Projekte

DFG-Projekt: "Revisiting the Big Five personality factors: Adaptation for the use in European-African Human Resources Management"

Leitung: Prof. Dr. C. Quaiser-Pohl und Dr. M. Heinecke-Müller

Five personality traits commonly known as the “Big Five” have been widely acknowledged as universal, regardless of an individual’s cultural background. According to latest empirical research, the Big Five cannot be called ‘false’, but rather incomplete in the face of ecological and cultural diversity. Most available psychological instruments are not necessarily transferable to other cultures but actually, they cover a minority of the world’s population. Core Self-Evaluations – personality features, that are closely linked to motivation and behavior and therefor appreciated in Personnel Psychology equal to the Big Five – show intercultural variability as well. But reliable data on specific cross-cultural functioning has been lacking up to now. In our globalized working world, an uncritical application of standardized personality measures leads to reduced validity and test fairness. Cross-cultural psychology therefor approves a combined emic-etic approach to personality assessment. The present proposal aims at starting a German-Kenyan joint research project by arranging a bilateral workshop in Kenya, following up a first meeting held in November 2013. Objectives of the cooperation started are: Revisiting the Big Five regarding to special features of the Kenyan personality structure incl. Core Self-Evaluations typical for the cultural context and prepare improved scientific based models, measures and methods that can be used in the field of Personnel Psychology between the European and the East African societies.

Kooperationspartner_innen:
Prof. Dr. W. Echterhoff (Bergische Universität Wuppertal)
Prof. Dr. P. Kariuki (University of Nairobi)
Ass. Prof. J. N. Arasa (United States International University, Nairobi)
Dr. Gladys Mwiti (President of the Kenyan Psychological Association and OASIS Africa)

Workshop Program

DFG-Projekt: "Einflussfaktoren auf Geschlechterunterschiede bei der mentalen Rotation im Grundschulalter"

Leitung: Prof. Dr. C. Quaiser-Pohl

Bei der mentalen Rotation, der Fähigkeit sich zwei- oder dreidimensionale Objekte gedreht vorzustellen, werden in Studien mit Erwachsenen relativ stabile Geschlechterunterschiede berichtet. Dabei haben jedoch verschiedene Faktoren der Testung einen Einfluss auf die Höhe des Unterschieds. In diesem Projekt wird untersucht, wie sich solche Einflussfaktoren auf den Geschlechterunterschied bei der mentalen Rotation im Grundschulalter auswirken. Weiterhin wird experimentell überprüft, inwiefern soziokulturelle Faktoren zur Entstehung von Geschlechterunterschieden beitragen.

Die konkrete Fragestellung ist, inwieweit Geschlechsunterschiede bei der mentalen Rotation im Grundschulalter von Merkmalen der Testsituation abhängen wie der Erhebungsmethode (psychometrisch/chronometrisch), dem Stimulusmaterial (u.a. Geschlechtsstereotypisiertheit), der Rotationsebene (Rotation in der Bildebene vs. in der Tiefe) und der Aktivierung von Stereotypen („Stereotype Threat“) bzw. durch fiktionale Rollenmodelle. Ferner werden die Auswirkungen von direktem Leistungsfeedback, Trainingseffekte (durch unterschiedliche Darbietungsreihefolge oder technikbezogene Erfahrungen in der Freizeit) und Strategieunterschiede (u.a. mit Eye-Tracking) sowie die Rolle von Geschlechtshormonenveränderungen während der Pubertät auf Leistungsunterschiede bei der mentalen Rotation untersucht.

Kooperationspartnerin:
Prof. Dr. P. Jansen, Universität Regensburg

Projekt "Sprachförderung für Kleinkinder durch interaktives Vorlesen, Musik und Bewegung"

Leitung: Prof. Dr. C. Quaiser-Pohl

Im Rahmen des Projekts wird ein inklusives Förderangebot zur  Sprachförderung im Kindergarten erprobt und wissenschaftlich begleitet. Das Förderangebot setzt sich aus unterschiedlichen Förderelementen (musikalische Frühförderung, interaktives Vorlesen) zusammen und erstreckt sich über 12 Wochen. Die teilnehmenden Kinder stammen größtenteils aus Familien mit Migrationshintergrund. Die Evaluation erfolgt im Rahmen eines Prä-/Post-Kontrollgruppen-Designs.

gefördert von: Kleiner Lernspatz e.V. Bonn/Stiftung Help-and-Hope

Beteiligte Kitas:
Städt. Kindertagesstätte, Gerhart-Hauptmannstr. 11, 53121 Bonn
Städt. Kindertageseinrichtung Gustav Heinemann Haus, Bonn

 

Projekt "SprachLit": Schriftsprachliches Lernen mit literarischen Vorgaben und Lesemotivation in der Grundschule

(im Rahmen der Graduiertenakademie von Profil3, Schwerpunkt "Schule - Unterricht - Lernen")

Beteiligte Wissenschaftlerinnen des Instituts für Psychologie:
Prof. Dr. C. Quaiser-Pohl und PD Dr. M. Endepohls-Ulpe

Bildungssprache ist eine Sprache, die im Vergleich zur Alltagssprache sehr viel komplexer ist. Sie zu beherrschen ist eine zentrale Voraussetzung für eine erfolgreiche Teilhabe an Bildung. An dieser Stelle setzt das vorliegende Forschungsprojekt an, in dem die Bedeutung impliziter Lernprozesse für den Erwerb komplexer, schriftsprachlicher Strukturen im Zentrum steht. Anstatt bestimmte sprachliche Strukturen zu trainieren, wird auf das wiederholte Vorlesen von literar-ästhetisch anspruchsvollen Bilderbüchern sowie auf mündliche und schriftliche Formen der Anschlusskommunikation gesetzt. Ausgangspunkt ist die literarische Dimension der Bücher, ist das Eintauchen in narrative Welten, die den Kindern im Sinne des ‚höreraktivierenden Vorlesens‘ (Spinner) angeboten werden. Auswirkungen dieses didaktischen Ansatzes auf verschiedene Aspekte des schriftsprachlichen Lernens (z.B. Wortschatz, Syntax) und ihre Bedeutung im Kontext der Lesemotivation werden in drei Teilstudien untersucht.

Teilprojekt 1: „Schriftsprachliches Lernen im Kontext von Bilderbüchern in gereimter und nicht gereimter Sprache – Eine Interventionsstudie in Klasse 3

Der Erwerb schriftsprachlicher Strukturen ist stark davon abhängig, wie viel Erfahrungen die Kinder mit dieser deutlich von der Alltagssprache zu unterscheidenden Sprachform jeweils haben. Im Anschluss an die sog. Kontrasthypothese, die besagt, dass die Aufmerksamkeit für schriftsprachliche Strukturen im Erwerb umso größer ist, je größer der wahrgenommene Kontrast zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit ist, soll im Rahmen einer kontrollierten Intervention untersucht werden, inwiefern die starke Geformtheit gereimter Sprache den Erwerb konzeptionell schriftsprachlicher Strukturen in besonderer Weise herausfordert. Dazu sollen drei Klassen (n= 60 Kinder) Bilderbücher mit gereimter Sprache vorgelesen bekommen und schriftliche und mündliche Anschlussaufgaben erhalten. Drei Klassen machen dasselbe mit Bilderbüchern ohne gereimte Sprache; eine Kontrollgruppe von drei Klassen (n=60) durchläuft ein von Umfang und Art vergleichbares nicht-sprachliches didaktisches Angebot. Insofern ergeben sich drei Fragestellungen,  die in Teilprojekt 1a und 1b mit unterschiedlichen Auswertungsschwerpunkten untersucht werden sollen:

  1. Wie gehen Kinder mit den konzeptionell schriftsprachlichen Strukturen der Vorgabe in den Eigenproduktionen um? Inwiefern unterscheidet sich der Umgang mit schriftsprachlichen Strukturen zwischen Klassen, die zu gereimten Bilderbüchern gearbeitet haben, von denen, die mit nicht gereimten Bilderbüchern gearbeitet haben?(1b)
  2. Welche Auswirkungen hat diese Art von Umgang mit Literatur auf die schrift-sprachlichen sowie die sozial-kognitiven Fähigkeiten der Kinder? (1a)
  3. Lassen sich differenzielle Verläufe in Bezug auf die Verwendung schriftsprachlicher Strukturen und die damit verbundenen Lernprozesse aufzeigen? (1a und 1b)

Teilprojekt 1a: Quantitativ orientierter Auswertungsansatz

Leitung: Prof. Dr. C. Quaiser-Pohl

Die Entwicklungen der Kinder im Bereich von Syntax und Wortschatz, aber auch im Bereich sozial-kognitiver Fähigkeiten wie der Perspektivübernahme, die für den Umgang mit Literatur zentral sind, werden quantitativ-methodisch untersucht. Dazu werden die interessierenden Konstrukte mit Hilfe von standardisierten Testverfahren (Lese- und Schreibtests, Sprachentwicklungstests, Tests zur Perspektivenübernahme) aber auch durch selbst entwickelte Verfahren (z.B. zum literarischen Sprachgebrauch) erfasst. Diese werden in einem Prä-Post-Design allen drei Gruppen zweimal vorgegeben. Zusätzlich wird der Sprach- und Bildungshintergrund der Kinder erhoben und kontrolliert.

Teilprojekt 1b: Qualitativ orientierter Auswertungsansatz

Leitung: Prof. Dr. D. Merklinger (Institut für Grundschulpädagogik)

Die Verwendung schriftsprachlicher Strukturen wird inhaltsanalytisch in den Kinderprodukten analysiert. Außerdem wird zu untersuchen sein, wie die Kinder bestimmte schriftsprachliche Strukturen und auch literarische Mittel, die die Vorgaben anbieten, in ihren Eigenproduktionen verwenden. Vor dem Hintergrund der Ergebnisse der Testverfahren aus Teilstudie 1a können zudem individuelle Lernentwicklungen von Kindern mit unterschiedlicher Ausgangslage qualitativ genauer beschrieben werden, die im Bereich von Syntax und Wortschatz verschiedene Zuwächse verzeichnen. Anhand der Kinderprodukte lässt sich – auf der Grundlage der Daten von Kindern mit großen Lernzuwächsen – rekonstruieren, welcher Umgang mit den Sprachstrukturen der Vorgaben für kindliche Zugänge zu Schriftlichkeit lernförderlich sein kann.

Teilprojekt 2: „Entwicklung der Lesemotivation von Jungen und Mädchen in der Grundschule“

Leitung: PD Dr. M. Endepohls-Ulpe

Anhand einer Fragebogenerhebung sollen im Rahmen des dritten Teilprojektes  die Interventionsmaßnahmen zum Umgang mit literarischen Vorgaben  in ihrer Auswirkung auf die Lesemotivation evaluiert werden. Außerdem sollen  in einer erweiterten Erhebung die Bedeutung verschiedener im Zusammenhang mit der Entstehung und Aufrechterhaltung von Lesemotivation stehender Variablen bei Jungen und Mädchen überprüft werden. Dass Lesemotivation, vereinfacht definiert als Ausmaß des Wunsches aktuell zu lesen, sowie die häufig wiederkehrende Absicht dieses zu tun, eine zentrale Bedingung der Lesekompetenz ist, ist in der Forschung unumstritten. Eine hohe Lesemotivation führt durch vermehrtes Ausführen der Tätigkeit Lesen zu besserer Lesekompetenz, welche sich wiederum positiv auf das Leseselbstkonzept und die Lesemotivation auswirkt.  Die in Schulleistungsvergleichsstudien an älteren Schülern gefunden Geschlechtsunterschiede in der Lesekompetenz zu Gunsten der Mädchen werden  auf die höhere intrinsische Lesemotivation der Mädchen schon im Grundschulalter zurückgeführt, aber auch mit geschlechtstypischen Interessenunterschiede und Unterschieden in den Vorlieben für bestimmte Genres (z.B. Fiktion vs. Comics) in Verbindung gebracht.. Die Ursachen hierfür sind in der Forschung noch nicht hinreichend geklärt.  Dies soll vor der Hintergrund des vorliegenden Forschungsstandes im Rahmen der Studie auf der Grundlage eines differenzierten motivationstheoretischen Konzeptes  geschehen.