Erwachsenen- und Weiterbildung / Genderforschung

Herzlich willkommen in unserem Arbeitsbereich!


Neue Projekte zu sog. "Verschickungskindern"

Zum Hintergrund

Wie bereits vielfach in Presse und Fernsehen berichtet, melden sich in den letzten Jahren immer mehr Menschen zu Wort, die als Kind von den 1950er bis in die 1990er Jahre hinein in bundesrepublikanische Kurheime oder Sanatorien verschickt wurden. Über die Jahrzehnte hinweg waren es Millionen, die dort „aufgepäppelt“ oder gesundheitlich behandelt werden sollten. Die oft noch sehr kleinen Kinder wurden damals nicht von ihren Eltern oder Sorgeberechtigten begleitet. Sie waren – meist für mehrere Wochen – allein in einer fremden Umgebung mit sehr speziellen, von medizinischen Vorgaben geprägten Regeln.

Rückblickend war dieser Aufenthalt für die einen eher unauffällig bzw. weniger bemerkenswert; andere jedoch erinnern sich an rigide pädagogische Maßnahmen, psychische Demütigungen, körperliche Gewalt, Medikamentenmissbrauch oder sexuelle Übergriffe.

Einen Einblick dazu bieten u.a.:

  • ein Fernsehbeitrag aus der Reihe „Planet Wissen“ (2022) – im Netz abrufbar unter (externer Link): https://www.planet-wissen.de/video-verschickungskinder--leid-statt-erholung-in-der-kinderkur-100.html
  • die Homepage der „Initiative Verschickungskinder“ – im Netz abrufbar unter (externer Link): https://verschickungsheime.de

Da es auch in Rheinland-Pfalz etwa 80 solcher Einrichtungen der Kinderkur gab, greifen wir den Bedarf an gesellschaftlicher wie persönlicher Aufarbeitung in zwei Projekten auf:

 

Projekt: Verschickt ins Stift... –
Eine Fallstudie zur Geschichte einer Kinderkureinrichtung

Laufzeit: Herbst 2022 bis Sommer 2023
Team: Prof. Dr. Nicole Hoffmann; Prof. Dr. Wiebke Waburg; N.N.

Am Beispiel des Viktoriastifts in Bad Kreuznach interessiert uns exemplarisch, wie der Alltag in einem Kinderkurheim damals aussah. Wie waren die Tage gestaltet? Wie sah die Versorgung aus? Welche medizinischen Behandlungen wurden angesetzt? Was wurde gespielt oder unternommen? Gab es schulischen Unterricht? Wie waren die Räumlichkeiten? Welchen Konzepten wurde gefolgt? Wie sahen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ihre Aufgaben? Wie ging es den Kindern damals – und wie geht es ihnen heute? etc.

Anhand von Schriftdokumenten, Bildern und Gesprächen mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen möchten wir möglichst viele Perspektiven zur damaligen Praxis zusammenstellen.

Wenn Sie Interesse oder auch Fragen dazu haben, freuen wir uns über eine Kontaktaufnahme unter folgender E-Mail-Adresse: kinderkur@uni-koblenz.de

 

Projekt: „Nagende Fragen“ –
Mögliche Wege der gezielten Auseinandersetzung mit Verschickungserfahrungen

Laufzeit: Herbst 2022 bis Sommer 2023
Team: Prof. Dr. Nicole Hoffmann, Dr. Hannah Rosenberg und Studierende des B.A. Pädagogik

Dieses Projekt greift den vielfach geäußerten Orientierungsbedarf ehemaliger Verschickungskinder auf, deren oft nur bruchstückhafe Erinnerungen an diese Zeit im Erwachsenenalter im Sinne von „nagenden Fragen“ virulent werden. Zusammen mit einer Gruppe von Studierenden recherchieren wir zunächst, wie insbesondere Menschen mit problematischen oder traumatischen Erlebnissen der Verschickung damit umgegangen sind. Auf dieser Basis sollen dann Materialien für eine Art „praktische Handreichung“ zusammengestellt werden, die die unterschiedlichen Wege der Auseinandersetzung aufzeigt. Dabei zeichnen sich viele Varianten ab: u.a. der Austausch mit anderen Betroffenen, Archiv-Recherchen zum eigenen Ort der Verschickung, ein Besuch der Einrichtung heute, das Engagement in Initiativen, die Nutzung therapeutischer Hilfen, literarische bzw. künstlerische Formate der Aufarbeitung oder auch Impulse aus Lektüren zum Thema. Diese Wege können mit diversen Zielen verbunden sein; dazu gehören etwa ein Interesse an Wissen bzw. an historischer Aufklärung der tatsächlichen Geschehnisse, die Suche nach Verständnis bzw. Solidarität, persönliche und/oder gesellschaftliche Anerkennung des erfahrenen Leids oder auch die individuelle Reflexion bzw. biografische Aufarbeitung des Erlebten.

In der geplanten „Handreichung“ werden die verschiedenen Strategien kurz vorgestellt und mit Kommentaren von ehemaligen Verschickungskindern versehen, wie sie den eingeschlagenen Weg der Auseinandersetzung jeweils einschätzen – ergänzt um weiterführende Links und Tipps zur möglichen Vertiefung bei Interesse.

Wenn Sie Interesse oder auch Fragen dazu haben, freuen wir uns über eine Kontaktaufnahme unter folgender E-Mail-Adresse: rosenberg@uni-koblenz.de

 


"Zeitfenster"-Ausstellung in der Galerie Handwerk in Koblenz im Mai 2022

Herzlich willkommen - blicken Sie mit uns durch Fenster in die Vergangenheit…

Auf Anregung der Stadt haben sich junge Koblenzerinnen und Koblenzer in einem Projekt der Koblenzer Universität mit prägenden Aspekten unserer Landes- und Stadtgeschichte auseinandergesetzt. Sie greifen dabei nicht die übliche Geschichtsschreibung auf, sondern richten den Blick auf eher ungewöhnliche, seltener berücksichtigte Facetten. So ist – auch mit der Hilfe vieler weiterer Unterstützenden – eine Ausstellung entstanden, die in zahlreichen Installationen von kleinen und großen Geschichten aus den letzten 75 Jahren erzählt.

Inhaltlich und künstlerisch auf der Basis ausrangierter Fenster in Szene gesetzt erwarten Sie

  • zum einen diverse episodische Stationen, sog. „Ein-Blicke“, im Sinne von Impulsen zu den verschiedensten historischen Teilbereichen, die jeweils konkretisierend aspekthaft untersetzt werden,
  • zum anderen „Schiffsmeldungen“, eine größere raumbezogene Installation mit Sound als ästhetische Form, die mit Geschichte und Geschichten eher symbolstark assoziativ umgeht.

Ein Bericht dazu findet sich z.B. auf: https://www.aktuell4u.de/story/artikel-1/zeitfenster-ausstellung-begeistert-zahlreiche-besuchende


200 Jahre Amalie Dietrich – Ein Grund zum Feiern?!
Podiumsdiskussion
anlässlich des 200. Geburtstags der Naturforscherin Amalie Dietrich

am 27.5.2021, ab 19:30 Uhr - danach abrufbar auf: amalie-dietrich.eu

Eine Veranstaltung des Schulfördervereins Siebenlehn

Warum wurde Amalie Dietrich über einen solch langen Zeitraum immer wieder zur Projektionsfläche von Moralvorstellungen im guten wie im schlechten Sinne?

Welche Rolle spielen dabei die Medien, die Wissenschaft und soziokulturelle Einstellungsmuster?

Die folgenden Gäste nehmen an der Diskussion teil:

Prof. Dr. Ray Sumner - emeritierte Professorin für Geographie am LBCC, Kalifornien, ihr Buch "A woman in the wilderness" ist eine der zentralen Grundlagen der Amalie Dietrich Forschung.

Dr. Birgit Scheps-Brettschneider - Kustodin der Ozeanien Abteilung und Abteilungsleiterin Provenienzforschung und Restitution im Grassi-Museum zu Leipzig und Autorin des Buches "Das verkaufte Museum", welches sich mit den Sammlungen des Hamburger Handelshauses Godeffroy befasst, der als Auftraggeber Dietrichs fungierte.

Prof. Dr. Nicole Hoffmann - Professorin für Pädagogik am Institut für Pädagogik der Universität Koblenz-Landau, die gemeinsam mit ihrer Kollegin Prof. Dr. Wiebke Waburg für ihr in diesem Jahr erscheinendes Buch mit dem Titel „Zwischen Fake, Fakt und Fiktion“ den Versuch unternimmt, mittels multidisziplinärer Perspektiven zu Werk und Rezeption von Amalie Dietrich dem widersprüchlichen Bild dieser Frau auf die Spur zu kommen.

Prof. Dr. rer. nat. Matthias Glaubrecht - Direktor des Centrums für Naturkunde an der Universität Hamburg, Evolutionsbiologe, Biosystematiker, Wissenschaftshistoriker & Wissenschaftspublizist und einer der Protagonisten der Terra-X Folge "Mordakte Museum" aus dem Jahr 2011.

Prof. Dr. Paul Turnbull - emeritierter Kulturhistoriker an der Universität von Tasmanien, international anerkannter Experte für seine Forschungen über das Sammeln und die wissenschaftliche Nutzung der körperlichen Überreste australischer und anderer indigener Völker im späten achtzehnten, neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhundert.

sowie der Moderator Matthias Lütkemeier, Siebenlehn


 

Rund um "100 Jahre VHS" nicht nur, aber auch in Koblenz...

VHS Koblenz feiert Jubiläum

Lokale Pressestimmen dazu im Newsletter vhs-rlp.de vom September 2019
(Rubrik: 100 Jahre Volkshochschule - Zur Kenntnis! 100 Jahre vhs in Koblenz)

Auch der swr berichtete in der Landesschau Rheinland-Pfalz
(Bericht mit Video in der Rubrik "gut zu wissen")

Für die bundesweiten Feierlichkeiten gab es einen Festakt in der Frankfurter Paulskirche
(u.a. ein Video dazu auf den Seiten des dvv)


 Eine besondere Ehrung....