Forschungsprojekte

GeKOS - Gemeinsam entdecken Kinder ihren Ort mit Studierenden

Projektträger: Schöpflin-Stiftung, MBWWK, MIFKJF

Projektzeitraum: 01.11. 2015 - 31.12.2020

Weitere Beteiligte: Benjamin Braß (Koordination), Henrik Bruns (Evaluation), Grunschulen und ehrenamtliche Flüchtlingshilfe in Koblenz-Rübenach und Bendorf

Beschreibung:

Für das Jahr 2015 wird mit deutlich mehr als einer Million Flüchtlingen gerechnet, die in Deutschland Asyl beantragen. Wöchentlich gelangen Familien mit schulpflichtigen Kindern auf der Flucht vor Krieg, Vertreibung und Zerstörung nach Rheinland-Pfalz. Vor diesem Hintergrund wurde am Institut für Grundschulpädagogik am Campus Koblenz mit GeKOS (Gemeinsam entdecken Kinder ihren Ort mit Studierenden) unter der Leitung von Prof. Dr. Heike de Boer ein Projekt ins Leben gerufen, das aktive Unterstützung für Kinder mit Fluchtgeschichte leisten und zugleich zur Professionalisierung angehender Lehrer*innen und Pädagog*innen im Umgang mit Menschen mit Fluchterfahrungen beitragen möchte. Studierende und Schüler*innen im Alter von sechs bis zwölf Jahren treffen sich über acht Monate einmal wöchentlich am Nachmittag.

Das Projekt verfolgt erstens das Ziel, zur sozialen und kulturellen Integration von Kindern mit Flüchtlingshintergrund in die Region beizutragen. Dabei nimmt die Orientierung im Stadtteil, der Aufbau von Sozialkontakten und das Erlernen der deutschen Sprache eine herausragende Rolle ein. In den Tandems wird gemeinsam mit einer erwachsenen Bezugsperson als Sprach- und Rollenvorbild die Freizeit gestaltet, werden gemeinsame Aktivitäten unternommen und die Erkundung des Wohnortes sowie kultureller Rituale und Gebräuche vorgenommen. Zweitens benötigen zukünftige Pädagog*innen und Lehrkräfte interkulturelle und reflexive Kompetenzen, um mit der zunehmenden Diversität kindlicher Lebenszusammenhänge professionell umgehen zu können. Die Studierenden erhalten wertvolle Einblicke in andere Kulturen und Lebenszusammenhänge, indem sie die Lebenswelt, den Alltag und die Familie der Kinder kennenlernen. Durch die Aufarbeitung solcher Eindrücke in begleitenden Lehrveranstaltungen lernen die Studierenden, eigene Erlebnisse, (Vor-)Urteile, Ängste und Stereotype zu hinterfragen. In der Zusammenarbeit mit Kontaktlehrkräften und ehrenamtlichen Flüchtlingshelferinnen wurde das Projekt aktuell mit zwei start days an der Medardus Grundschule Bendorf und der Grundschule Rübenach mit 42 Studierenden-Kindertandems begonnen. Das drittmittelgeförderte Projekt ist auf fünf Jahre angelegt und wird wissenschaftlich begleitet und evaluiert.

‚Beobachten lernen - Lernen Beobachten‘  im Koblenzer Netzwerk, Campus, Schulen und Studienseminaren

Projektträger: MBWWK im Rahmen des Koblenzer Netzwerks, Campus, Schulen und Studienseminare

Projektzeitraum: 01.01. 2013 - 31.12.2015

Weitere Beteiligte: Prof. Dr. Daniela Merklinger, Marina Bonanati (Wiss. Mitarbeiterin am IfGP), Ulrike Eschrich (Wiss. Mitarbeiterin am IfGP) sowie Vertreterinnen der Studienseminare Neuwied, Simmern und Westerburg

Beschreibung: Die Beobachtung, Dokumentation und Deutung von Schülerverhalten gehört zu den grundlegenden Aufgaben von Lehrkräften und ist eine essentielle Vorrausetzung für den inklusiven Unterricht. Die Beobachtungsfähigkeit ist eine wesentliche Komponente professioneller Kompetenz. Studien belegen gleichzeitig einen hohen Qualifikationsbedarf in diesem Bereich und zeigen, dass sich angehende Lehrerinnen und Lehrer an Normalitätskriterien orientieren, die auf die eigene Schulzeit zurückgehen und eine differenzierte Wahrnehmung von Schülerinnen und Schülern erschweren. Die Schulung der Beobachtungsfähigkeit, zur Entwicklung einer inklusiven und selbstreflexiven Haltung ist ein Schwerpunkt des Koblenzer Netzwerks, Campus, Schulen und Studienseminare. Lernverläufe von Studierenden werden anhand von Dokumentenanalysen und Längsschnittvergleichen erfasst und untersucht.

Promovend: Benjamin Braß

Forschend lernen -  philosophische Gespräche führen und analysieren

Projektträger: MBWWK im Rahmen des Koblenzer Netzwerks, Campus, Schulen und Studienseminare

Projektzeitraum: 01.01. 2013 - 31.12.2015

Beschreibung: Das Gespräch ist von zentraler Bedeutung für den Erkenntnisgewinn in philosophischen Gesprächen im Sachunterricht. Es unterstützt Denkoperationen, die Begriffsbildung, die Reflexion sowie den Aufbau einer fragenden Grundhaltung; es ermöglicht von Konzepten und Vorstellungen der Schüler und Schülerinnen zu erfahren. Doch was sind die Gelingensbedingungen für  philosophische Gespräche und was müssen Studierende wissen, damit es zur Aktivierung der Schülerinnen und Schüler und zur Partizipation im Gespräch kommt? Auf der Basis von Audioaufnahmen und Gesprächstranskripten werden die Themenentwicklung und die Herstellung von Partizipation in philosophischen Gesprächen sowie die Lernprozesse der Studierenden untersucht.

Promovendin und Stipendiatin der Stiftung Rheinland–Pfalz: Catharina Fuhrmann

 

 

Im Dialog professionalisieren: Phasenübergreifende Grundschullehrerbildung am Campus Koblenz

Projektträger: MBWWK im Rahmen des Koblenzer Netzwerks, Campus, Schulen und Studienseminare

Projektzeitraum: 01.01. 2013 - 31.12.2015

Weitere Beteiligte: Benjamin Braß (Wiss. Mitarbeiter im Rahmen der Förderung durch das MBWWK), Studienseminare Neuwied, Simmern und Westerburg

Beschreibung: Die Etablierung eines systematischen Paradigmenwechsels von der Defizit- zur Potenzialorientierung und damit die Ausrichtung des pädagogisch-didaktischen Blicks auf das Können und auf die Potenziale von Schülern und Schülerinnen ist das Kernstück von „KONECS“, dem Koblenzer Netzwerk Campus, Schulen & Studienseminare. Zum einen bildet die systematische Schulung des beobachtenden Blicks und der beschreibenden Sprache von Studierenden auf Lern- und Erwerbsprozesse von Schüler_innen den Mittelpunkt des Projektes, als bedeutende Voraussetzung für die Herausbildung einer pädagogischen Diagnostik im inklusiven Unterricht; zum anderen ist der Dialog mit den beteiligten Lehrpersonen, den Fachleiter_innen, Studierenden und Dozent_innen sowie die wissenschaftliche Begleitung dieses Dialoges von zentraler Bedeutung. Mit Leitfadeninterviews und Gruppendiskussionen der am Projekt Beteiligten wird die phasenübergreifende Zusammenarbeit untersucht und trägt im laufenden Prozess zur Modifizierung der Vorgehensweise bei.

Videogestützte Beobachtungen von Lernprozessen im offenen Unterricht

Projektträger: BMBF

Projektzeitraum: 01.01. 2013 - 31.03.2015

Weitere Beteiligte: Marie-Luise Wulf (Filmerin)

Beschreibung: Im Rahmen der Videostudie werden Schülerinnen und Schüler in einzelnen Situationen innerhalb offener Unterrichtssettings beobachtet. Gefragt und untersucht wird, wie Kinder in der Schule lernen, wie sie sich die schulischen Inhalte aneignen und was dieser Prozess über ihre Denk- und Handlungsmuster verrät. Dazu verfolgt die beobachtende Kamera, wie Kinder in offenen Unterrichtssituationen lesen, schreiben, rechnen, experimentieren usw. Zu diagnostizieren was Kinder können, wofür sie sich interessieren und was ihre aktuelle Lernausgangslage ist, ist elementar für die Entwicklung inklusiven Unterrichts und wird auf der Basis der videogestützten Beobachtungen rekonstruiert.

 

Abgeschlossene Forschungsprojekte

Schuko

Schulentwicklung an Grundschulen in Koblenz. In dem vom BMBF geförderten Projekt wird mittels leitfadengestützter Interviews von Schulleiterinnen und LehrerInnen der 25 Koblenzer Grundschulen die Analyse der städtischen und ländlichen Standortbedingungen, der thematischen Schwerpunktsetzungen und Einbindungen in regionale Netzwerke an den zumeist kleinen Grundschulen in der Region vorgenommen.

Beurteilen und Beraten  in der Lehrerbildung

Kooperationsprojekt zwischen FachleiterInnen und IfGP Koblenz

Tagung für GrundschulfachleiterInnen am 28.08.2011

Kommunikation auf Augenhöhe?! Professionelles Handeln im Spannungsfeld von Beurteilen und Beraten, Tagungsflyer mit Text

de Boer, H. (2012) Kommunikation auf Augenhöhe?! Professionell Handeln im Spannungsfeld von Beurteilen und Beraten, in: "Seminar" 1/2012; "Wege zur Professionalisierung-45", Seminartag Jena: Baltmannsweiler

Beobachten lernen- Lernen beobachten

Beobachtung von Schülern und Schülerinnen im Schul- und Unterrichtsalltag ist Teil der alltäglichen pädagogischen Arbeit. Sie findet immer statt und gleichzeitig wenig Beachtung; sie wird zumeist nicht explizit zum Thema. Der ungeschulte Beobachter kann oft nicht ausreichend differenzieren und das, was sich in der Beobachtung und ihrer Beschreibung zeigt, nicht nutzen für die Reflexion eigener Annahmen, unterstellter Normen pädagogischen Handelns und eigener Werthaltungen. Grundlage dieses Projektes ist die Analyse und Re-analyse studentischer Beobachtungen und Rekonstruktionen der Perspektive von Lernern.

Hrsg: de Boer, Heike/Reh, Sabine (2012): Beobachtung in der Schule -  Beobachten lernen. Wiesbaden: Springer VS Verlag für Sozialwissenschaften.

 

SALAM Freiburg 2009-2010

Mentor Migration SALAM: Spielen, Austauschen, Lernen, Anerkennen, Miteinander Sprechen. Ein Kooperationsprojekt zwischen der Pädagogischen Hochschule Freiburg, der Katholischen Hochschule Freiburg und der Stadt Freiburg, gefördert von der Stadt Freiburg.

Baquero Torres, P.; de Boer, H. (2011) Studierende im Übergang: zwischen der Konstruktion hilfebedürftiger Migrantenkinder und der Reflexion eigener Konstruktionsprozesse, in: Kucherz, D., Irion, T., Reinhoffer, B. (2011) Grundlegende Bildung ohne Brüche. Wiesbaden: Springer VS-Verlag für Sozialwissenschaften.

Kooperation im Gespräch 2008-2010

"Die Praxis kooperativer Teamgespräche und ihre Bedeutung für Unterrichtsentwicklungsprozesse“, 2008-20010. Gefördert durch die Pädagogische Hochschule Freiburg und die Landesstiftung Baden Württemberg. Teilprojekt im Rahmen von “SERELISK“- Selbstreflexives Lernen im schulischen Kontext, mit Prof. Dr. K. Maag Merki, Prof. Dr. A. Holzbrecher, Prof. Dr. H. G. Kotthoff, Prof. Dr. T. Leuders, Dr. A. Ehlers, S. Werner; gefördert durch das Land Baden Württemberg.

Baum, E/Idel, T.-S./Ullrich, H. (hrsg) (2012): Kollegialität und Kooperation in der Schule. Theoretische Konzepte und impirische Befunde. Wiesbaden: Springer VS Verlag für Sozialwissenschaften.

Klassenrat als interaktive Praxis. Auseinandersetzung-Kooperation-Imagepflege. Promotionsprojekt von 2003-2006

Die interaktive Praxis des Klassenrates steht im Mittelpunkt dieser qualitativ empirischen Studie und führt zu Rekonstruktionen der Perspektive der Kinder als Akteure. Peerinteraktionen werden analysiert, ohne die schulpädagogische Frage nach interaktivem Lernen auszublenden. Mittels teilnehmender, videogestützter Beobachtungen über drei Grundschuljahre hinweg, zeigt sich der Klassenrat als öffentliche Bühne, die zur Imagepflege und Selbstinszenierung motiviert und gleichzeitig Handlungsräume zum Argumentieren und Kooperieren bietet. Die interaktionsanalytische Perspektive zieht eine Neubestimmung der Chancen und Grenzen des Gremiums nach sich

Heike de Boer (2006): Klassenrat - als interaktive Praxis. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.