Tagung 2022

Inhalte und Ablauf

Im Zentrum der Fachtagung steht Landschaft als Bezugspunkt und Akteurin in künstlerischen Prozessen und kultureller Bildung.

Landschaften bilden sich aus dem Zusammenspiel von Gelände, lokalem Klima und biologischen Wanderungen, aber auch, indem sie zum Gegenstand menschlicher Arbeit und Emotionen werden. Landschaften sind mehr-als-menschliche Situationen. Der Umgang mit ihnen eröffnet ästhetische, soziale, politische, ökonomische genauso wie philosophische Fragen.

Die Fachtagung bringt Künstler*innen & Wissenschaftler*innen zu einem interdisziplinären Austausch zusammen. In unterschiedlichen Formaten (Vortrag, Performance, Workshop, Grillabend u.v.m.) werden Erfahrungen aus Theorie & Praxis ausgetauscht und weitergedacht.

Die Fachtagung ist eine Kooperation der Koblenzer Forschungsprojekte DO_KiL (Künstlerische Residenzen in ländlichen Räumen) & ElKuBi (Elternsache: Kulturelle Bildung) mit tanz + theater machen stark (Förderprogramm des Bundesverbands freie darstellende Künste).

 

Konzept & Organisation: Wiebke Waburg, Jens Oliver Krüger, Eckhard Mittelstädt, Micha Kranixfeld, Ilona Sauer, Mirjam Schön, Barbara Sterzenbach, Kristin Westphal

Veranstaltende

 

 

 

Tagungszeitraum 19.-21. Mai 2022 
Ort Universität Koblenz-Landau, Campus Koblenz; Präsenz (Planungsstand)
Anmeldeschluss Teilnahme 

13. Mai. 2022

Einsendeschluss Beiträge
(3.000 Zeichen inkl. Leerzeichen)

ABGESCHLOSSEN

17. Januar 2022

Formate Panel-Beiträge; Lecture Performances; Workshops
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Tagungsablauf als PDF

Der Landschaftsbegriff wird in aktuellen Diskursen kultureller Bildung ganz unterschiedlich gebraucht. Die Tagung nimmt die Vielschichtigkeit der Bezugnahmen in den Blick, die in ästhetischer, räumlicher und auch sozialer Hinsicht Anschlüsse an aktuelle Projektzusammenhänge und Forschungen in ländlichen Räumen eröffnen. 

Wir laden künstlerisch und wissenschaftlich Forschende sowie Kunst- und Kulturschaffende und Vermittler*innen ein, die Interesse an einem aktivierenden Austausch haben. Möglich sind sowohl klassische Panel-Beiträge als auch Lecture Performances (je 20-30 Minuten). Im Sinn einer Arbeitstagung sind alle Vortragenden außerdem eingeladen, an disziplinübergreifenden Workshops teilzunehmen, in denen sie ihre Positionen weiterentwickeln und zueinander in Bezug setzen können. 
Im Zentrum der Tagung stehen die vielschichtigen Beziehungen von Landschaft und kultureller Bildung. Damit zielt die Tagung auf eine Erweiterung und Vertiefung des Diskurses um die Entwicklung sogenannter Bildungslandschaften – die sich keinesfalls in der Beschreibung und Entwicklung von (regionalen) Bildungsangeboten erschöpft. Unterschiedliche Akteur*innen auf Kommunal-, Landes- und Bundesebene wollen in diesem Zusammengang mit ihren Programmen peripherisierte Regionen durch verbesserte Kooperationen fördern und insbesondere Kindern und Jugendlichen die Teilhabe an  Kunst und Kultur ermöglichen. Selten reicht jedoch die Beschäftigung mit dem Begriff Landschaft über eine programmatische oder metaphorische Verwendung hinaus. Dementsprechend will die Tagung den Blick auf Landschaft als Gegenstand und Bezugspunkt kultureller Bildung und künstlerischer Prozesse  sowie als Topographie, in der sich kulturelle Bildung ereignet, lenken.

Berührt werden dabei grundlegende Fragen nach dem Verhältnis von Zentrum und Peripherie, Kunst und Natur, nach der Nachhaltigkeit, der Qualität und insgesamt nach einem zeitgenössischen Verständnis kultureller Bildung. Auf Landschaften kann dabei in vielfältiger Weise Bezug genommen werden: Als Strecke, die es zum nächsten Bildungsangebot zu überwinden gilt, als von Geschichte aufgeladener Ort lokaler Selbsterzählungen und/oder als Raum sozialer Vernetzungen. Aber auch dem Wie der Gestaltung von und mit Landschaft durch Menschen, den kulturellen Praxen sozialer Gruppen, die Landschaften prägen, kann nachgespürt werden. Zu fragen ist, wie kulturelle Bildung ländliche  Räume als gesellschaftliche, ästhetisch zu erblickende und körperlich-taktile Räume konzeptioniert, erkundet und potentiell verändert. Auf der Tagung soll ein disziplinübergreifender Diskurs angeregt werden, bei dem den im Titel angezeigten Aspekten in ihren Verknüpfungen nachgegangen werden soll:

Landschaf(f)t Bildung

Welche kulturellen Ressourcen bietet das Ländliche für eine zeitgenössische kulturelle Bildung? Wie prägt der Umgang mit regionalen Eigenlogiken und Traditionen die kulturelle Bildungsarbeit? Welchen Herausforderungen muss sich eine »landschaftliche Bildung« (Anders 2018) stellen? Welche Ansätze verfolgt kulturelle Bildung zur Reflexion des (beschädigten) Verhältnisses von Natur und Kultur u.a. vor dem Hintergrund der Klimakrise? Auf welche Weise können Lernprozesse zwischen  Ballungsräumen und ländlichen Regionen (zukünftig) fruchtbar gemacht werden?

Landschaf(f)t Performance

Wie werden ländliche Räume im Rahmen kultureller Bildung und künstlerischer Prozesse erfahrbar gemacht? Wie werden Dinge und Geschichten als ländlich inszeniert? Wie setzen sich diese  Inszenierungen ins Verhältnis zu tradierten Bildern des Ländlichen? Welche Kunstverständnisse treffen hier wie auf einander? Welches Potenzial bringen zeitgenössische ästhetische Verfahrensweisen für kulturelle Bildung in ländlichen Räumen ein?

Landschaf(f)t Teilhabe

Welche Perspektiven haben Teilnehmende auf kulturelle Bildung in ländlichen Räumen? Welches  Verständnis, welche Erwartungen formulieren sie? Welche Rolle spielt die Sichtbarmachung und das Einbeziehen der Vielfalt der ländlichen Bevölkerung dabei? Angesprochen sind damit u.a.  intergenerationale Zusammenarbeit (Kinder, Jugendliche, junge und ältere Erwachsene), Geschlechterverhältnisse sowie das Zusammenleben in der Migrationsgesellschaft. Welche Optionen zur inklusiven Teilhabe aller Menschen werden durch landschaftliche Gegebenheiten eröffnet, welche Barrieren/Zugangsprobleme bestehen und wie können diese ggf. bearbeitet werden? Auf welche Weise inspirieren allgegenwärtige Mobilität und Wanderung/Migration neue Formate kultureller Bildung? Welche Ausschlüsse produziert kulturelle Bildung dabei?

Wir freuen uns über Ihr Interesse und Ihre Anmeldung unter landschaftstagung[a]uni-koblenz.de

Bitte geben Sie neben Ihrem vollständigen Namen auch an, ob Sie 

- am Donnerstagabend am gemeinsamen Restaurantbesuch teilnehmen (Selbstzahlende),

- am Freitagmittag in der universitären Mensa essen möchten (vegetarisch/ vegan/ Fischgericht; zu je 5,20€; Selbstzahlende)

- am Freitagabend am Grillfest (kostenlos) teilnehmen möchten.

Ihre Ansprechpartner*innen, Mirjam Schön und Barbara Sterzenbach

 

 

Teilnahme und Mitgestaltung


Die Tagung soll vorzugsweise in Präsenz stattfinden. Sollte es erforderlich sein, wird ein digitales oder hybrides Format angeboten. Ein Tagungsband mit ausgewählten Beiträgen ist in Planung. 

Eine Kinderbetreuung kann vor Ort eingerichtet werden! Bitte geben Sie bei der Anmeldung zur Tagung an, dass Sie Interesse an diesem Angebot haben.

Veranstalter*innen

Prof. Dr. Wiebke Waburg (Institut für Pädagogik; Projektleitung DO_KiL)

Prof. Dr. Jens Oliver Krüger (Institut für Pädagogik; Projektleitung ElKuBi)

Eckhard Mittelstädt (BUNDESVERBAND FREIE DARSTELLENDE KÜNSTE e.;  Projektleitung tanz + theater machen stark)

Zentrum für zeitgenössisches Theater und Performance (Universität Koblenz-
Landau)

E-Mail: 
Ansprechpartnerinnen: Mirjam Schön (M.Ed.) und Barbara Sterzenbach (M.A.)