

Die Prüfungskommission gibt Ihnen bis zum 07.12.2022 eine Rückmeldung zum Resultat der schriftlichen Runde und lädt Sie gegebenenfalls zur zweiten, praktischen Runde ein.

 

2. Runde: Praktisch

Die Theaterwerkstatt findet vsl. für zwei Teilgruppen am Fr., 09.12. und am Sa., 10.12. jeweils von 10 – 13 Uhr im Raum F225 statt. Es gibt hierfür, da es sich um eine Gruppenprüfung handelt, keinen Alternativtermin. Wenn Sie sich für einen Studienplatz interessieren, halten Sie sich unbedingt beide Termine vorab frei!

Wenn Ihre schriftliche Bewerbung als bestanden bewertet wurde, laden wir Sie zu einem der beiden praktischen Termine ein. Es handelt sich um eine praktische Gruppenprüfung, die ca. drei Stunden dauert und für die Sie nichts vorbereiten müssen. Es handelt sich dabei -nicht- um eine Aufnahmeprüfung an einer Schauspielschule. Sie werden als Gruppe basale Übungen in Körperwahrnehmung und Improvisation durchführen, immer wieder durchsetzt mit Phasen der Reflexion.

Sie brauchen lediglich bequemes Schuhwerk, Kleidung, in der Sie sich gut bewegen können und etwas zu trinken.

Die Theaterwerkstatt soll nicht nur uns einen Eindruck von Ihnen geben, sondern auch Ihnen einen Einblick in die praktischen Anforderungen des Studienfachs.

 

Lehrende

Stefan Gebhard, MA Ed. | Prof. Dr. Kristin Westphal | Prof. Dr. Wolf-Andreas Liebert | Dr. Wiebke Lohfeld | Mariya Barashka |

Lehrbeauftragte des Theater Koblenz

(Intendant) | (Leitende Theaterpädagogin) | (Theaterpädagogin) | (Tanztheaterpädagogin) | (Referentin Theater und Schule)

Die Fachschaft besteht aus allen Studierenden und Promovierenden im Fach Darstellenden Spiel der Universität Koblenz-Landau, Campus Koblenz. Ihre Interessen werden von mindestens 3 Fachschaftssprecher*innen vertreten, die von der Fachschaft auf der Fachschaftsvollversammlung gewählt werden. Die Fachschaftsvertretung ist erster Ansprechpartner für Studierende, Promovierende und Studieninteressierte im Fach Darstellendes Spiel. Hier sind alle deine Fragen zum Studium gut aufgehoben. Kontakt:

Inszenierungen im Rahmen des 5. Moduls

- Jahrgang 15/16: Woyzeck (Büchner)
- Jahrgang 16/17: Die Schauspieler (Schleef)
- Jahrgang 17/18: Der Messingkauf (Brecht)
- Jahrgang 18/19: Ene, Mene, Muh (Aischylos & Jelinek)
- Jahrgang 19/20: Träume von Räumen (Perec)
- Jahrgang 20/21: cagefluencer (Eigenproduktion) / Wie kriege ich diesen Teppich sauber? (Eigenproduktion)
- Jahrgang 21/22: Elektra (Hoffmansthal) / Penthesilea (Kleist)
- Jahrgang 22/23: Die Kleinbürgerhochzeit (Brecht)

Der Zuschauer als Akteur. Ein Feature.

Ein Hörstück von Mizgin Ürkmez

Bei diesem Hörstück handelt es sich um eine ethnographische Untersuchung der Zukunft partizipativer Theaterpraxis. Es wird danach gefragt, was verschiedenste Modi partizipativer Formate im Theater leisten und inwieweit sie dazu beitragen können, dass das Theater, wie von Thomas Schmidt beschrieben, wieder ein fester Bestandteil der Gesellschaft wird, beziehungsweise dass es als ein fester Bestandteil der Gesellschaft erhalten bleibt. Die Untersuchung gibt außerdem Aufschluss über die Genese partizipatorischer Theaterformate sowie über die gesellschaftliche Funktion des Theaters seit dem Bürgertum und stellt einen Zusammenhang zwischen dieser ästhetischen Neuausrichtung und einer derzeit denkbaren gesellschaftlichen Rolle des Theaters her. Stilistisch vereint die Arbeit Aspekte des wissenschaftlichen Schreibens und Merkmale der Reportage sowie des nicht-fiktionalen Hörspiels.

Zur Umsetzung des Features reiste Frau Ürkmez durch die deutsche Theaterlandschaft und hat sich zahlreiche Inszenierungen angesehen, sowie mit deren Produzenten und anderen Experten über das Thema gesprochen.

- Textdokumentation als PDF
- Hörstück als MP3

- Wissenschaftliche Leitung ZZTP: - Geschäftsführung & Bewerbung DS:
- Fachschaftsvertretung DS:

 

Gründung

Das ZZTP wurde im Januar 2015 durch die Fachbereiche 1 und 2 (Bildungswissenschaften und Philologie/Kulturwissenschaften) als fachbereichsübergreifende Einrichtung gegründet.

Aufgaben

Hauptaufgabe des Zentrums ist die Organisation des von beiden Fachbereichen gemeinsam durchgeführten Zertifikatsstudiengangs "Darstellendes Spiel / Theater" am Campus Koblenz.

Darüber hinaus koordiniert das Zentrum die theaterbezogenen Aktivitäten der beiden Fachbereiche in Lehre und Forschung und fungiert als Ansprechpartner für außeruniversitäre Projektpartner.

Wissenschaftliche Leitung

2 Column Layout

Prof. Dr. Wiebke Waburg

Professorin FB 1

C 127
+49 261 287 1856


2 Column Layout

 

Prof. Dr. Wolf-Andreas Liebert

Professor FB 2

F 213
+49 261 287 2052


Geschäftsführende Leitung

2 Column Layout

Stefan Gebhard, MA Ed.

Professur für Ästhetische Bildung mit dem Schwerpunkt performative Künste

N 222
+49 261 287 1820


Wissenschaftlich-künstlerischer Beirat

| Prof. Dr. em. Hans-Thies Lehmann (✝) | (Ruhr-Universität Bochum) | Prof. Dr. em. Kristin Westphal (Universität Koblenz-Landau)


Weitere Mitglieder

(Dekanin FB 1) |  (professorales Mitglied, FB 2) | (assoziiertes Mitglied, FB 1) | (assoziiertes Mitglied, FB 2) | (assoziiertes Mitglied, FB 2) |

Theater Koblenz - ein theatraler Campus

Mit der Kooperation zwischen dem Zentrum für zeitgenössisches Theater und Performance an der Universität in Koblenz und dem Theater Koblenz gehen zwei sehr unterschiedliche Institutionen eine reizvolle Verbindung ein. Während das Theater Koblenz auf eine 230-jährige Tradition zurückblickt und in einem historischen Gebäude Theater in den vier Sparten – Musiktheater, Schauspiel, Ballett und Puppentheater – anbietet, blickt das Zentrum auf eine sehr junge Entstehungsgeschichte zurück. Was beide verbindet: Theater nicht als einen musealen Ort, sondern als eine Stätte, an der Wirklichkeiten immer wieder neu befragt werden, zu begreifen. Durch die Entwicklung und Erprobung vielfältiger theatraler Formen an den unterschiedlichsten Plätzen befindet sich das Theater in einem fortwährenden Erneuerungsprozess. Und so bespielt das Theater Koblenz neben dem Großen Haus auch zwei Probebühnen mit einer besonderen Nähe zum Publikum und immer mehr auch den öffentlichen Raum. Um die Zuschauer auf diesen Weg des Experimentierens mitzunehmen, ist die Abteilung Theaterpädagogik fest in der Theaterstruktur verankert.

Jeweils zum Sommersemester verwandelt sich das Theater in einen theatralen Campus. Studierende jeweils zweier Jahrgänge des Zertifikatsstudienganges "Darstellendes Spiel" werden in den theaterpraktischen Grundlagen unter Originalbedingungen von Theaterschaffenden unterrichtet. So gewinnen sie auf besondere Weise unmittelbare Einblicke in die Produktionsabläufe und Arbeitsbedingungen eines professionellen Theaterbetriebes. Die lehrenden Theaterpädagogen, Dramaturgen und Regisseure des Hauses verknüpfen dabei ihre Lehr-/Lerninhalte mit dem eigenen künstlerischen und theaterpädagogischen Tun. So werden bereits während des Studiums die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass zukünftige Lehrkräfte des Darstellenden Spiels die Kunst des Theaterspiels mit der Zuschaukunst verknüpfen.

Besonderheit für Studierende im Darstellenden Spiel:
Alle aktiven Studierenden im Darstellenden Spiel dürfen ab der Spielzeit September 2018 jede Eigenproduktion des Theater Koblenz einmal kostenlos über die Abendkasse besuchen.

Webseite des Theater Koblenz: http://www.theater-koblenz.de

Weitere Kooperationen

Künstlerhaus Mousonturm GmbH | Bundesverband Theater in Schulen BV.TS | Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Goethe Universität Frankfurt a. M. | Institut für Pädagogik, Friedrich-Alexander-Univeristät Erlangen-Nürnberg | Akademie für Schultheater und Theaterpädagogik, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg | NPN Nationales Performance Netz | Generation K - Kultur trifft Schule

Land}schaf(f)t{BildungPerformanceTeilhabe (2022)

Der Landschaftsbegriff wird in aktuellen Diskursen kultureller Bildung ganz unterschiedlich gebraucht. Die Tagung nimmt die Vielschichtigkeit der Bezugnahmen in den Blick, die in ästhetischer, räumlicher und auch sozialer Hinsicht Anschlüsse an aktuelle Projektzusammenhänge und Forschungen in ländlichen Räumen eröffnen. Im Zentrum der Tagung stehen die vielschichtigen Beziehungen von Landschaft und kultureller Bildung. Damit zielt die Tagung auf eine Erweiterung und Vertiefung des Diskurses um die Entwicklung sogenannter Bildungslandschaften – die sich keinesfalls in der Beschreibung und Entwicklung von (regionalen) Bildungsangeboten erschöpft. Unterschiedliche Akteur*innen auf Kommunal-, Landes- und Bundesebene wollen in diesem Zusammengang mit ihren Programmen peripherisierte Regionen durch verbesserte Kooperationen fördern und insbesondere Kindern und Jugendlichen die Teilhabe an Kunst und Kultur ermöglichen. Selten reicht jedoch die Beschäftigung mit dem Begriff Landschaft über eine programmatische oder metaphorische Verwendung hinaus. Dementsprechend will die Tagung den Blick auf Landschaft als Gegenstand und Bezugspunkt kultureller Bildung und künstlerischer Prozesse sowie als Topographie, in der sich kulturelle Bildung ereignet, lenken.

Einen Tagungskommentar finden Sie hier.


 

Theater als Ort raumbildender Prozesse (2019)

"Theater" ist immer schon ein mindestens doppelter Begriff, benutzen wir ihn doch lebensweltlich nicht nur als Synonym für eine Aufführung, sondern auch für das Gebäude, in dem wir diese besuchen. Gemäß der Tradition unserer Fachtagungsreihe, in der sich theoretische und praktische Zugänge zu Schauplätzen des Theaters gegenseitig reflektieren und bereichern, möchten wir uns diesmal in die Architektur einer klassischen Guckkastenbühne verstricken und davon ausgehend danach fragen, was es heißt, Theater als Ort raumbildender Prozesse zu begreifen.



 

Theater und Affekte (2018)

Affekte wie das Weinen und das Lachen und Gefühle wie Angst, Zorn, Liebe, Hass etc. sind der Kit für jegliche Rezeption und Produktion von Theater. Über Gefühle als innerlich verstandene Grundhaltung wird im theaterpädagogischen Zusammenhängen viel gesprochen, über Affekte als körperliche Äußerung bzw. Entladung in dem Sinne, das einem etwas Äußerliches widerfährt und körperlich erfahren wird hingegen weniger.

Die Fachtagung Theater und Affekte fragt danach, was es für theaterpädagogische Arbeitsweisen bedeutet, Körper über ihre Zeichenhaftigkeit hinaus als Phänomene und Experimentierfelder für eine performative und leiblich-sinnlich gebundene Praxis zu entdecken. Sie fragt danach, wie in Bildung und Ausbildung eine Auseinandersetzung mit den eigenen Wahrnehmungen, Erfahrungen, Deutungsansätzen erfolgen kann, die die sie begleitenden Affekte, Irritationen, Widerständigkeiten, Befremdungen, Faszination, Fremd/Scham etc. aufgreift. Und sie lädt zur Diskussion darüber ein, was es für eine theaterpädagogische Praxis bedeutet, wenn sich zeigt, dass uns mit unserer Leiblichkeit eine Fremdheit für uns selbst gegeben ist.


Vom Chorischen: Suche nach dem Pädagogischen der großen „anderen Figur“ des Theaters (2017)

Wissenschaftliche Fachtagung des Zentrums für zeitgenössisches Theater und Performance, Universität Koblenz, 23.06.2017

Was wir „Theater“ nennen, entsteht, so der Philosoph Jean-Luc Nancy, vor ungefähr 2500 Jahren „im Ausgang aus dem Kult“.

Grob übersetzt heißt das: „Theater“ beginnt in dem Moment, wo ein Einzelner aus einer Gruppe (Chor) heraustritt. Chor und Subjekt stehen in einer untrennbaren Verbindung, sie bedingen einander. „Theater“ ist in seinen Ursprüngen die Auseinandersetzung mit diesem Spannungsgefüge.

Das heute vorherrschende Theaterverständnis hat mit der Antike wenig gemein: Mit der Neuzeit zieht sich das Theater in geschlossene Innenräume zurück, ab dem 18. Jahrhundert wird das Bühnengeschehen von dramatischen Texten und schließlich mit dem 19. Jahrhundert vom psychologischen Rollenspiel dominiert. Was verschwindet, teilweise gar verboten wird, ist die große „andere Figur“ des Theaters: der Chor.

Die Fachtagung Vom Chorischen fragt aus theaterpädagogischer Perspektive nach dem Grund und den Folgen vom Verschwinden des Chores. Zugleich versucht sie vor dem Hintergrund einer Art „Wiederentdeckung“ des Chorischen in zeitgenössischen Theaterprojekten mit Kindern und Jugendlichen (an Schulen, in der Theaterpädagogik sowie der Theaterpraxis), die pädagogischen Chancen einer Arbeit mit chorischen Formen auszuloten.

In der Erforschung einer zeitgenössisch orientierten Vermittlungspraxis von Theater, Tanz und Performance zeigt sich, dass theaterpädagogische Arbeit von sehr unterschiedlichen Vorstellungen und Ausbildungs-/Traditionen – meist implizit und nicht explizit ausformuliert – geprägt wird. Der theoretische Teil der Fachtagung wird zunächst nach der Verflechtung von einem Bildungsverständnis mit jenen Theaterformen fragen, die den Chor „nicht kennen“. Zugleich werden zeitgenössische theatrale Praktiken analysiert und diskutiert, die unterschiedliche Formen des Chorischen zum Zentrum ihrer Pädagogik machen. Der zweite Teil der Fachtagung widmet sich in zwei parallelen Workshops der Erfahrung und dem Probieren mit unterschiedlichen künstlerischen Chor-Praktiken.


 

Zeitgenössische Theaterdiskurse zwischen Theorie und Praxis. Paradoxien, Brüche und Leerstellen (2016)

Im Rahmen des Zentrums für zeitgenössisches Theater und Performance werden wissenschaftliche Fachtagungen angeboten, die auch als Weiterbildung anerkannt wird. Eröffnet wird ein Forum, mit dem über die Universität hinaus Kooperationspartner, Lehrkräfte, Kunst- und Kulturschaffende in der Region, ehemalige Studierende des Darstellenden Spiels sowie überregionale Theaterpädagogen und -wissenschaftler angesprochen werden sollen. So sollen Fragen, was man unter Theater und Bildung und ihrer Vermittlungspraxis in schulischen und außerschulischen Zusammenhängen verstehen kann, in einen Diskurs zu einer zeitgenössisch orientierten Produktions- und Rezeptionspraxis gebracht werden.

Theater und Bildung stehen seit jeher in einem wechselseitigen, aber auch spannungsreichen Verhältnis, das einem ständigen Wandel unterlegen ist.

Theater- wie auch die Bildungswissenschaften lehren uns, dass es “die Bildung” und “das Theater” nicht gibt, sondern lediglich verschiedene historische Erscheinungsformen. Diese Offenheit, Theater und Bildung immer wieder neu mit Blick auf seine Begrifflichkeit zu befragen birgt eine Chance. Worin liegt diese für eine theoriegeleitete Theaterpraxis in der Gegenwart?

Zu beobachten ist in der Forschung zur Kulturellen Bildung, dass Diskurse der Theaterwissenschaft und ästhetischen Bildung stets auch in Wechselwirkung zu einer ästhetischen und theatralen Praxis stehen. Wie zeigt sich dieses Wechselverhältnis, wo und wie zeigen sich Brüche, Paradoxien und empirische Leerstellen?

Unsere aktuellen Forschungen und Evaluationen am Standort Koblenz (Kunst_Rhein_Main; Landesprogramm Rheinland-Pfalz “Jedem Kind seine Kunst”…) zeigen darüberhinaus, dass eine theaterpädagogische Arbeit in Schulen und außerschulischen Einrichtungen von sehr unterschiedlichen Vorstellungen und Ausbildungs-/Traditionen bzw. Generationsverhältnissen, aber auch regionalen Verhältnissen und Besonderheiten geprägt wird. Das zeigt sich insbesondere dort, wo verschiedene Akteure und Systemlogiken der beteiligten Institutionen – derzeit verstärkt im Rahmen von Kunstprojekten zur Kulturellen Bildung an Schulen und außerschulischen Einrichtungen zu beobachten – zusammentreffen.

Löst man sich von der Vorstellung, dass es im Darstellenden Spiel und einer zeitgenössischen Theaterpädagogik nicht darum geht, Kinder zu Schauspielern zu machen, geht man davon aus, dass es nicht um einen authentischen Ausdruck oder einer Originalität im Sinne eines Genialiätkonzepts, wie es die Kunstästhetik im 18. Jahrhundert geprägt hat, zu vermitteln gilt, und löst man sich von der aus dieser Zeit auch stammenden Vorstellung von Theater als klassisches dramatisches Guckkastentheater, dann wirft sich vor dieser Folie für eine theoriegeleitete zeitgenössische Theaterpraxis ein offener Katalog an Fragen auf:

- Was verstehen wir unter einem Performer, was unter einer Performance?
- In welchem Verhältnis stehen der Einzelne und die Gruppe?
- In welchem Verhältnis steht das Spielgeschehen zum Spieler und Zuschauer als Akteur/Patheur?
- In welchem Verhältnis steht der Probeprozess zur Aufführung?
- In welchem wechselseitigen Bezug stehen Text lesen und szenisches Tun?
- Welche Bedeutung kommt dem Wahrnehmen und Erspüren einer theatralen Situation dahingehend zu?
- In welchem Verhältnis steht eine rezeptions- zur produktions- und werkästhetischen Betrachtung?
- Welches Verständnis von Kindern und Jugendlichen/Schülern bzw. vom Subjekt unterliegt eine Theaterpraxis?
- Welche Vermittlungspraxis zieht das nach sich? Wo findet diese statt?

Der dritte Ort? - Kulturelle Bildung im ländlichen Raum (DO_KiL)

Im Projekt wird untersucht, in welcher Weise Künstlerische Residenzen (mit dem Schwerpunkt „Zeitgenössisches Theater und Performance“) vorhandene ländliche Strukturen unter besonderer Berücksichtigung der aktuellen migrationsgesellschaftlichen Realität aufgreifen und bespielen.

Projektleitung: Prof. Dr. Wiebke Waburg | Projektmitarbeitende: Micha Kranixfeld, M.Sc., Barbara Sterzenbach, M.A. | in Kooperation mit: Prof. Dr. Kristin Westphal, Ilona Sauer | Gefördert vom BMBF | Mehr erfahren!


Generation K - Kultur trifft Schule (2017-2019)

Ein Projekt zur Förderung der kulturellen Schulentwicklung und Kooperation von Bildungs- und Kulturszene für eine nachhaltige und qualitätsvolle kulturelle Bildungsarbeit in Rheinland-Pfalz.

Projektträger: MWWK | Förderer: Stiftung Mercator | Wissenschaftliche Begleitung: Prof. Dr. Kristin Westphal | Projektmitarbeiter: Jaqueline Kastenholz, Sigrid Scherer | Mehr erfahren!


Kunst_Rhein_Main (2014-2017)

Entwicklung und Erprobung eines Weiterbildungsprogramms für Kunst- und Kulturschaffende unter besonderer Berücksichtigung zeitgenössischer Theater-, Tanz- und Performancekunst.

Projektträger: BMBF | Wissenschaftliche Begleitung: Prof. Dr. Kristin Westphal | Verbundspartner: Tanzlabor 21 (Mousonturm Frankfurt am Main GmbH) | Mehr erfahren!


Jedem Kind seine Kunst (2014-2015)

Mit dem von der Landesregierung Rheinland-Pfalz initiierten Programm wird Kulturschaffenden des Landes Rheinland-Pfalz im Rahmen einer Kooperation mit interessierten Einrichtungen wie Schulen, Kindertagesstätten, Jugendzentren, Vereinen oder anderen Institutionen die Möglichkeit geboten, Projekte aus dem Bereich der kulturellen Bildung mit Kindern und Jugendlichen zu gestalten.

Projektträger: MWWK, Leitung: Prof. Dr. Kristin Westphal | Projektleitung: Simone Kosica | Projektmitarbeiter: Teresa Bogerts, Fath Özsoy, Methodenzentrum der Universität Koblenz-Landau | Mehr erfahren!


Generationenprojekt

Projektträger: Institut für Kulturwissenschaft der Universität Koblenz-Landau | Projektleitung: Prof. Dr. Michael Klemm

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Mayte Zimmermann, Kristin Westphal, Helga Arend, Wiebke Lohfeld (Hgg.)

Theater als Raum bildender Prozesse

1. Auflage 2020, 272 Seiten,
ISBN 978-3-7639-6180-1, 27,90 Euro

> Umschlag zum Download

> Mehr erfahren

Kristin Westphal, Teresa Bogerts, Mareike Uhl, Ilona Sauer (Hgg.)

ZWISCHEN Kunst und Bildung

Theorie, Vermittlung, Forschung
in der zeitgenössischen Theater-, Tanz- und Performancekunst

1. Auflage 2018, 500 Seiten mit 58 farbigen und schwarzweißen Fotos,
ISBN 978-3-7455-1027-0, 29,50 Euro

> Mehr erfahren


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Broschüre 2017

Printexemplare schicken wir Ihnen gerne auf Anfrage zu.


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Werbeposter

Printexemplare schicken wir Ihnen gerne auf Anfrage zu.

(Wenn Sie dieses Poster selbstständig drucken, aktualisieren Sie bitte die URL mit entsprechender Überklebung auf: https://www.uni-koblenz-landau.de/de/koblenz/ds-theater/ds-zztp)

 

- Wissenschaftliche Leitung ZZTP:
- Geschäftsführung & Bewerbung DS:
- Fachschaftsvertretung DS:

Aktuelles
04.10.2022

DS-Bewerbungsphasephase 2022 gestartet!

Die Bewerbungsphase zur Immatrikulation in den Zertifikatsstudiengang Darstellendes Spiel (Studienbeginn: Sommersemester 2023) hat begonnen. Alle nötigen Infos finden Sie unter den Reitern "Bewerbungsvoraussetzungen" und "Bewerbung 2022" auf der Homepage.

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