Forschung

Teilprojekt: Repräsentative Tischkulturen des 19. und 20. Jahrhunderts

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Das Landesmuseum Koblenz sorgt für die fortgesetzte Erfassung und Erschließung bislang noch nicht öffentlich ausgestellter Objekte der Sammlung von Alex Poignard zur Ess- und Tischkultur des 19. und 20. Jahrhunderts. Die Mitarbeiter*innen des Teilprojekts bereichern den wissenschaftlichen Diskurs des Verbundprojekts durch ihre Erfahrungen im Umgang mit materialer Kultur und unterstützen die geplante forschende Ausstellung „Esskulturen im religiösen und säkularen Raum“ mit ihrer kunsthistorischen und museumspädagogischen Expertise. Das Landesmuseum Koblenz wird im Rahmen des Verbundprojekts die wissenschaftliche Erschließung der Sammlung Poignard vorantreiben und sich in Kooperation mit den beteiligten Wissenschaftler*innen des Verbundprojekts der didaktischen Vermittlung der Thematik und innovativen Methodik des Vorhabens widmen. Weitere Informationen unter:

http://landesmuseum-koblenz.de/index.php?id=41667

 

(© Sammlung Poignard, Landesmuseum Koblenz)

 

(Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Sammlung Poignard im Landesmuseum Koblenz,
 © GDKE, Pfeuffer)

 

 

Teilprojekt: Urbane Esskulturen und integrative Praktiken

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Das soziologische Teilprojekt erforscht in einer Lokalstudie zum Bonner Stadtbezirk Bad Godesberg, wie Gemeinschaft, aber auch Trennung von Menschen mit Esskulturen zusammenhängen. Die Godesberger gastronomischen Lokale unterschiedlicher Herkunft werden über subjektive „Stadtpläne der Esskulturen“ als Orte öffentlichen Speisens daraufhin untersucht, wie über spezifische materielle und räumliche Konstellationen in Situationen des Essens Gemeinschaften gebildet und abgegrenzt werden.

 

Die Annäherung an das Thema geschieht auf verschiedenen Ebenen: Einerseits werden urbane Orte und die Verbindungen zwischen ihnen untersucht, um Prozesse der Gemeinschaftsbildung insbesondere im Kontext von Migration zu analysieren. Andererseits stehen Dinge in Bezug auf ihre Materialität und Funktion, aber auch ihren Symbolgehalt im Mittelpunkt.

Das grundlegende Forschungsinteresse lautet dabei: Inwiefern werden alltägliche Essgewohnheiten im städtischen Raum als fremd wahrgenommen? Dass eine simple Unterscheidung von homogen gedachten „deutschen“ und „ausländischen“ Nationalküchen dabei zu kurz greift, wird schnell klar, sobald Lokalität (z.B. „heimische“ Gerichte), Regionalität (z.B. „mediterranes“ Ambiente), Globalität (z.B. „internationale“ Küche) und die vielfältigen Beziehungen dazwischen mit einbezogen werden. Deshalb wird in Bad Godesberg nach verschiedenen Perspektiven auf eigenes und fremdes Essen gesucht. Es wird danach gefragt, wie die Bezeichnung als fremd in Situationen öffentlichen Essens in Bad Godesberg funktioniert, und wie genau die damit verbundenen Kategorisierungen von verschiedenen Gruppen gefüllt und mit anderen, lokal relevanten Themenbereichen – zum Beispiel Migration – verknüpft werden. Kurz: Wer sind aus verschiedenen Perspektiven jeweils „wir“ und „die anderen“? Was essen „wir“, was die „anderen“? Gehen „wir“ zu „den anderen“ essen, und wie steht das mit den unterschiedenen Perspektiven in Verbindung?

Weitere Informationen unter:
https://www.politik-soziologie.uni-bonn.de/de/personal/prof.-dr.-clemens-albrecht/forschung/urbane-esskulturen-und-integrative-praktiken

 

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(© Mila Brill, Bonn)

 

 

 

Teilprojekt: Traditionelle Mahlsymbolik und selektive Praktiken

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Das Teilprojekt Traditionelle Mahlsymbolik und selektive Praktiken ist an der Schnittstelle von Religionsgeschichte und Literaturwissenschaft angesiedelt; es werden sakrale und profane Esspraktiken und die sich darin manifestierenden sozialen Dynamiken der anglo-amerikanischen Gesellschaft des 19. und 20. Jahrhunderts auf der Grundlage alttestamentlicher Topoi untersucht.

Abb. wird nachgereicht

 

 

 

Forschende Ausstellung: Kulturen des Essens im religiösen und säkularen Raum

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Im Rahmen des Verbundprojekts wird im September 2020 das gemeinsam erarbeitete Ausstellungskonzept „Kulturen des Essens im religiösen und säkularen Raum“ in Räumen des Landesmuseums Koblenz auf der Festung Ehrenbreitstein realisiert; dabei werden Exponate der bislang nur unvollständig erfassten und vom Landesmuseum Koblenz betreuten Sammlung Poignard erstmals präsentiert. Die Exponate vermitteln einen umfassenden Einblick in die Tischkultur des 19. und 20. Jahrhunderts und sollen im Rahmen des Projekts mit religionsgeschichtlichen, literarischen, ethnografischen und soziologischen Befunden konfrontiert werden. Dabei bildet die forschende Ausstellung den experimentellen Auftakt zu einer weiteren wissenschaftlichen und museumspraktischen Entfaltung der Thematik und wird als virtuelle Exposition fortgesetzt. Flankierend dazu finden verschiedene öffentliche Vortragsreihen, Tagungen und Workshops zum Thema „Esskulturen“ sowie weitere museumspädagogische Veranstaltungen statt, die von didaktischen Programmen begleitet werden.

 

 

Virtuelle Ausstellung: Die Seite befindet sich im Aufbau

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Zitat: „Im Eßsaal war Licht. Mein Vater rief laut dem Essen. Ich spürte Hunger. Aber in dem großen, einsamen Eßsaal meinem Vater gegenüberzusitzen, erschien mir so gespenstig, daß das Essen nicht schmeckte. Mein Vater tat, als sie ich nicht da. Er trank viel Portwein, sah gerade vor sich hin, wie in eine Ferne. Es war recht unheimlich.

aus: Eduard Keyserling (1855-1918), Schwüle Tage