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Gemeinsam für eine Weiterentwicklung der Lehrer_innenbildung

Bericht von der Fortbildung für Fachleiter_innen am 14. Februar 2013

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Die Professionalisierung zukünftiger Grundschul-lehrkräfte unterstützen – dieses Anliegen verbindet Lehrende der Universität und Fachleiter_innen der Studienseminare, die jeweils für eine Phase der zweiphasigen Lehramtsausbildung verantwortlich sind. Um den Dialog zwischen ihnen zu verstärken und die Inhalte von universitärer und schulpraktischer Ausbildung besser miteinander zu verzahnen, fand am 14. Februar 2013 an der Universität Koblenz eine Fortbildung für Fachleiter_innen statt.

Organisiert hatten die Fortbildung die Seminarleiterinnen Cornelia Löwenstein (Studienseminar Simmern) und Rosi Wahl (Studienseminar Westerburg) sowie die Projektgruppe des Koblenzer Netzwerks Campus, Schulen & Studienseminare (kurz KONECS) am Institut für Grundschulpädagogik. Sie freuten sich über einen regen Zuspruch von etwa 40 Fachleiter_innen aus der Region. Im Mittelpunkt des gemeinsamen Nachmittags, der mit einem Empfang bei Kaffee und Kuchen begonnen hatte, stand das Thema „Lernprozesse beobachten, dokumentieren und deuten“. Diese zentrale pädagogisch-didaktische Herausforderung wurde in einem einführenden Vortrag der Koblenzer Grundschulforscherinnen Heike de Boer und Daniela Merklinger theoretisch fundiert und mit unterrichtspraktischen Beispielen veranschaulicht.

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Prof. Dr. Heike de Boer

Dabei erläuterte Prof. Dr. Heike de Boer, die auch das KONECS-Projekt leitet, das zentrale Anliegen des Instituts für Grundschulpädagogik, Studierende zu einer potentialorientierten Perspektive auf Kinder zu befähigen. An Beispielen studentischer Beobachtungstexte zeigte sie, wie durch Lehrveranstaltungen der beobachtende Blick geschult und ausdifferenzierte Beschreibungen von Lernprozessen entwickelt werden. In seminarbegleitenden Schulhospitationen setzten sich Studierende über mehrere Wochen hinweg mit den Lernprozessen einzelner Kinder auseinander und schärften den Blick für deren individuelle Stärken und Lernpotentiale, so de Boer. Dabei lernten sie auch, Zu- und Festschreibungen zu vermeiden, Handlungen zu beschreiben und nicht herabzuwürdigen und eine wertschätzende Haltung aufzubauen. Dies lege den Grundstein für eine pädagogische Diagnostik. Die Lernprozessbeschreibungen werden jeweils auch den Klassenlehrer_innen zur Verfügung gestellt und ermöglichten diesen manchmal auch neue Eindrücke. Man erreiche Synergien, indem ‚echte‘ Aufgaben forschenden Lernens aus der Seminararbeit heraus bearbeitet werden und zugleich auch von Lehrenden in der Praxis genutzt werden können.

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Prof. Dr. Daniela Merklinger

Daran anschließend zeigte Prof. Dr. Daniela Merklinger mit anschaulichen Textbeispielen, die vor dem Hintergrund des ‚Schreibens zu Vorgaben‘ zu einem Bilderbuch entstanden waren, dass kindliche Lernprozesse auch durch eine ressourcenorientierte Textanalyse nachvollzogen und gedeutet werden können. Der Blick auf das sprachliche und literarische Potential eines Kindertextes eröffne sich Studierenden und Lehrenden besonders dann, wenn dem untersuchten Text eine anspruchsvolle Aufgabenstellung vorausgehe, die innere Differenzierung ermöglicht – indem sie den Kindern Gestaltungsspielräume eröffnet, ihnen zugleich aber auch Orientierung bietet. Schreibaufgaben dieser Art tragen damit laut Merklinger der Heterogenität der Schüler_innen Rechnung.

 

Im Anschluss an diesen fachlichen Input teilten sich die Teilnehmer_innen der Fortbildung in vier Kleingruppen auf, um über inhaltliche Anschlussmöglichkeiten und die Relevanz des Beobachtens für die Arbeit in den Studienseminaren zu diskutieren. In den angeregten Gesprächen zwischen Fachleiter_innen und Universitätsangehörigen wurde deutlich, dass der potentialorientierte Blick auf Schüler_innen und Lernprozesse, aber auch auf Lehramtsanwärter_innen, eine zentrale und immer wichtiger werdende Rolle in den Schulpraktika und während des Vorbereitungsdienstes spielt: Um Lernausgangslagen bestimmen, Lernstände analysieren und Fördermaßnahmen entwickeln zu können, benötigen zukünftige Lehrkräfte einen aufmerksamen und geschulten Blick auf Kinder. Daher kam in den Gruppen der Wunsch nach weiteren gemeinsamen Fortbildungen zu diesem Thema auf. Darüber hinaus sprachen die Anwesenden auch Möglichkeiten einer engeren Zusammenarbeit von Universität und Studienseminaren an; beispielsweise eine bessere Abstimmung der jeweiligen fachlichen Ausbildungsinhalte, die Verknüpfung von Praktikumsaufgaben und universitären Leistungsnachweisen oder Arbeitsgruppen und Kooperationen zu zentralen Themen der Lehrer_innenbildung. Einig waren sich die Teilnehmer_innen über die Notwendigkeit, gemeinsam an einer sinnvoll ineinander greifenden Lehrer_innenbildung weiterzuarbeiten und dabei mehr Kohärenz herzustellen.

 

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Im abschließenden Plenum wurden die Ideen aus der Kleingruppenarbeit unter allgemeiner Zustimmung vorgestellt. Sie mündeten in den Entschluss der Anwesenden, sich von nun an regelmäßig im Rahmen des Koblenzer Netzwerks Campus, Schulen & Studienseminare auszutauschen und im Sommer wieder für die Arbeit an einem gemeinsamen Thema zusammen zu kommen.

(Bericht und Fotos: Dominik Müller)